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Willkommen 47. – 3. Tag

30. Dezember 2016

Wiedermal war ich bereits um 5:00 Uhr wach und begrüßte mein 47. Lebensjahr.

Der Zorn von gestern Abend ist verraucht und ich freue mich einfach nur mal wieder an dem grandiosen Ausblick vom Balkon.

Der Wettergott schenkt mir strahlenden Sonnenschein zum Geburtstag und so machen wir uns nach dem Frühstück auf zu einem Tagesausflug auf eine uns noch unbekannte Insel der Lagune – Torcello, die Klosterinsel steht auf dem Programm. Mit dem fast leeren Vaporetto schippern wir via Burano nach Torcello. Mehrfach fragen wir uns an diesem Tag, warum wir diese Insel bis jetzt immer links liegen gelassen haben – denn es ist wirklich bezaubernd hier.

Und vor allem ruhig. Da es sehr früher Vormittag ist haben wir diese morbide Schönheit fast für uns alleine. Man fühlt sich fast in eine andere Welt versetzt. Der Charme und das Flair der Insel lassen sich kaum beschreiben.

Das zwischen dem 5 -6 Jahrhundert gegründete Torcello wuchs rasch zu einer blühenden Kolonie in der zeitweise bis zu 20.000 Menschen gelebt haben sollen. Doch mit Venedigs stetigem Aufstieg begann sogleich auch wieder der Niedergang der Insel. Heute soll Torcello gerade noch 25 Einwohner haben. Als einzigste Pracht ist nur noch die byzantinische Kathedrale und die Kirche Santa Fosca zu bewundern. Vom Vaporetto Anleger läuft man einem der letzten erhaltenen Kanäle in Richtung Inselmittelpunkt entlang. Einige Restaurants und Cafés laden zum Verweilen ein. Unter ihnen auch das Gourmet Restaurant „Locanda Cipriani“. Schnell erreicht man einen Platz mit einem riesigen, alten Olivenbaum und mehren alten Gebäuden, in welchem sich z. B. das Kirchen und Archäologie Museum befindet. Ebenso kann man z. B. den sogenannten Thron des Attila bewundern – einen aus Stein gehauenen Stuhl.

Zentraler Mittelpunkt ist natürlich die Kathedrale „Santa Maria Assunta“ aus dem Jahre 639 und die Kirche Santa Fosca aus dem 11. Jahrhundert, welche beide mit einem Säulengang verbunden sind.
Blieb in der Kirche der Wow – Effekt aus, standen wir in der Kathedrale mit offenem Mund und Stefans Kirchenhusten da. Die gesamte Westfront ist bedeckt von einem riesigen Mosaik, dass das Jüngste Gericht darstellt. Da die Sonne noch immer scheint, wird das Gold wahrlich angestrahlt – es ist eine unsagbar schöne und eine wahnsinnige Arbeit.

Weitere Besonderheiten des Gotteshauses sind eine so genannte Altarschranke, mit der im Mittelalter der Altarraum vom Gemeinderaum getrennt wurde. Des Weiteren ist ein Bischofsthron, welcher über mehrere Stufen zu erreichen ist – also erhöht steht – zu erkennen.

Die Mosaike der Kirche sind ihr wertvollster Bestandteil. Die Datierung und der Erhaltungszustand sind aber sehr unterschiedlich. Das zentrale Madonnen und Apostel Mosaik wird auf das 12. / 13. Jahrhundert datiert. Es ist wundervoll anzusehen und zu gerne hätten wir Details fotografiert, anstatt wieder aus der Hüfte raus zu knipsen, was sich bei der totalen Videoüberwachung auch als nicht sehr einfach erwies. Selbst die Seitenschiffe der Kirche haben jeweils ihr eigene Apsis mit Mosaiken, In einem römischen Sarkophag sollen sich die sterblichen Überreste des heiligen Heliodorus befinden. Alles was wir zu sehen bekommen ist sehr beeindruckend.

Wir entscheiden uns auch auf den Campanille zu steigen und sind sehr überrascht keine Treppen, sondern eine Art Rampe vorzufinden – die wir uns ächzend hinaufschieben.  Oben angekommen werden wir belohnt – welch grandioser Aus- und Rundblick über die Lagung, die Inseln bis Venedig und das bei strahlendem Sonnenschein im November. Kaiserwetter zum Geburtstag – Dankeschön.

Wieder unten angekommen spazieren wir etwas durch die Anlage, entdecken weitere alte Schönheiten, wie z. B. einen kleinen Rebengarten.
Als wir zum Anleger schlendern kommen uns bereits Massen an Touristen entgegen – was hatten wir doch wieder für einen guten Zeitplan.

Wir entscheiden uns spontan auf dem Rückweg noch einmal über die schöne, bunte Insel Burano zu schlendern, da wir hier eh umsteigen müssen. Hier ist es bereits brechend voll und man wird fast durch die engen Gassen geschoben, vorbei an den quietsch bunten Fischerhäusern und unzähligen Geschäften, die die bekannten, aber sehr teuren Burano Spitzen anbieten.

Ziemlich k.o. lassen wir uns direkt an einem Kanal nieder und genießen mal wieder einen Aperol und sehen dem bunten Treiben in dem fast unrealistischen Örtchen zu. Die Einwohner können einem fast leid tun, diesem Trubel hier ausgesetzt zu sein.

Unsere Köpfe sind voll mit Eindrücken, als wir das Vaporetto Richtung Venedig besteigen – welch schöner Tag… aber er geht ja noch weiter, denn bereits gestern hatten wir ja ein Dinner im Hotel gebucht.
Da wir ja aber zum Glück heute früh so rechtzeitig los sind, haben wir noch etwas Zeit und so begebe ich mich auf die Suche nach der hoteleigenen Dachterrasse, von der in der Beschreibung der Unterkunft die Rede war – und ich werde schnell fündig. So hole ich noch schnell Stefan, bewaffne mich mit einer Flasche Rotwein und 2 Gläsern und so schaffen wir es noch den Sonnenuntergang zu erleben. Welch fantastischer Tag, der noch nicht zu ende ist….

 

Da das Foscari Palace über kein eigenes Restaurant verfügt, kommt das Catering vom Partner Hotel Pesaro Palace, gleich um die Ecke. In der Hotellobby sind schön gedeckte Tische aufgebaut und zu Einstimmung gibt es erst mal einen leckeren Prosecco und eine geniale Vorspeise in Form von gefüllten Teigtaschen. Als Hauptgang wählen wir einmal Fisch, einmal Steak, und teilen diesen wie immer. Dessertvarianten aus Obst, Eis und Mouse runden das ganze ab. Es ist alles sehr fein und lecker und ich genieße dieses Geburtstagsessen in vollen Zügen. Wenn man bedenkt, wie viel Geld wir die letzten Tage fürs Essen ausgegeben haben, ist dieser Abend hier direkt ein Schnäppchen, denn wir bezahlen pro Person inkl. Getränke gerade mal 40€ und der Höhepunkt steht noch bevor – denn es folgt eine abendliche Bootstour über den Canale Grande, welche mit zu dem Essen gehört – Jippie!!!!

 

 

Also laufen wir nach dem Essen zum Pesaro Palace. Schon beim Durchqueren dessen Garten und beim Betreten der Lobby wird klar, dass wir in einem Nobel Hotel sind. Eine superchicke Yacht, welche am hoteleigenen Anleger auf uns wartet, empfängt uns mit kuschligen Kissen, Decken und einem Amaretto in Kristallgläsern, sowie Maccarons und dezenter Musik. Und so schippern wir völlig entspannt in dunkler venezianischer Nacht den Canale Grande entlang, an allen wunderschönen in Lichtern getauchten Sehenswürdigkeiten vorbei, über den Canale Guidecca in gut 1,5 Stunden wieder zurück zum Hotel. Etwas durchgefroren sinken wir wenig später sehr glücklich in unsere Kissen und gleiten ins Land der Träume.

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