Moin Moin oder Matjes yes yes yes

20. Juli 2016

Endlich ist es wieder soweit, die Ostsee ruft. Irgendwann im Jahr (meist 1 – 2 x) ist der Ruf von salziger Luft, Wind in den Haaren, Glitzerpunkten auf Ostseewellen und vor allem von Fischbrötchen so laut, dass es einfach sein muss und wir diesem Ruf folgen und in den (Zweit) – Heimathafen fahren.

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Meine Liebe zu allem nordischen, ob Deutschland oder die skandinavischen Länder, wurde mir sozusagen in die Wiege gelegt…. In meiner frühesten Kindheit habe ich bereits die Sommerferien in Dänemark verbracht, gefolgt von Urlauben an der deutschen Nordsee, Campingurlauben im südlichen Schweden, oder 2014 unsere Hurtigruten Winterreise in Norwegen.
Wenn man all dies so liebt, ist es doch logisch, dass der Himmel einem irgendwann einen echten Fischkopp an die Seite stellt – geboren in Eckernförde an der Ostsee, ca. 20 Autominuten nördlich von Kiel entfernt.
Da die Schwiegermutter genau hier noch lebt – und man ja immer mal nach dem Rechten schauen muss – verschlägt es uns also öfters mal genau hier hin, in dieses wundervolle Städtchen an der Eckernförder Bucht.
Ich kenne es bereits von unseren vielen Urlauben, dass wir uns fragen, ob wir gemeinsam am gleichen Ort waren, so unterschiedlich sind unsere Blickwinkel und Perspektiven, so unterschiedlich, dass selbst Makroaufnahmen von Blumen unterschiedlich sind. Gerade hier ist es hochinteressant, denn Stefan sieht alles mit den Augen eines Einheimischen, obwohl er schon 20 Jahre im Süden von Deutschland lebt, und ich sehe es immer noch mit Touri – Augen. Aus diesem Grund mischt sich Stefan auch hier immer wieder mal mit seinen Kommentaren und Ansichten ein.

In der letzten Juni Woche ging es dann los – ständig den Wetterbericht im Blick – denn Wetter an der Küste ist ein bisschen wie ein Überraschungsei – man weiß nie was kommt. Da die Kinder nicht mehr mitfahren und der Hund nicht so groß ist, haben wir genug Platz für Jacken….. Jacken braucht man dort fast immer – für große Hitze, Platzregen und plötzliche Schneeschauer – Schietwettersachen eben!!! Mit den Schuhen sieht es ähnlich aus…. Und was soll ich sagen, ohne vorzugreifen – wir haben fast alles gebraucht.

Der Norden beginnt in etwa dann für mich, wenn man beim Radio hören nicht mehr alles versteht – da wird plattdütsch geschnackt – ich liebe diesen Dialekt und verstehe tatsächlich immer mehr. Norden ist da, wo sich unzählige Windkrafträder drehen – gehören hier einfach zum Bild – machen Sinn und es regt sich keiner darüber auf. Wenn ich dann die Kräne des Hamburger Hafens erblicke und wir durch den Elbtunnel fahren – weiß ich – nicht mehr lange (ca. 1 Std.) und wir sind da.

Das A7 Chaos sitzt man auf einer Backe ab (man ist ja schließlich die Baustellen seit Jahren gewöhnt) – denn die Vorfreude überwiegt. Wir gondeln durch Kiel und ich freue mich die nächsten Tage öfters hier zu sein, denn schließlich war es mein Wunsch endlich mal die Bildungslücke zu schließen und die Kieler Woche mitzuerleben……
Und dann ist er schnell da, der Moment, an dem mein Mann und ich uns ohne Worte verstehen… in Höhe von „Kick ut“ betätigen wir die Fensterheber… ganz nach unten… und da ist sie, die frische klare Meeresbriese und der erste Blick auf die glitzernde Ostsee – garantiert mit ein paar Segelschiffen – ein herrlicher Moment.

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Unser erster Weg – sozusagen ein ungeschriebenes Gesetz, führt uns, oder besser mich, an den Hafen. Ein kurzer, aber effektiver Stop an der Fischbrötchen-Bude muß einfach sein – „einmal Matjes zum Sehnsucht stillen“, wie sehr habe ich mich darauf gefreut!

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Auch mir wurde die Liebe zum Norden schon in die Wiege gelegt, die damals in Eckernförde stand. Also nordisch by nature, daher hier mal eine kleine musikalische Einstimmung der youtube Videos mit dem gleichnamigen Titel von „Fettes Brot“.

Ich denke es ist normal das es einen von Zeit zu Zeit in seine alte Heimat zieht, aber mich hat es auch früher schon nordwärts gezogen. Sei es nach Dänemark oder Schweden mit dem Auto, Bus oder Bahn, oder wie so viele Jahre in die dänische Südsee, oder nach Schweden mit dem Segelboot. Die Frage aber,  “wo fängt der Norden für mich an?“ kann ich am besten mit der Frage beantworten „wo fängt der Süden an?“ Auch wenn ich nun schon zwei Jahrzehnte nicht mehr im Land zwischen den Meeren wohne, so kommen mir immer noch die üblichen Sprüche über die Lippen….. „Deutschland hat zwei Bundesländer – Schleswig und Holstein und alles südlich der Elbe ist Norditalien“….

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Daher fängt der Norden für mich ganz klar ab dem Elbtunnel an, wenn ich im Autoradio den Sender von NDR2 (Verkehrsfunk von Flensburg bis Göttingen) auf die Welle Nord verstelle, wenn die endlosen Baustellen auf der A7 anfangen und wenn die Wolken eine Form und der Himmel eine Farbe annimmt, die man nur hier oben erleben kann.
Wenn es dann, mittlerweile dank der neuen Schnellstraßen zügig durch und um Kiel geht (wir fahren immer über Kiel um die marode Rader Hochbrücke [Autobahnbrücke der A7 über den Nord – Ostseekanal] und die damit verbundenen Staus zu umgehen) und wir über den Nord – Ostseekanal fahren, sind wir fast am Ziel und es wird ein bisschen „mehr Norden“ im Kopf abgehakt. Noch kurz um Gettorf rum (die neue Umgehungsstraße war schon vor 40 Jahren als ich dort gelebt habt Thema) und dann ist der von Sonja oben beschriebene Moment da, die Luft, der Geruch die Aussicht…. das ist mein Norden.

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[Stefan]

 

 

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