Ausflugstipp – Dänische Westküste

24. Juli 2016

Und wenn dann irgendwann die skandinavische Sehnsucht zu groß wird, hat man hier oben, am nördlichen Zipfel von Deutschland einen Vorteil:

Schwups ist man über die Grenze in Dänemark… das Land, dass ich von Kindheitstagen an liebe, ein Land mit soo viel Natur, Wind, Meer, netten Menschen und die so geliebte skandinavische Mentatlität – nicht zu vergessen, die dänische Bäckereien :-). Also dann los – folgt mir in das grenznahe Städtchen Ribe, etwa  2 Stunden Fahrtzeit von Eckernförde entfehrnt.

Ribe

Ribe ist die älteste Stadt Dänemarks, und das spürt und sieht man an allen Ecken – ein wunderbares feeling. Ca. 8200 Einwohner leben heute im ehemaligen Königssitz. Das gesamte Mittelalter hindurch, bis in die frühe Neuzeit war Ribe der wichtigste dänische Hafen an der Nordsee.
Von weitem sieht man bereits die drei Türme des Doms zu Ribe, der zwischen 1150 und 1175 erbaut wurde. Er ist die einzige fünfschiffige Kirche Dänemarks. Eine Turmerklimmung lohnt sich allemal, denn die Aussicht aus 52 Meter Höhe ist fantastisch.

Rund um den Dom findet man unzählige kleine, verwinkelte Gassen mit niedlichen, bunter Häusern und unzählige kleine Boutiquen. Für mich ist es jedesmal eine andere Welt.
In der Wikingerzeit war Ribe ein wichtiger Handelsplatz, vor 700 Jahren haben sie hier einen großen Marktplatz erschaffen. Im Musett Ribe Vikinger erfährt man alles rund um die Anfänge dieses Volkes und im Ribe Viking Center, einem großen Freilichtmuseum, kann man tausende Ausgrabungsfunde bestaunen. Wir hatten leider jedesmal Pech, als wir die zwei Museen besuchen wollten…. kein Zutritt für Hunde, Renovierungsarbeiten, Zeitmangel….. aber wir sind zuversichtlich, das es irgendwann klappt.
Von dem einst großen Hafen ist nicht viel übrig geblieben, ein paar Fischerboote, eine kleine Schleuse, das wars – fast könnte man dies beim Bummeln durch die Fußgängerzone übersehen, denn die vielen mittelalterlichen Fachwerkhäuser  und die Wassermühle sind durchaus interessant.


Das Kloster Ribe, mit Kirche und Kreuzgang zu besuchen, haben wir leider auch noch nicht geschafft, aber es soll sehr sehenswert sein und so steht es auch auf unserer Planungsliste für den nächsten Besuch in Ribe.
Die reizvolle Gasse Grønnegade sollte man mal entlang bummeln, wenn man wie ich dieses skandinavisch / nordische mag – unzählige Rosensträucher, Hortensien, sowie andere Blumen in den Vorgärten der Holzhäuser, lassen mich von einem Leben hier träumen….

Und noch drei Pflichtbesuche müssen sein, und zwar einem, in einer dänischen Bäckerei – Blätterteigstückchen heißt hier das Zauberwort – ein absoluter Gaumenschmauß. Der Zweite führt nebenbei zu einem dänische Hotdog (pølser) mit rohen Zwiebeln, süßsauren Gurken, dänischer Remoulade (völlig anders als unsere) und rotem Würstchen. Es ist einfach Kult und garnicht so einfach zu essen (visitdenmark – Hotdog aber richtig).
Zum Abschluss des Ribe Bummels darf dann natürlich das klassische dänische Softeis und viele Streusel nicht fehlen.

Etwa 40 km südwestlich von Ribe liegt die Insel Rømø, die ich schon als Kind sehr beeindruckend fand – diese Weite, der herrliche Strand – einfach einmalig

Rømø

Aber zuerst ein paar Fakten.  Rømø ist die südlichste dänische Nordseeinsel im Wattenmeer und liegt ca. 3 km nördlich von Sylt. Auf den 129 qkm leben 600 Einwohner (Touristen sind es dann doch dezent mehr). Mit dem Festland ist die Insel über den Rømødæmningen verbunden. Das größte Örtchen heißt Havneby im Süden der Insel, hier ist auch der Fährhafen der Rømø – Sylt Linie zu finden.
In Østerby sind noch Reste einer Burganlage aus dem 14. Jahrhundert zu sehen. Die genaue Funktion ist bis heute nicht geklärt, aber Historiker vermuten, dass die Anlage im Zusammenhang mit einer Verteidigungsanlage gebaut wurde.

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Im 16 Jahrhundert bekam die Seefahrt auf der Insel große Bedeutung, denn sie übernahm zeitweise die Funktion als Hochseehafen für Ribe, da den dortigen Hafen keine großen Schiffe passieren konnten.
Das heute noch veranstaltete Bikebrennen stammt aus dem 17 + 18 Jahrhundert, als der Walfang für großen Reichtum auf der Insel sorgte. Zu Hochzeiten stellte Rømø 40 Kommandeure dafür ab. Zum Abschied der Walfänger zündeten deren Frauen die Feuer entlang des Strandes an, um den fahrenden Männern noch lange sicheres Geleit zu geben.
Im kleinen Örtchen Juvre, im Norden der Insel kann man noch Reste eines Zaunes aus Walunterkieferknochen von 1772 sehen. Seit 1977 steht dieser unter Denkmalschutz.
Ein paar wenige wirkliche Sehenswürdigkeiten gibt es auf Rømø – grundsätzlich ist aber die Natur – der Kilometer lange Strand, der Favorit

  • Der Kommandeurshof ist ein reicher Erbhof in dem heute ein  Teil des dänischen Nationalmuseums untergebracht ist.
  • Toffum Skole – die kleinste und älteste Schule Dänemarks
  • Die im Jahre 1200 erbaute Rømø Kirke, mit mehreren kostbaren Votivschiffen im Inneren und einem Friedhof für Walfangkapitäne im äußeren Bereich.
  • Im Naturcenter Tønnisgård gibt es eine Ausstellung über das Wattenmeer, sowie Rømøs Kultur und Natur.
  • Die im 2. Weltkrieg entstandenen Bunkeranlagen können zum Teil im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Aber wie schon erwähnt ist hier auf der Insel der Strand das Highlight, denn er ist Nordeuropas breitester Sandstrand (Havesand im Süden + Juvresand im Norden). Bei Niedrigwasser ist er sagenhafte 4 km breit. Da der Sand sehr hart ist, ist er für Autos freigegeben, was ich sehr befremdlich finde. Hier trifft man unzählige Strandsegler, Buggykiter oder Menschen die Drachen steigen lassen.
Sogar die dänische Luftwaffe nutzt ihn ab und an als Flughafen, wie ein Youtube Video von Dänemarkfan schön zeigt.
[Stefan]
Auf der Pelle liegt man sich hier nicht, und das Gewimmel ist einfach herrlich anzusehen.


… tschüss, ich bin dann mal Muscheln sammeln…

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