Ein Tag im Dahner Felsenland und Elsass

10. August 2016

Eine lieb gewordene Tradition für uns, ist es, an unserem Hochzeitstag einen Tagesausflug zu machen. Denn beide haben wir aus der Vergangenheit gelernt, dass gemeinsam verbrachte Zeit, das kostbarste Geschenk ist.

So führt uns dieser Ausflug dieses Jahr in das Dahner Felsenland in Rheinland Pfalz und in den angrenzenden Unterelsass. Ich kenn die Gegend aus früheren Jahren schon etwas und fand, dass es mal Zeit werden würde, Stefan dieses Kleinod zu zeigen. Mit großer Fotoausrüstung ging es bei großer Hitze schon früh morgens los. Wie immer hatten wir grob geplant, was wir uns betrachten wollten oder wie in etwa der Tag ablaufen sollte, aber wie so oft kommt es ja meistens anders.
Zuerst steuerten wir die Burg Fleckenstein in Lembach in Frankreich an. Diese Burg habe ich schon mehrfach besucht, aber sie übt immer wieder aufs neue eine große Faszination auf mich aus .

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Man weiß nicht wirklich viel über diese Burg, die in 370 Metern Höhe in Sandsteinfels gehauen wurde. Etwa im 12.Jhd. wurde sie in den Wäldern der Nordvogesen von den Hohenstaufen errichtet und etwa 6 Jhd. von den  Fleckensteins bewohnt. Bis sie dann durch die Hände der Truppen von Ludwig dem 14. viel.
Bis 1890 hatte keiner Interesse an der Burg und so verfiel sie immer mehr bis sie dann 1898 doch unter Denkmalschutz gestellt wurde und bis 1960 in Privatbesitz war. Erst 1998 erwarb die Gemeinde Lembach das Areal und restaurierte sie bis 2002 so, wie man sie heute bestaunen kann.
Die Basis der Burg ist 90 Meter lang aber teilweise nur 6 – 8 Meter breit, sowie 30 Meter hoch auf Sandstein gebaut.
Ich finde die Reste der Anlage sehr beachtlich, imposant und gut erhalten, wenn man allerdings auf die Rekonstruktionsbilder schaut, sieht man, dass das Ganze noch viel imposanter war.
Ich habe das Glück, dass ich mich an solchen mystischen Plätzen immer ganz gut in die jeweilige Zeit reinversetzen kann, und es mir meine Vorstellungskraft ermöglicht, mir vorzustellen, wie es sich wohl hier gelebt hat , damals vor langer Zeit…….
Für Kinder bietet die Burganlage ein vielfältiges Angebot, Rätselführungen und die interaktive Ausstellung „Petit fleck“ sind nur zu empfehlen.
Verschaffen Sie sich über unsere Bilder einen kleinen Eindruck über die Burg Fleckenstein und holen Sie sich Appetit für einen eigenen Besuch, es lohnt sich definitiv!

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Nur wenige Kilometer weiter liegt das Städtchen Wissembourg (Weißenburg), im Elsass.
Da wir schon öfters in Colmar waren, wurde uns dort immer wieder der Name dieses Städtchens genannt, welches man sich unbedingt mal anschauen sollte, da es hier in der Gegend liegt und in unseren Tagesplan rein passte, wollten wir diesem Tipp doch heute mal nachgehen.

Wissembourg hat etwa 8000 Einwohner, und liegt an dem Fluss Lauter. Die Stadt entwickelte sich um ein im 7. Jhd. gegründetes Kloster. Die Altstadt ist noch heute teilweise von den Resten der Stadtbefestigung umschlossen.
Besonders sehenswert ist im alten Ortskern die Abteikirche St. Peter und Paul, sie ist eine der größten Kirchen außerhalb Straßburgs. Besonders die Glasfenster und die Malereien aus dem 14/15. Jahrhundert, sind im Inneren zu beachten und eh nicht zu übersehen.

Ich finde solche farbenfrohen Fensterfronten immer wieder erstaunlich, wenn man sich einmal überlegt, welche Hilfsmittel zu Herstellungszeiten damals zur Verfügung standen. Am vorwiegend gotischen Bau ist noch ein romanischer Glockenturm des Vorgängerbaues aus dem 11. Jhd. zu sehen, aber vom ehemaligen Kloster Weißenburg ist lediglich ein unvollendeter gotischer Kreuzgang übrig geblieben.

In unmittelbarer Nähe der Kirche fällt einem sofort ein Haus, mit auffallendem Dach ins Auge, das sogenannte Salzhaus aus dem 15. Jhd., welches in früheren Zeiten als Krankenhaus, Salzlager und Stelle zum Trockenen von Hopfen genutzt wurde.
Es stehen rund um das Kirchenareal viele schöne alte Häuser, unter anderem das nette Rathaus von 1740, vor dem heute z.B. eine kleine Bimmelbahn zur Stadtrundfahrt einlädt.

Die Fachwerk und Bürgerhäuser am Quai Anselmann sind ebenso sehr nett anzusehen.
Die Sonne ist an unserem Ehrentag wieder gnadenlos, und es ist hier um die Mittagszeit kaum auszuhalten und so suchen wir uns ein schattiges Plätzchen, direkt an der Lauter unter Kastanienbäumen genießen wir – wie sollte es im Elsass anders sein einen Flammkuchen ….
Wissembourg? Ja – ganz nett – aber wir hatten uns ehrlich gesagt, ein bisschen mehr erwartet.

Unser Plan war es nun, gemütlich über die kleinen Dörfer Richtung Dahn zu fahren, um uns dort die Burg Berwartstein in Erlenbach anzusehen.
Doch leider hatten wir Pech, denn auf der Burg, auf der einst Hans Trapp, der berühmte Heerführer der kurpfälzischen Streitkräfte hauste, war wegen einer gebuchten Fackelführung nicht für das gemeine Fußvolk zu besichtigen.


Was also nun? Programmänderung?! Angesichts der Zeit war das gar nicht so einfach.

In und um Dahn gibt es weiß Gott genug zu besichtigen. Das Dahner Felsenland liegt in der Südpfalz und liegt mitten im sogenannten Wasgau am Rande der Nordvogesen. Durch unzählige Gesteinsformationen (Sandstein) , ist es ein riesen Klettergebiet, nebenbei erwähnt gibt es alleine hier 16 Burgen und Burgruinen !

Wir überlegten also die Burg Alt – oder Grafenstein, Tanstein oder Drachenfels zu besuchen, auf den Teufelstisch oder den Jungfernsprung zu klettern – auch der Baumwipfelpfad in Fischbach läge in der Nähe. All diese Orte haben wir zwar zum Teil schon mehrfach besucht, aber sie sind es definitiv wert öfters gesehen zu werden.
Da die Hitze immer noch unerträglich ist entscheiden wir uns kurzerhand gegen alles, denn die Zeit, die zum Besichtigen übrig bleiben würde, wäre ziemlich knapp – zum Essen gehen war es allerdings noch etwas zu früh!

Also fahren wir kurzerhand schon Richtung Heimat und wollen während der Fahrt überlegen wo wir den Abend ausklingen lassen. Alles was uns dabei in den Sinn kommt ist entweder nicht das Richtige oder hat heute geschlossen.

Doch plötzlich hat mein Mann die Idee des Tages, welche allerdings nochmals eine dreiviertel Stunde Fahrzeit von uns zu Hause aus bedeutet. Und so trudeln wir nach einer zweieinhalb stündigen Rückfahrt in Groß Umstadt im Farmerhaus ein.

Wer unseren Blog verfolgt, oder uns kennt, der kennt auch unseren Faible für Afrika, weiß, dass wir dieses Jahr im Februar in Tansania waren…… das Farmerhaus ist somit unser kleines Stück Afrika hier bei uns zu Hause. Dieses Restaurant, ein Afrikaner, ist der Knüller, das Ambiente einmalig und authentisch, das Personal super nett – und das Essen ein wahrer Traum!! Wenngleich die Preise im sehr hohen Niveau liegen, ist es doch jeder Cent wert und wir haben einen angemessenen Tagesausklang bei einem wunderbaren Sonnenuntergang in den Weinbergen von Groß Umstadt ….. asante asana  – vielen Dank wie der Afrikaner sagt für diesen wundervollen Tag!!

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