Ausflugstipp – Freie und Hansestadt Lübeck

21. Juli 2016

Da wir in unseren Urlauben generell gerne etwas unternehmen, suchen wi uns ab und an auch ein paar Ausflugsziele raus, die vom eigentlichen Urlaubsort etwas weiter weg liegen.

Zu solchen Tagesausflügen brechen wir früh auf – kommen aber auch oft erst spät Abends zurück, denn Eile und Hast hat unserer Meinung nach nichts im Urlaub zu suchen. Einer dieser Ausflüge, bei denen sich das frühe Aufstehen definit gelohnt hat führe uns von Eckernförde in die 110 km weit entfernte freie und Hansestadt Lübeck. Sie hat etwa 215.000 Einwohner, die verteilt in 10 Stadtteilen auf etwa 214 qkm wohnen. Die mittelalterliche Lübecker Altstadt ist seit 1987 Unesco Welterbe und wird gerne als „Stadt der 7 Türme“ oder „Mutter der Hanse“ bezeichnet.

Die Innenstadt ist das touristische Herz Lübecks und liegt auf der Altstadtinsel zwischen Trave und Wakentiz. Auf einer kleinen Insel davor liegt z. B. das Holstentor – das Wahrzeichen der Stadt und beliebtes Fotomotiv.

Es ist ein altes Stadttor, welches die Altstadt nach Westen begrenzt. Das spätgotische Gebäude gehört zu den Überresten der Lübecker  Stadtbefestigungsanlagen und ist neben dem Burgtor das einzig erhaltene Stadttor Lübecks. Erbaut wurde das Tor 1478 und seit 1950 beherbergt es ein Museum. Umgeben ist es von einer Grünanlage mit einigen Skulpturen. Neben dem Brandenburger Tor, dem Kölner Dom und der Münchner Liebfrauenkirche ist es das weltweit bekannteste deutsche Bauwerk.
Auch wenn ich schon lange nicht mehr das Museum besucht habe, so habe ich es als sehr sehenswert in Erinnerung. Besonders die am Ende präsentierten spätmittelalterlichen Folterinstrumente hatten mich damals sehr fasziniert.
[Stefan]

Direkt über die Brücke sind alte historische Salzspeicher zu sehen und mit etwas Vorstellungskraft kann man vor seinem geistigen Auge das rege Treiben der Handelsleute von damals sehen.

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Solch eine große, geschichtsträchtige Stadt hat natürlich etliche schöne Kirchen zu bieten. So fanden wir z. B. die St. Marien Kirche, ihrerseits die dritt größte Backsteinkirche, mit ihren Doppeltürmen besuchenswert. Als Besonderheit im Inneren ist u. a. die Astronomische Uhr zu nennen. Die Uhr hat eine Kalenderscheibe , eine Scheibe mit den Tierkreiszeichen und einen Figurenlauf, darauf erscheinen täglich um 12:00 Uhr, acht Figuren, die für die christlichen Völker stehen und von Christus gesegnet werden. In einer Gedenkkapelle liegen, als Mahnmal für den Frieden, zwei zerbrochene Glocken, die in der Brandnacht 1942 fast 60 Meter in die Tiefe fielen. In der Sängerkapelle steht ein prächtiger vergoldeter Schnitzaltar aus dem Jahre 1444. Die Kirche bietet ein umfangreiches Programm an individuellen Führungen und Kirchenmusik an.
Der Lübecker Dom  wird im Internet hoch gepriesen, allerdings waren wir etwas enttäuscht, erwartet man doch bei dem Wort „Dom“ irgendwie etwas pompöses. 1173 wurde dieses Gotteshaus erschaffen, als die Stadt Lübeck gebaut wurde. Leider wurde dieses Gebäude, wie tausende andere auch, 1942 fast vollständig zerstört und erst wieder über die Jahre aufgebaut. Gerüste sind auch heute noch sichtbar. Trotz ihrer „Einfachheit“ sind einige Kunstschätze in der Kirche zu finden. Im hellen, lichtdurchfluteten Altarraum sieht man das sogenannte Triumphkreuz von B. Notke. Ebenso gibt es mittelalterliche Seitenaltäre zu bewundern. Laut Geschichtsbüchern sollen hier zeitweise 40 Altäre gestanden haben. Zwei große Marienfiguren stammen von 1450 und 1509.

Die dreischiffige romanische Kirche St. Petri wurde zwischen 1227 und 1250 erbaut und im 15. / 16. Jahrhundert zur fünfschiffigen Hallenkirche erweitert. Erst 1987 war der Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg abgeschlossen. Heute wird diese Kirche allerdings nicht mehr als Kirche, sondern als Veranstaltungszentrum genutzt.  Allerdings hat man nirgends eine bessere Sicht auf die Dächer von Lübeck, als auf der 50m hohen Aussichtsplattform

 

Natürlich hat Lübeck neben Kirchen auch noch anderes zu bieten – da wäre z. B. das Heilig Geist Hospital – ein Krankenhaus? – Ja, aber ein besonderes, es ist eines der ältesten Hospitäler Europas (erbaut 1286) und war noch bis in die 60er Jahre in Betrieb.


Es liegt mitten in der schöner Lübecker Altstadt, schon die Vorhalle ist mit gotischen Fresken verziert. Das Innere des Langhauses ist in winzige Kammern unterteilt.
In der Adventszeit bieten die Kammern Platz für einen der schönsten Handwerks- und Adventsmärkte
[Stefan]
Die Patienten des Hospitals hatten klosterähnliche Regeln zu beachten – dafür bekamen sie ihre Mahlzeiten und ab dem 17. Jahrhundert 8 mal im Jahr ein warmes Bad. Während der Reformationszeit wurde das Gebäude in ein Altenheim umgewandelt – so blieb es bis heute erhalten.

Wer in den Abendstunden noch in Lübeck ist, oder bereits zur Mittagszeit Hunger verspürt, dem Lege ich einen Besuch der Schiffergesellschaft ans Herz. In dem ehemaligen Gildehaus der Schiffergesellschaft, welches 1535 erbaut wurde und bis heute so erhalten ist, ist wohl eine der klassischsten Kneipen und Restaurants  der Welt zu finden. Neben der landestypischen Gastronomie, ist die Ausstattung im Inneren des Hauses einzigartig.
[Stefan]
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Bei unserem letzten Besuch in Lübeck haben wir es mal geschafft, an einer Rathausführung teil zu nehmen – was sich definitiv gelohnt hat, denn es gehört für mich zweifellos zu den schönsten deutschen Rathäusern. Schon von Außen, sowie der Vorplatz des Hauses, besitzen einen wunderbaren Charme. Im Jahr 1230 entstanden der Markt und die drei Giebelhäuser, welche über die Jahrhunderte erweitert wurden. Somit entstanden der Hansesaal für Sitzungen, der Tanzsaal für gesellschaftliche Ereignisse und der prächtige Audienzsaal. Grinsen mussten wir gleich am Anfang der Führung, als uns der Guide erzählte, warum die Türen zum ehemaligen Gerichtsaal verschieden sind. Freigesprochene Angeklagte konnten den Raum erhobenen Hauptes durch die hohe Tür verlassen – aber Verurteilte mussten mit gebücktem Haupt, durch die niedrige Tür, den Saal verlassen.

Im Inneren werden nun verschiedene zeitgenössische Stiele vereint. Die Führung dauert gut 2 Stunden und ist hoch informativ – für Kinder sicher zu viel Input….
Noch heute ist das Rathaus Sitz des Bürgermeisters und Versammlungsort der Bürgerschaft – und der Ort ist wohl kaum an Historie zu übertreffen.

Unbedingt einrichten sollte man es sich, um die Kaffeezeit in der Breite Straße 89 (gegenüber der Rathaustreppe) zu sein. Denn hier ist man im Marzipan Himmel!!!  Ein Stadtbesuch in Lübek, ohne den Besuch der Firma Nideregger? – Niemals – selbst ich, wo kein Marzipan mag, bin jedes mal aufs neue fasziniert vom Verkaufsraum, dem Showroom und erst recht von dem Cafe im ersten Stock.

Die Geschichte, wie das Marzipan vom Orient nach Lübeck kam, kann man sich im 2. Stock ansehen, ebenso wie die 12 lebensgroßen Figuren, ähnlich wie bei Madame Toussau, nur eben hier aus Marzipan. Wem das Paradies hier nicht reicht, hat ebenso Gelegenheit zu einem Fabrikverkauf in der Zeißstr. 1-7.

Wenn man sich auf der Sightseeing Tour in Lübeck zwischendurch einfach mal treiben lässt, entdeckt man abseits der üblichen Pfade, viele einzigartige enge Gassen und Gänge, ein Blick in die Hinterhöfe ist sehr zu empfehlen.  Diese eigene Welt entstand als die Hanse schnell wuchs, aber der Altstadthügel nicht mitkam. Im Mittelalter waren die Häuschen hier aus Holz und einstöckig, leider blieb keines davon erhalten. Aber auch deren Nachfolgebauten aus Stein sind meistens über 400 Jahre alt. Sie sind winzig und bunt, wie Puppenhäuser.

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Natürlich hat Lübeck auch unzählige Museen zu bieten. Erwähnt seien zum Beispiel das Buddenbrookhaus (Thomas Mann Haus), das Günter Grass Haus, das Theater Figuren Museum (das weltweit größte seiner Art), oder natürlich auch das Europäische Hansemuseum.

Wer immer noch nicht genug hat und noch eine Alternative zum shoppen sucht, besucht den Museumshafen mit der über 100 Jahre alten Drehbrücke. Hier liegen etwa 20 Tratitionssegler. Ostseetörns werden überall angeboten, auch lohnt sich eine der zahlreichen Travefahrten.

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