Balkonien und der Urwald Sababurg

21. Juli 2018

Zum Abschluss unserer Urlaubstage, erfüllten wir uns einen fotografischen Wunsch, denn schon ganz lange wollten wir den Sagen umwobenen Urwald am Fuße der Sababurg auch einmal betreten.

Geografisch liegt dieses älteste hessische Naturschutzgebiet etwa 25 km von Kassel im Reinhardswald.

Von den Autobahnen folgt man am besten der Beschilderung zur Sababurg/Tierpark, über die K55 und dem Ort Beberbeck gelangt man auf den Waldparkplatz „Drecktor“, und steht sofort mitten im 92 Hektar großen Urwald-sicher auch der einzige weltweit mit eigener Bushaltestelle.

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Die Bezeichnung „Urwald“ ist aber dennoch verwirrend, denn es handelt sich eigentlich um einen alten Hutewald, der im vorherigen Jahrhundert zur Viehhaltung genutzt wurde. Durch die Weiden gab es lichte Wälder mit wenig Unterholz. So konnten die wenigen Bäume ungehindert wachsen. Seit etwa 100 Jahren gibt es nun keinen Viehbetrieb mehr und der Wald wird sich selbst überlassen. Zu finden sind deswegen uralte Eichen, bis zu 800 Jahre alte Buchen und Lichtungen mit Adlerfarnen die nicht selten 2 Meter hoch sind. Jede Menge „Baumruinen“ und viel Totholz sind ebenso zu finden.

Im Wald gibt es unterschiedlich lange Rundwege von 1, 4, und 8 km Länge. Diese sind sehr gut beschildert und gut begehbar, an manchen Stellen sind sie mit Bohlenstegen versehen. 1967 wurden hier im Wald 133 verschiedene Pflanzenarten, und 253 diverse Insekten gezählt. Das Gebiet ist bekannt für sein hohes Hirschkäfer Vorkommen.

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Wir hatten uns für den mittleren Rundweg entschieden, brauchten für ihn wegen unzähliger Fotomotive 5 Stunden (!) und sind lediglich 5 Personen begegnet.

Wenn man mit wachen, interessiertem, fotografischen Auge im Wald entlang geht, findet man jeden Meter eine neue Herausforderung, ein neues Motiv und etwas zum staunen… und es wird einem bei jedem Schritt bewusst, wie vollkommen und einzigartig die Natur ist. Wir persönlich wurden ganz still, leise und ruhig, man hörte nur immer wieder das klicken des Auslösers ….

Man kam sich wirklich vor wie in einem Märchenwald, sobald die Sonne etwas durch die Wolken blitze veränderten sich die Szenarien sofort und man vergaß wirklich Zeit und Raum um sich herum. Und es war überhaupt nicht schade, dass es ab und zu nieselte, denn die Marko Aufnahmen wurden dadurch noch vielfältiger.

Am Ende des Tages waren wir aber zugegebenermaßen platt wie unsere Füße und ich hatte tatsächlich eine Blase am Daumen vom hoch und runter schrauben des Statives J aber das hat sich alles gelohnt … ein Traumhafter Ausflug in einer in Mitteleuropa einzigartigen Natur, die jeder mal gesehen haben sollte!

 

Balkonien erwartete uns bereits, vollgeladen mit wundervollen Eindrücken aus einer tollen Urlaubswoche mit Zielen mehr oder weniger um uns herum. Alle auf ihre Art sehenswert …. denn wie heißt es so schön…. warum in die Ferne schweifen – das Gute liegt so nah!

Anmerkung Fotografieren im Wald

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Das Fotografieren im Wald ist nicht immer ganz einfach. Zum einen gilt im Wald besonders die räumliche Gestalltung, zum anderen haben wir dort mit sehr großen Kontrasten und langen Belichtungszeiten zu kämpfen.

Die Hohen Kontraste sind natürlich bei starkem Sonnenlicht am stärksten. Daher empfiehlt es sich schon am frühen Morgen, oder gegen Abend den Urwald fotografisch zu besuchen. Vielleicht so 1-2 Stunden vor Sonnenuntergang. Oder man hat einfach Glück und erwischt wie wir einen trüben, regnerischen Tag. Der zeitweise leichte Regen war im Wald nicht zu merken und die satten Grünfarben kamen besonders gut rüber..

Auch gehört ein Stativ zur Standardausrüstung. Wie gesagt, wir wollen ja die räumliche Gestaltung darstellen und müssen daher, auf Grund der Tiefenschärfe, unser Objektiv abblenden. Um nicht mit zu hohen ISO Zahlen zu arbeiten, empfiehlt sich auf jeden Fall das Stativ. Dann sind Belichtungszeiten von 30 Sekunden kein Problem. Und weil ich gerade bei der Ausrüstung bin. Wir haben mit 2 Kameras und mit 2 Objektiven fotografiert. Zum einen ist natürlich ein (Ultra)Weitwinkel unverzichtbar, zum anderen haben wir für Detailaufnahmen ein 100mm Macro Objektiv verwendet. 

Aus fotografischer Sicht kann ich den Urwald Sababurg nur empfehlen und wir werden bestimmt noch einmal zu einer anderen Jahreszeit hinfahren. Von den oft beschriebenen Besucherströmen war wie gesagt nix zu merken. Auch steht der Tierpark Sababurg noch auf unserer Liste, den es gilt das nächste mal noch zu besuchen. 

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