Stadtrundgang Eckernförde – Dörpslentern in Eckernföör

20. Juli 2016

Eckernföör, oder auch Eckernför (hochdüütsch Eckernförde) ist eine kleine Stadt von etwa 22.000 Einwohnern auf einer Fläche von 21qkm.

Sie ist etwa 700 Jahre alt und liegt tief im Norden von Schleswig – Holstein, eingebettet von der gleichnamigen Bucht und dem Windebyer Noor, einem herrlichen Naturschutzgebiet, welches etliche Spazierwege und wunderschöne Sonnenuntergänge bietet. Hüüt snackt all dor plattdüütsch, en beten däänisch un raar hochdüütsch….
[Stefan]

 

In der Geschichte war Eckernförde immer mal wieder dänisch und schloss sich erst 1864 Preußen an.  1872 trug die Stadt beim großen Sturmhochwasser schwere Schäden davon. Das Stadtgebiet war dabei tagelang überflutet.
Noch heute teilt sich Eckernförde in 2 Bereiche auf, dem nördlichen Borby und dem traditionellen „Fischerdorf“ Eckernförde mit dem neuen „Eckernförde Süd“. Jährlich einmal, treffen die Bewohner der beiden Stadteile im Hafen aufeinander um in einer tagelangen Schlacht (während der Sprottentage) einen Sieger zu küren.
Seit 1912 ist Eckernförde Marinestützpunkt. Heute beherbergt es nur noch das 1. U Boot Geschwader, das Seebattalion, die Spezialeinheit KSM (umgangssprachlich auch Kampfschwimmer genannt), sowie die „Wehrtechnische Dienststelle für Schiffe und Marinewaffen der Bundeswehr, Maritime Technologie und Forschung 71“, oder wie sie früher hieß, die „Torpedo Versuchsanstalt“.

Sehenswertes – altes ,und neues gibt’s genügend in und um Eckernförde, darauf gehen wir im Einzelnen noch näher ein. Ebenso auf die kulinarischen Köstlichkeiten, die, wie sollte es in einem Küstenort auch anders sein, überwiegend aus Fisch bestehen. Dabei sei auf zwei traditionelle Leckerbissen hingewiesen.

Die Kieler Sprotte (einer Räucherfisch Spezialität), welche aus Eckernförde kommt.

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Sie erhielt ihren Namen nur, weil sie im 19. Jahrhundert bei der Verfrachtung den Stempel des Kieler Bahnhofes erhielt. Dabei handelt es sich bei der Sprotte um einen ca. 10cm langen Fische, welcher geräuchert, dann vollständig und unausgenommen inklusive Kopf und Schwanz sowie mit Gräten gegessen wird, oder wie sie hier oben sagen „mit Kopp un Steert“.
Es kursiert der Spruch „In Eckernförde haben sie’s raus – aus Silber Gold zu machen“, oder wie es im Original heißt „In Eckernför, dor hebbt se’t rut, ut Sülver Gold to maken“. Gemeint ist die goldene Farbe, welche die silberne Sprotte beim Räuchervorgang bekommt. Auch heute noch trifft man die Sprotte an allen Ecken an, an Häuserfronten ebenso wie aus Schokolade oder Marzipan und selbstverständlich auch auf Fischbrötchen.

Der sagenumwobene Küstennebel hält sich hier seit 1985 und ist sogar gewollt und nicht mehr wegzudenken (wie so mancher Schnaps bei den trinkfesten Norddeutschen). Die Firma Behn stellt diesen Anis Schnaps genauso wie den bekannten „kleinen Feigling“ (1992) her.

Und weil wir gerade bei bekannten Eckernförder Firmen sind…. da darf natürlich auch der Name „Sauer & Sohn“ nicht fehlen, welche 1951 ihren Neubeginn in Eckernförde starteten und durch ihre P5 weltbekannt wurden.

Eckernförde ist mit 1700 Gästebetten bei Touristen sehr beliebt und bietet während der Saison ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm, auf welches wir in anderen Beiträgen noch gezielt eingehen werden. Daher empfiehlt es sich rechtzeitig zu buchen. Alle wissenswerten Infos, Veranstaltungskalender und Gastgeberverzeichnis findet man unter ostseebad-eckernförde.de

 

Stadtrundgang

Für mich bietet Eckernförde als Kleinstadt alles was ich unter „typisch norddeutschem Hafenstädtchen“ bezeichnen und erwarten würde.

Ich entführe euch nun einfach zu einem kleinen virtuellen Stadtrundgang, wobei ich nur das erwähne ,was von mir besichtigt, getestet, geschmeckt und für gut oder sehenswert erachtet wurde.

Wir beginnen an meiner Lieblingsecke in „Ecke“.

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Schon von weitem ist das rote Backstein Rundsilo mit seinem goldenen Engel „on Top“ (ein aus 2003 übrig gebliebener Weihnachtsengel aus Polyesterharz) zu sehen – diente es bis 1986 als Getreidespeicher – ist es heute ein wundervoller Platz zum Verweilen am Anfang des Fischereihafens. Heute beinhaltet das 1932 erbaute und heute unter Denkmalschutz stehende Silo das Restaurant Luzifer (siehe Bewertung).

Im Fischereihafen, welcher früher auch den Getreidehafen beheimatete, liegen etliche schöne Traditionssegler neben den kleinen Fischkuttern, an denen man, wenn man morgens sehr früh auf den Beinen ist, fangfrischen Fisch kaufen kann. Hier herrscht ein reges und buntes Treiben von Einheimischen und Touristen, und ich könnte dort stundenlang nur sitzen und dem Lauf des nordischen Alltages zusehen – untermalt mit herrlichem Möwengeschrei.

Mein „Place to bee – mein Himmel auf Erden“ ist ein herkömmlicher Imbisswagen, hier natürlich nicht mit Currywurst oder Pommes, sondern mit Fisch satt und in allen „to go“ Varianten. Mein Herz schlägt hier für das „gemeine Matjesbrötchen“ mit Soße + Zwiebeln – lecker…. Morgens – mittags und abends. Die Frische der Produkte ist natürlich nicht zu übertreffen.

Fischwagen Hafen 620x414 Stadtrundgang Eckernförde    Dörpslentern in Eckernföör

Unbedingt beachten sollte man die alte Holz-Klapp-Brücke von 1872, die hier über das Hafenbecken führt und den Fischerort mit Borby verbindet. Die Siegfriedswerft, heute Yachtwerft bzw. Hotel und Restaurant (siehe Bewertungen), lässt auch heute noch erahnen, wie die Hochzeit der Berufsfischerei hier aussah. Auch der Seenotretter „Eckernförde“ hat hier seit ein paar Jahren seinen Liegeplatz.

Holzbrücke ECK 1 Stadtrundgang Eckernförde    Dörpslentern in Eckernföör

Auf der Borbyer Seite führt eine lange Promenade (im Frühling blühen hier 1000de lila Krokusse) zu den Segelvereinen und dem Yachthafen des SCE.

Krokuse 620x465 Stadtrundgang Eckernförde    Dörpslentern in Eckernföör

Hafen nord 1000x281 Stadtrundgang Eckernförde    Dörpslentern in Eckernföör

Von hier hat mein einen tollen Blick auf Eckernförde. Direkt angrenzend, im Stadtteil Louisenberg, liegt der Tiefseehafen der deutschen Marine. Er beherbergt noch das 1. U-Boot Geschwader, die Spezialeinheit der „Kampfschwimmer“, sowie die „Wehrtechnische Dienststelle für Schiffe und Marinewaffen der Bundeswehr, Maritime Technologie und Forschung 71“. Im Normalfall darf man dieses Gelände natürlich nicht betreten, in regelmäßigen Abständen findet allerdings ein „Tag des offenen Stützpunktes“ statt, welcher für alle, die sich für Marine interessieren, absolut empfehlenswert ist (Open Ship, Fahrzeugausstellung, Simulatoren, Führungen, Speedboot fahren, etc.).

Zurück an der anderen Seite schlendert man gemütlich vorbei an Schiffen welche Rundfahrten anbieten und mehreren Restaurantschiffen (dazu später mehr) Fischbuden und Bänke zum verweilen runden das Bild ab. Dazwischen ein Idyll aus aufgetürmten Fischernetzen , Seilen, Tauen, Bojen und Fischkisten – die Luft ist ein klares Gemisch aus Meer, Sand, Salz und Fisch.

 

Noch liegt hier die Andreas Gayk, welches als Museums und Restaurantschiff an die Hochzeit der „Butterschiffe“ erinnert. Leider wird dieses Schiff ab dem nächsten Jahr hier nicht mehr liegen, da der Betreiber des Hafens, die Stadtwerke Eckernförde“ mittlerweile mehrere 10.000 € Liegeplatzgebühr haben wollen. Damit verlässt dann auch das letzte „Butterschiff“ nach 63 Jahren Eckernförde, nachdem die Fahrten im Rahmen von Zollgrenzen bereits 1999, eingestellt wurden.
[Stefan]
Andreas Gayk 620x414 Stadtrundgang Eckernförde    Dörpslentern in Eckernföör

 

An der „Hafenspitze“ angekommen steht der kleine gelb/blaue historische Leuchtturm von 1907.

Die Hafenspitze erfährt in den letzten Jahren die nötige Sanierung. Nachdem das Hafengebiet saniert wurde, weichen hier auch die letzten Lagerhallen modernster Architektur. So entstehen hier neue Geschäfte, Wohnungen und Restaurants. Ein riesiges „gespanntes Segel“ soll die Meerverbundenheit ausdrücken. Bei den Einheimischen stieß all dieses vielfach auf große Empörung – ich finde es gar nicht so schlecht und denke die Mischung aus „Alt und neu“ ist gelungen.

An dieser Hafenspitze liegt der neue Yachthafen, oder auch Stadthafen genannt. Eine große begehbare Mole grenzt diesen Bereich zum Vorhafen ab.  Auf ihr steht der „kleine Eck“, ein weiterer rot / weißer Leuchtturm.
Seit 2015 wird der Hafen übrigens auch von Kreuzfahrtschiffen, wie der Albatros oder dem „Traumschiff“ der MS Deutschland angelaufen, welche dann auf Rede im Vorhafen liegen.

Auf dem Hafengelände findet einmal im Monat, meist am ersten Sonntag, ein Fischmarkt statt, auf dem man, wie beim großen Bruder in Hamburg, einfach alles bekommt was das Herz begehrt.
Ebenso finden hier (Laternen-) Flohmärkte, welche ich für Liebhaber sehr empfehlen kann, statt.

Direkt neben dem Hafenmeister findet man das Ostsee Info Center www.ostseeinfocenter.de Ein Besuch, gerade mit Kids, soll sich lohnen, da man alles rund um und in der Ostsee erfährt. Es gibt Meerwasser Aquarien und ein Fühlbecken. Wir haben das Center bis jetzt noch nicht besucht.

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Das Gebiet um das Center ist der Austragungsort für die jährlich im August stattfindenden Piratentage. Dort liefern sich die Piraten immer eine heftige Schlacht mit den einheimischen Fischern, bevor sie in die Stadt einfallen und das Rathaus plündern (nähere Beschreibung folgt später). Falls man zu dieser Zeit hier ist, sollte man sich dieses Spektakel, gerade mit kleinen Kindern, nicht entgehen lassen.

Piraten 620x465 Stadtrundgang Eckernförde    Dörpslentern in Eckernföör

Wir setzen unseren virtuellen Rundgang nun an der Strandpromenade fort. Der Eckernförder Strand ist insgesamt ca. 4 km lang und wird in 4 Abschnitte unterteilt – Kurstrand – Hundestrand – Südstrand und Steilküste. Unzählige Strandkörbe stehen zur Vermietung bereit (seit dieser Saison sogar welche zum Übernachten), incl. ein paar Körbe extra für Rollstuhlfahrer.

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Mehrere Spielplätze, Trampoline und Volleyballfelder lassen keine Langeweile aufkommen. Der Strand ist sehr sauber, Seegras, Muscheln, etc. sind für mich einfach Natur. Der Strand ist leicht abschüssig, so dass man meterweit ins Meer hineinlaufen kann, bis einem das Wasser zumindest bis an den Knien steht.  Dieses macht den Badespaß für kleine Kinder perfekt.

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An der Promenade laden unzählige Bänke, Restaurants und Büdchen zum Verweilen ein. Mich beeindruckt jedes Mal wieder die Sauberkeit und ich finde, in der ganzen Stadt wird sehr großen Wert auf die Bepflanzung gelegt – hier am Strand blühen im Sommer unzählige Stock- und Wildrosen, Gräser, Wicken und Lilien – einfach herrlich (selbst die bepflanzten Verkehrsinseln sind der Hammer).

Wenn wir weiter auf der Promenade schlendern kommen wir an der Eckernförder Nixe vorbei. 1997 wurde diese 4m hohe Metallskulptur in Höhe des Ruderklubs aufgestellt.

Nixe 620x930 Stadtrundgang Eckernförde    Dörpslentern in Eckernföör

Es folgt die Stadthalle mit der Touristeninfo und unser „Lieblingsgrieche“ (mehr darüber natürlich später). Auf dem weiteren Weg gehen wir direkt am Meerwasser Wellenbad mit seiner großen Rutsche vorbei (siehe Ausflugstipps), gefolgt von dem kleinen aber sehr schön angelegtem Kurpark – welcher jedes Blumenfan Herz höher schlagen lässt. Zur 700 Jahr Feier wurde hier 2002 ein Kunstprojekt gestartet und dadurch „schwimmt“ im Park eine riesige Meerjungfrau, welche durch gekonnte Bepflanzung in Szene gesetzt wird.

Am Ende der Strandpromenade ist der DLRG Stützpunkt zu finden. In unmittelbarer Umgebung liegt ein Minigolfplatz, eine Eisdiele, ein Bootsverleih, das Hotel Seelust und die Strandküche (zu der später mehr). Wenige Meter weiter folgt der Hundestrand, welcher mit 150m nicht wirklich groß ist – aber dennoch viel Wert ist, da Hunde in der Saison an den anderen Strandabschnitten verboten sind. Im ganzen Stadtgebiet hängen überall „Schietbüddel“ Spender für die Hunde. Eckernförde würde ich als sehr Hundefreundliche Stadt einstufen und so sind Wassernäpfe vor den Geschäften ebenso selbstverständlich wie Hunde in Restaurants willkommen sind.

Nachdem Hundestrand spazieren wir einige Meter direkt an der Bundesstraße und Bahnnschiene lang, bevor wir die WTD erreichen, die mit ihrer auffälligen Mole und dem Gebäude im Wasser weithin sichtbar ist. Auch wenn von dort zu Erprobungszwecken Torpedos abgeschossen werden, so ist in der Bucht noch kein Schiff ungewollt versenkt worden.

WTD 620x465 Stadtrundgang Eckernförde    Dörpslentern in Eckernföör

Direkt anschließend liegt mein Lieblings – Strandabschnitt. Der Südstrand mit der angrenzenden Steilküste. Dieser Strandabschnitt ist selbst in der Hochsaison nicht zu überlaufen, sieht man mal von Großveranstaltungen wie Open Airs oder ähnlichem ab. Der Strand ist irgendwie natürlicher und geht Richtung Steilküste in eine Art Steinstrand über. Hier lässt es sich stundenlang mit gesenktem Kopf spazieren um nach interessant geformten Steinen oder hübschen Muscheln Ausschau zu halten, die regelrecht schreien „Nimm mich mit“. Zumindest bei den Muscheln kann ich nicht widerstehen, anders ist es mit den Steinen, welche hübsch dort bleiben, den Steine sind Küstenschutz.
Auch abends, mit einer schönen Flasche Rotwein, hat der Strand sein Flair und ist bequem in ca. 15 Minuten zu Fuß von der Stadt zu erreichen. Tagsüber steht ein kostenpflichtiger Parkplatz zur Verfügung. Der große, runde „Mangos Strand Pavillon“ erinnert noch an die Zeit, als hier der Eckernförder Campingplatz zu finden war. Heute gibt es hier laut unserer Jugend leckere Cocktails und öfters mal Livemusik.

Nun drehen wir um und es geht denselben Weg zurück bis etwa zu Stadthalle, wo wir nur wenige Meter weiter den Bummel durch die Fußgängerzone beginnen.

Fussgänger 620x930 Stadtrundgang Eckernförde    Dörpslentern in Eckernföör

In der kleinen, aber feinen Fußgängerzone findet man eigentlich alles was man braucht. Ich liebe es hier einzukaufen, da es neben den „größeren Ketten“ die hier im Kleinformat vorhanden sind, auch viele kleine individuelle Geschäfte gibt, kleine Lädchen in denen einfach der „nordische Wind“ weht., alles hat dort den nordisch – skandinavischen Touch, die Mode, der Dekokram oder auch Alltagsgegenstände sind hier einfach anders als bei uns im Süden (alles andere wäre auch schlimm). Es gibt natürlich viele Geschäfte mit Segelzubehör, aber auch Nichtsegler entdecken hier interessantes oder brauchbares.

Die dänischen Hot Dogs und Softeis findet man ebenso wie Döner oder Kaffeespezialitäten. Geschäfte sind ebenso an dem historischen Rathausplatz angesiedelt, auf dem mittwochs und samstags der Wochenmarkt stattfindet (Honigfans sollten hier unbedingt bei dem einheimischen Raps Honig zuschlagen). Am Ochsenkopf beginnt dann die Speicherpassage mit zahlreichen kleinen Geschäften zum Stöbern. Ein Blick in die Seitengässchen lohnt auf jeden Fall.

Ein besonderes Highlight wartet am Ende der Fußgängerzone, wenn man fast schon wieder den Hafen erreicht hat. Man sollte auf gar keinen Fall an dem Schild „Bonbonkocherei“ vorbeilaufen, denn im Hinterhof der Frau-Clara-Str. 22 befindet sich das Paradies für Naschkatzen www.bonbonkocherei.de In einer alten Räucherei aus dem Jahre 1830 entstand 2006 die Bonbonkocherei mit Schauküche und Spezialitäten Geschäft. Man kann hinter Glas verfolgen, wie die Naschereien entstehen und bekommt auch kleine Proben gereicht – es stehen über 100 Bonbonwalzen zur Verfügung! Im Verkaufsraum erwarten einen tausende Bonbons und Lollis in süß, salzig, Kräuter usw. Variationen in Fisch, Muscheln, Herzen, Perlen Form.  Wenn ich aus diesem Laden gehe (und das ist Pflicht) strahle ich jedes Mal wie ein Honigkuchenpferd und die zuhause gebliebenen freuen sich sehr über ein Tütchen selbst zusammengestellter Köstlichkeiten. Leider darf man dort nicht fotografieren…….

Bonbobkocherei 620x414 Stadtrundgang Eckernförde    Dörpslentern in Eckernföör

Zum Thema einkaufen sei noch das Fischgeschäft „Meergold – Rehbehn & Kruse“ am Jungfernstieg erwähnt. Ein Eldorado für Schuppentierfans. Fischbrötchen werden nach Wunsch frisch belegt, es gibt ein paar Sitzgelegenheiten und einen Mittagstisch. Fisch in allen Variationen lädt zum Mitnehmen ein. Für daheim wird er auch für die lange Reise frisch verschweißt, aber dennoch sollte man die Kühlbox nicht vergessen.

Selbst in großen Supermärkten ist das Sortiment natürlich auf „Norden“ ausgerichtet – und somit haben wir hier den Vorteil etliches zu bekommen, worauf wir im Süden verzichten müssen. Und so ist unser Auto auf der Heimfahrt auch mit diesen Einkäufen, wie Katenschinken, Fisch, dänische Remoulade, dän. Mohrenköpfe, Aquavit, usw. stets voll beladen.

Nachdem wir jetzt ausgiebig geshoppt haben darf in dem kleinen Rundgang natürlich nicht die Eckernförder Altstadt fehlen. Sie war der traditionelle Wohnort der Fischer und dadurch natürlich Standtort vieler Räuchereien, die lange das Stadtbild geprägt haben. Im 19. Jahrhundert war Eckernförde einer der führenden Räucherstandorte der westlichen Ostsee. Spuren der Vergangenheit findet man überall, wenn man durch die engen Gassen schlendert.

Sehr idyllisch sind z. B. der Kattsund oder die Fischerstraße. Mit den bunten kleinen Häuser, den liebevollen Details und der schönen Bepflanzung fühlt man sich in die Vergangenheit zurückversetzt. Die Alte Fischräucherei in der Gudeverdstraße erwacht momentan zu neuem Leben.

Wer mag betrachtet sich das alte Rathaus von 1560, das heute ein Museum und ein Restaurant beheimatet. Von dort sind es nur ein paar Schritte zur St Nicolai Kirche aus dem späten 12. Jahrhundert, mit ihrem hochbarockenem Eichenaltar.

Etliche Wohn- und Geschäftshäuser mit Renaissancegiebel aus dem 15 / 16. Jahrhundert sind in der ganzen Stadt verstreut.  Ältestes Gebäude der Stadt dürfte die Borbyer Kirche sein. Deren Baubeginn schätzt man so um 1150.

 

Heimathafen Eckernförde

Eckernförde ist in vielerlei Hinsicht mein Heimathafen. So wurde ich da geboren, getauft, habe dort segeln gelernt und bei der Marine gearbeitet. In all den Jahren hat sich Eckernförde sehr verändert.
Ich liebe es aber immer noch in dieses Städtchen zurück zu kehren. Sicherlich hat der Strukturwandel der abziehenden Marineeinheiten zu einer „Veralterung“ der Bevölkerung geführt, es sind viele Arbeitsplätze verloren gegangen und viele junge Menschen sind weggezogen um in strukturstärkeren Regionen bessere Jobs zu finden, so wie ich auch. Dennoch hat Eckernförde, wie ich finde, diesen Umbruch gut überstanden und so entstand in der ehemaligen Kaserne der Fernmeldeschule ein ganz neuer Stadtteil Carlshöhe.
Über die Gestaltung des Hafens kann man, wie Sonja schon sagte, geteilter Meinung sein. Fakt ist sicherlich, dass der „alte“ Hafen mit seinen alten Schienenanlagen und Schuppen unansehnlich und nicht mehr zeitgemäß war. Ob es so moderne, teils futuristische Bauten sein müssen weiß ich nicht. Sicher haben sie das Stadtbild sehr verändert. Vielleicht hätte es was gegeben, was sich besser in das bestehende Stadtbild eingegliedert hätte.
Auch in der Fußgängerzone hat sich einiges getan. So hatte Eckernförde immer kleine, hübsche, ausgefallene Lädchen. Aber auch hier ziehen immer mehr Ketten ein und die kleinen Geschäfte sterben eines nach dem anderen Weg. Ich würde mir wünschen, dass das nicht so weitergeht und die Fußgängerzone ihren Flair behalten kann.
Mit dem Projekt „Nooröffnung“, welches ebenfalls sehr umstritten ist, wird sich die Innenstadt und der hintere Hafenbereich komplett verändern. Ich bin gespannt, ob dieses Maßnahme so durchgezogen wird, und ob sich dieser Bereich zum Guten oder doch eher zum schlechten weiterentwickeln wird.

Ich denke es bleibt spannend, wie es mit meinem Heimathafen weitergeht, aber einmal Eckernförder – immer Eckernförder.
[Stefan]

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1 Comment

  • Reply Julien Wermann 2. Oktober 2017 at 15:03

    Sehr geehrte Frau Reich,

    wir haben vor 3/4 Jahren das Segel bei der Hafenspitze in Eckernförde entwürft, geplant und montiert.
    Ich habe in ihren Artikel über Eckernförde ein schönes Foto von diesen Segel gefunden.
    http://weltgeblickt.de/wp-content/gallery/Hafenspitze/Eckernf%C3%B6rde-2016-06-26_12-59-29-001.jpg
    Wäre es möglich dieses Foto in unsere Broschüre und auf unsere Web Seite zu verwenden?
    Wenn ja, haben sie dieses Foto in höhere Auflösung. Und hätten sie anderes gutes Foto von Segel?

    Mit freundlichen Grüßen

    Julien Wermann
    Projekt Manager und Designer

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