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Die Rosenstadt Steinfurth …. oder zurück zu den Wurzeln

9. August 2016

Alle zwei Jahre findet im kleinen hessischen Örtchen Steinfurth das sogenannte Rosenfest statt – hierher soll heute unser Ausflug gehen.Bei glühender Hitze machen wir uns auf den Weg, in das älteste Rosendorf Deutschlands. Schon im Internet wird auf die Masse der Menschen hingewiesen, die hier an diesem Sonntag wohl erwartet werden.
Wir folgen dem Tipp, und fahren von Bad Kreuznach aus mit einem Sonderzug vom Bahnhof aus ca. 15 Minuten Richtung Steinfurth.
Dort ist bereits alles weiträumig von Polizisten und Feuerwehrleuten abgeriegelt, denn heute ist zusätzlich zum Rosenfest, der bekannte Rosenkorso und man kommt nur mit Eintrittskarte und nur zu Fuß in den Ort.
Im Jahr 1949 wurde hier bereits das erste Rosenfest gefeiert, bis 1970 sogar jährlich.
Wir besichtigen zuerst die Halle mit der ausgewiesenen Rosenshow, wo über 100 000 Rosen vom „Bildungszentrum Floristik Grünberg“ verarbeitet wurden.
Kaum betrete ich den Saal, tauche ich ab in eine etwas vergangene Zeit, denn ich bin gelernte Floristin – wenn auch seit knapp 6 Jahren nicht mehr tätig in diesem Beruf ….. die Faszination ist allerdings sofort wieder da.
Ich hole tief Luft, um den mir so bekannten und oft vermissten Geruch einzusaugen, bekomme kurz Gänsehaut und einen kurzen Zweifel ob es richtig war, diesen Beruf an den Nagel zu hängen, war ich doch mit Leib und Seele Floristin.‘
Mein Mann und ich verabreden, dass wir uns zum Umschauen kurz trennen, denn er sieht diese Ausstellung rein aus fotografischer Sicht und ich dazu noch als Floristin…. also los geht’s!

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Schnell merke ich, dass sich fachlich sehr viel geändert hat, hätte ich früher alleine die Farbkombis von heute gewählt, meine Berufsschullehrerin hätte mich erschlagen … alles in allem ist vieles wohl lockerer geworden in der Gestaltungstechnik, in der Farbwahl … das ist gut so.(Es könnte natürlich auch daran liegen, dass ich älter geworden, und nicht mehr ganz up to date bin).
Ich betrachte mir sehr genau die arrangierte Bankettafel, die mir mit ihren Kerzen und Wasserelementen sehr gut gefällt, durch die Farbwahl von div. rot und pink Tönen wirkt sie sehr edel und üppig. Als Floristin begutachte ich auch die vielen Einzelgestecke die erst alles zum Gesamteindruck bringen und denke mir so, dass diese wohl von Azubis gestaltet wurden, da ich da doch den ein oder anderen Mängel sehe … neben der Festtafel sind unzählige rundum gesteckte Blütenkränze zu bewundern und zu prämieren, gerne hätte ich hier die Modalitäten, die Vorgaben zu diesen Arbeiten gewusst …. von „wunderschön, interessant und naja“ war hier alles für mich vertreten.
Auch die floral geschmückten, mittelalterlich anmutenden Menschenpuppen waren sehr interessant anzusehen, und oft schaute ich mal hinter die Fassade um mir die Techniken zu betrachten.
Den auf der Bühne präsentierten Thron, das Stadtwappen etc., riss mich nun nicht vom Hocker, war es dort etwas schlecht platziert und floristisch nicht wirklich wertvoll.
Alles in allem aber eine gelungene Präsentation.
Rosen, Rosen, überall Rosen, aber dafür sind wir ja auch auf einem Rosenfest. Als absoluter „Blumen Laie“ muss ich sagen, dass ich erstaunt war, wie viele Arten es gibt und wie unterschiedlich die Blüten sein können. Die Ausstellung war absolut faszinierend, auch wenn ich mit der „Kunst“ mancher Gestecke oder Kränze persönlich nicht viel anfangen konnte. Allerdings war es für meinen Geschmack definitiv zu voll und wir haben den Altersschnitt der Anwesenden sicher massiv gesenkt. Also das nächste mal auf gar keinen Fall am Sonntag hierher, wenn der Rosenumzug ist. Ich hätte mir einiges gerne länge und intensiver angeschaut und fotografiert, aber dafür war das Gedränge zu groß und so war ich doch ein wenig froh, als ich die Rosenausstellung wieder verlassen konnte.
[Stefan] 

Auf der Empore im oberen Bereich der Halle waren tausende geschnittene Rosen nach Arten in Gläsern aufgebaut, farblich sortiert, mit Gattungsnamen und Züchter Schilder versehen schon ein toller Anblick, aber allein der Duft, den diese Rosen versprühten war der helle Wahnsinn ….ich bekam wirklich mehrmals Gänsehaut so faszinierend fand ich das alles …..
Wieder an der frischen Luft, entdeckte man an vielen Ecken die bereits in den Startlöchern stehenden geschmückten Wägen, Musikgruppen die sich schon ein Stelldichein gaben und offene Höfe der Rosenzüchter die ihre Schnittrosen zum Verkauf anboten.

Nach kurzem Weg kamen wir zur Fa. Schultheiß, der ältesten Rosenschule Deutschlands (1868) … klar, dass diese heute ihre Pforten geöffnet hatte – welch ein Traum!
Unzählbare Rosen, als Hochstamm, Container, Büsche oder Boden Decker, dazu Garten Accessoires usw. usw.    ….. Herz was willst du mehr?!


Wir schlenderten weiter durch das Örtchen, wie unzählige andere Menschen auch und kamen dann zum Rosenmarkt, der sich im alten Ortskern durch Gassen und Höfe der Züchter schlängelt. Über 60 Aussteller, von Baumschulen, privaten Familien die Marmeladen oder Spirituosen mit Rosen herstellen, Gartenzubehör und Kunsthandwerkern zeigen hier ihre Vielfalt. Unzählige Steinfurther Rosenzüchter bieten eine Auswahl ihrer Produkte an, eines schöner als das andere. Ich könnte hier natürlich alles kaufen, aber das Problem wäre, man müsste die Sachen die ganze Zeit durch die Gegend tragen.


Das Rosenmuseum besuchen wir wegen des großen Andrangs und der immer größer werdenden Hitze heute nicht.
Wir registrieren zwar, dass sich mit der Zeit immer mehr Menschen schon an den Straßen Steinfurths platzieren, aber da wir uns einig waren, dass wir den Korso nicht unbedingt ansehen müssen, schlendern wir immer weiter durch die Gassen bis wir zur Rosenkirche kommen, die ebenfalls von Floristen geschmückt wurde. Mein Kommentar dazu fällt allerdings etwas knapp aus: es hat mich nicht vom Hocker gerissen.


Als wir wieder aus der Kirche kommen, ist kaum noch ein Durchkommen auf den Straßen, denn der Rosenkorso hat wohl angefangen, da wir auch in den Seitenstraßen keinerlei Chance zur Flucht Richtung Bahnhof haben, müssen wir uns an den wartenden Menschen nach und nach durchquetschen. Aus dem Augenwinkel erhaschen wir ab und an einen Blick auf Prunkwägen und Fußgruppen die mit unzähligen Rosenblüten geschmückt sind.

Wir allerdings waren froh, als wir wieder, etwas außerhalb des Trubels Luft schnappen konnten, die Menschenmassen waren heftig.

Auf der Heimfahrt, ziemlich ko, machten wir uns aber Gedanken zu diesem Fest: die Idee ist toll, dass Sonntags Eintritt für das Ort genommen wird ist grenzwertig (das Fest geht von Freitag bis Montag), wer also wie wir gar keinen Wert auf den Korso legt, sollte an einem etwas ruhigerem Tag kommen.
Wir für uns haben uns vorgenommen, Steinfurth, einmal „einfach so“ unter der Woche zu besuchen und uns mit Ruhe und ohne Menschenmassen bei den einzelnen Züchtern umzuschauen….. mit einem gut gefüllten Geldbeutel J

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