Balkonien und die Seefahrt ….

20. Juli 2018

Um wenigstens einmal an unseren Urlaubstagen, dass Element Wasser um uns herum zu haben, war unser nächstes Ziel der Edersee, welcher auch schon länger auf unserer Ausflugs Liste stand.

Edersee

Ausgerechnet heute war es etwas kühler, der Himmel wolkenbehangen und sehr windig- aber gut, wir lassen uns die Laune nicht verderben …. Denn schließlich ist eine Seefahrt ja lustig. Der Edersee liegt mitten im Naturpark Kellerwald, ist insgesamt 27 Kilometer lang und somit einer  der größten Stauseen Europas. Seine Wassertiefe beträgt im Durchschnitt 42 Meter.

Am See kommt jeder auf seine Kosten, die Möglichkeiten zur Freizeitbeschäftigung sind vielfältig, Wassersportler und Naturliebhaber haben ein tolles Areal um sich, und Angler, Taucher oder Seegler finden ein Paradies vor. Die Edertaalsperre wurde von 1908 bis 1914 erbaut, um der Schifffahrt auf der Weser und auf dem Mittellandkanal  im Sommer ausreichend Wasser zu zuführen – heute dient die Sperre aber auch dem Hochwasserschutz und zur Stromerzeugung. Bei Vollstau beinhaltet der See knapp 200 Millionen Kubikmeter Wasser und liegt dann ca. 245m über NN.

Als die Staumauer gebaut wurde, verloren 700 Menschen ihre Heimat, denn 3 Dörfer mussten abgetragen werden und versanken anschließend. Wenn im Herbst Niedrigwasser herrscht kann man noch Teile des sogenannten „Edersee Atlantis“ entdecken. 300000 Kubikmeter Bruchstein wurden in diesem imposanten, 47m. hohen Bauwerk vermauert. Am oberen Teil misst die Mauer 400 m. Länge und 6m. Breite – am Sockel 270m. Länge und 36m. Breite.

1943 griffen Flieger der britischen Armee die Mauer an, ein 70 auf 20 m. großes Loch entstand und 160 Mio. Kubikmeter Wasser schossen ins Tal und brachten Tod und Leid. Aber bereits im selben Jahr, wurde die Lücke durch Zwangsarbeiter wieder geschlossen. Von 1990 bis 1994 wurden an der Staumauer große Sanierungsarbeiten getätigt, die die nächsten 100 Jahre sichern sollen.

Auf der Mauer befindet sich ein kleines Info Center in dem auch Führungen gebucht werden können, sowie ein Museum am Mauer Sockel. Nach Einbruch der Dunkelheit wird die Staumauer mit 39 bunten LED Scheinwerfern illuminiert…. Soviel zur Historie und den wichtigsten Informationen….

Da das Wetter wie gesagt ziemlich unbeständig war, entschlossen wir uns kurzerhand, auf See zu stechen und kauften uns Tickets für die 2 stündige große Rundfahrt für 12.- Euro pro Person. Aber es sind auch kürzere Fahrten oder Themenfahrten im Angebot der Rederei. Da die Routen dem Wasserstand angepasst werden, sollte man sich entweder überraschen lassen J oder sich vorab unter www.personenschifffahrt-edersee.de über den Fahrplan informieren.

Die Fahrt war eine klassische Angelegenheit, durch Lautsprecheransagen bekommt man einige Informationen über den See und die Staumauer, und an Bord ist ein Mittagstisch sowie Kaffee und Kuchen etc. erhältlich. Um ehrlich zu sein, hat mich die Fahrt nicht vom Hocker gehauen, was allerdings auch daran liegen könnte, dass auf dem See nicht viel los war … allerdings hat man eine tolle Perspektive um auf Schloss Waldeck zu blicken.

Rund um den See gibt es unzählige Freizeitangebote, ein Baumwipfelpfad, ein Kletterwald, ein Tierpark, ein Wasserfun Park usw. usw., von uns wurde davon aber keines mehr besucht, denn wir wollten uns auf den Weg zur Burg Waldeck machen.

Abschließend würde ich sagen, dass es ganz nett ist am Edersee, aber nicht mehr und nicht weniger. Man sollte ein bisschen was um den Seebesuch herum einplanen, sonst wird es schnell relativ langweilig. Aber an Angeboten mangelt es diesbezüglich ja nicht, und evtl. Waren wir aufgrund des Wetters nicht wirklich objektiv, aber bei uns kam irgendwie keine leichte lockere Sommer See Stimmung auf.

 

Schloss Waldeck

Vom Edersee aus, hatten wir ja schon eine tolle Perspektive hoch zum Schloss Waldeck, aber wir liesen es uns natürlich nicht nehmen, das Prachtstück auch noch von der Nähe aus anzusehen.

200 Meter über dem See steht das Schloss, welches eigentlich eine Burg ist als Stammsitz des Grafen von Waldeck, der hier bis ins 17. Jhd. residierte. In diesen ganzen Jahrhunderten hatte die Burg diverse unterschiedliche Zwecke zu erfüllen, so war sie Festung, Kaserne und Frauengefängnis. Auf der Altane, der großen Aussichtsterrasse hat man einen gigantischen Blick auf den Edersee, den Nationalpark Kellerwald und seine umliegenden Berge. Ebenso einen nachgebauten Pranger und zwei Kanonen von 1862 aus Lüttich, sind auf der Terrasse zu sehen. Auf der Burganlage gibt es einen dreigeschossigen, 3 Meter dicken Bergfried, welches als ältester Teil der Burg vom Ende 13. Anfang 14. Jhd. betitelt wird.

Heute wird die Burg als gehobenes Hotel und Restaurant genutzt. Es gibt ein Museum, und mit einer Führung für 6,50 Euro, kann man sich das Innenleben der Burg betrachten, ebenso kann man in der Ausstellung „ Hinter Schloss und Riegel“  viele Exponate aus der damaligen Folterkammer sehen. Vom Örtchen Waldeck West gibt es die Möglichkeit, mit einer kleinen Gondelbahn hoch auf die Burg zu gelangen. Oder man fährt wie wir, bequem mit dem Auto auf den Parkplatz direkt unmittelbar unter der Burg. 

Da wir am nächsten Tag unseren letzten Urlaubsausflug in der Nähe der Sababurg verbringen wollten, übernachteten wir in einem kleinen netten Hotel in Hofgeismar und verzichteten somit auf einen lauen Abend auf Balkonien und ließen es uns stattdessen bei Schafskäse und Tzatziki im Griechenland um die Ecke gut gehen – Jamas.

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