Balkonien und seine Umgebung

17. Juli 2018

Wie bereits letztes Jahr, war uns auch in diesem der Urlaubsgott nicht wirklich hold. Durch gesundheitliche Gründe bei Stefan mussten wir leider unseren gebuchten Urlaub in den österreichiche Hochtauern und gebuchtem Fotoworkshop mit Gemsen und Murmeltieren stornieren und uns in flachen Gefilden herumtreiben.

Last Minute haben wir irgendwie nichts passendes gefunden und so entschieden wir uns ein bisschen im schönen Hessen herum zu fahren und das ein oder andere, „was man sich schon immer mal ansehen wollte“ eben anzusehen.

Ich muss dazu sagen, dass ich eine Liste/Ordner habe, in dem ich alle interessant scheinenden Ausflugsziele anhand von Prospekten, Zeitungsausschnitten oder Internet Ausdrucken sammle – nach Entfernungen sortiert. Das hat den Vorteil, wenn man mal spontan sein möchte oder eben muss wie in unserem „Sommerurlaubs Fall“ , man ruck zuck Ideen parat hat, ohne länger nachdenken zu müssen.

So nehmen wir Euch also diesmal mit auf eine Reise rund um unser Balkonien …..

 

Die Burg Eltz

Für unseren ersten Tagesausflug verlassen wir Hessen ganz knapp und fahren ins schöne Rheinland Pfalz, ins Eifelgebiet. Dort liegt mitten im Tal der Eltz, 320 Meter hoch die Höhenburg Eltz. Diese prächtige Burg wurde im 12. Jhd. zur Sicherung des Handelsweges Mosel/Maifeld/Eifel errichtet. Besonders zu erwähnen sei hier, dass die Burg vollständig erhalten ist, da sie nie gewaltsam erobert wurde.

Da die Burg auf einem eliptichen Felsenkopf erbaut wurde, entstand teilweise ungewöhnliche Grundrisse der Räume. Nach und nach wurde die Burg erweitert, die sogenannten Rodendorfer Häuser kamen von 1490-1540 dazu, und in den Jahren 1604-661 wurden die Kempenichen  Häuser erbaut. Die drei Eltzer Familienstämme lebten auf engstem Raum, unter anderem in 8-35 Meter hohen Wohntürmen. 

Eine Restauration der Burg erfolgte von 1845-1888 und von 2009-2012 wurde die Burg für 4,4 Millionen Euro grundlegend saniert. Beachtlich ist auch, dass die Burg seit 800 Jahren im Besitz der Familie Eltz-Kempenich ist. Der heutige Besitzer wohnt in Frankfurt, und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Burg der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, die Substanz zu sichern und  sie einmal der 34. Generation zu überreichen. Einst zierte das Abbild der Burg den alten 500.- DM Schein und ist somit zumindest der älteren Generation ein Begriff. Wir folgten an diesem Tag den im Internet angegebenen Fahrtweg über die Ortschaft Wirschem und gelangten direkt auf den Burg eigenen Parkplatz (2.- Euro), nun hatten wir die Wahl, entweder mit dem Shuttle Bus ( 2.- pro Person und Fahrt) zur Burg zu gelangen oder den ausgeschilderten 1,3 km langen Wanderweg (angegeben mit 15 Minuten) zu nehmen.

Wir entschieden uns für den Fußweg. Über einen schönen Waldweg vorbei an bizarren Schiefer Formationen und herrlichen Wildblumen und knorrigen Bäumen gelangt. An jeder Lichtung erwartet man den Anblick der Burg, aber es dauert doch etwas länger, als die angegebenen 15 Minuten , gerade wenn man gemütlich läuft und hier und da stehen bleibt um die Natur zur bewundern und zu fotografieren. Aber dann war es bald soweit und wir konnten die Burg Eltz erblicken, und die ist wirklich sehr imposant, viele sagen zu Recht es ist „ der Inbegriff einer Burg“.

 

Da wir früh am Morgen gestartet sind, hält sich der Besucherandrang in Grenzen. Wir entschieden uns für eine Führung, die etwa alle 15 Minuten in div. Sprachen losgeht und ca. 40 Minuten dauert. Der etwas hohe Preiß von : Erw.10.- Euro Schüler/Studenten/Behinderte 6,50 oder Familienkarte 28.- Euro ist wirklich gerechtfertigt. Die Führungen finden von April-November von 9.30 -17.30 Uhr statt. Da man allerdings etliche Treppen steigen muss und eine größere Distanz im allgemeinen läuft, können wir die Führung für leider nur für Menschen empfehlen, die gut zu Fuß sind. Die Führung führte uns zuerst durch die Waffensammlung und den Salon, danach durch Schlafräume mit einem Bett von 1520 , durch das Kaminzimmer, den Rittersaal, das Kinderzimmer mit einem Renaissance Bettchen von 1525 und zum Schluss durch die Küche. Insgesamt kann man Einrichtungen aus 8 Jahrhunderten bewundern. Alles wurde uns sehr genau und gut erklärt, es wurde nicht langweilig und alle Fragen wurden gerne erläutert.

Der Preiß der Führung beinhaltet auch den Besuch der Schatzkammer auf eigene Faust. Sie beinhaltet Porzellan, Uhren, Gold, Schmiedekunst und eine Glassammlung.

Wer auf der Burg einkehren möchte, hat die Auswahl zwischen zwei Selbstbedienungsrestaurants der Ober und Unterschänke. Ein kleiner Burg Shop ist auch vorhanden.

Auf dem Rückweg gönnten wir uns an diesem heißen Tag den Service des Shuttle Busses. Alles in allem war dies ein schöner Tagesausflug, und dem Resume, dass man die Burg Eltz auf jeden Fall einmal gesehen haben sollte – und ein tolles Fotomotiv ist sie allemal!

 

Da es noch früh am Tag war, überlegten wir, was wir mit dem Rest des Tages anfangen könnten.

Kurzerhand entschieden wir uns, gemütlich an der Mosel entlang zu fahren. Es war schon sehr beeindruckend die schrägen Hanglagen der Wingerte zu sehen, kaum vorstellbar, welch harte Knochenarbeit es sein muss, dort tatsächlich zu arbeiten….

Unser nächstes Ziel war die Stadt Cochem, diese ist Deutschlands zweit kleinste Kreisstadt mit gerade 5000 Einwohnern.

 

Cochem

100 Meter hoch über der Mosel thront dort die höchste Höhenburg am Fluss: die Reichsburg. Diese stolze neugotische Burg hat eine bewegte Geschichte hinter sich ( für Interessierte siehe www.burg-cochem.de )in einem Satz zusammengefasst :erbaut wurde die Burg etwa im Jahre 1000, zerstört 1689,von 1874-1877 wieder errichtet und seit 1978 im Besitz der Stadt Cochem.

Dieses mal entschieden wir uns sofort für den Shuttle Bus, der vom Bahnhof beginnend, quer durch die wunderschöne Altstadt Cochems bis zum Burg Parkplatz fährt ( dieses pro Person hin und zurück für 4.- Euro),von dort ist es ein kleiner aber steiler Fußweg zur beeindruckenden Burg mit ihrer Mauerstärke von 3,50 Metern. Das Areal ist nur mit einer Burgführung zu besichtigen. Diese dauert etwa 40 Minuten und findet von März bis November immer von 9-17 Uhr im halbstunden Takt statt. Die Kosten belaufen sich auf 6.- Euro pro Person, 3.- für Kinder, Schüler und Studenten bezahlen 5.- Euro und eine Familienkarte wird für 16.- Euro angeboten.

Wir hatten Glück, und unmittelbar nach Ankunft fing eine neue Führung an. Ein gewandeter Holländer führte uns in die Burg Historie ein, führte uns gewitzt und wissend durch den Rittersaal, das Jagdzimmer, Speisesaal und die Kemenaten, immer auf Kuriositäten hinweisend. Auch in den Außenanlagen wurden viel erklärt und am Burgbrunnen vorgeführt wie tief er ist.

Besucher, die der deutschen Sprache nicht mächtig waren, hatten die Möglichkeit alles auf Infoblättern nachzulesen. Alles in allem eine runde kurzweilige Sache mit viel Input, was aber auch daran liegen könnte, dass es ja unsere zweite Burgführung an diesem Tag war! Positiv hat uns hier überrascht, dass das Fotografieren in den Räumen erlaubt war. Über die Mauern hat man an jeder Stelle einen gigantischen Ausblick auf die Mosel, allein das ist schon lohnenswert. Wer möchte kann sich in der Burgschänke niederlassen oder im Shop mit Souvenirs versorgen.

In regelmäßigen Abständen finden auf der Burg auch Rittermahle, Ritterspiele und der Weihnachtsmarkt statt. Ebenso gibt es ein Standesamt auf der Burg.

Die Stadt Cochem hat noch sehr viel an Sehenswürdigkeiten zu bieten, aber die Hitze zollt ihren Tribut und unsere Köpfe rauchen vor Burgen Input J … so laufen wir nur kurz und zügig durch die wundervolle Altstadt mit ihren Fachwerk und Giebelhäusern, sehen den schönen Marktplatz mit dem Martinsbrunnen und das barocke Rathaus von 1739. So vieles wäre noch zu sehen, das Kapuzinerkloster, Reste der alten Stadtmauer, den Endertor Turm, die Sesselbahn zum Pinner Kreuz oder die alte Senfmühle, um nur ein paar Sachen zu nennen….

Wir setzen uns kurz an die Mosel zu den Enten und lassen den Tag Reveu passieren und sind uns schnell einig: für heute reicht es ….. auf nach Balkonien !

 

1 Comment

  • Reply jackjones1337 19. Juli 2018 at 00:57

    Hallo Stefan! Ich mag Ihre Fotos, sie senden die Atmosphäre dieses Ortes. Sehr gute Arbeit 🙂
    LG Jack

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