Der Pott – Teil 4: Superlative…..?

17. November 2017

Da wir tatsächlich immer noch nicht genug von Industrie, Stahl und Schmutz haben, machen wir uns auf, um die Zeche Zollverein in der Nähe von Essen zu besuchen. Leider ist die Beschilderung sehr schlecht und wir haben zu Anfang etwas Angst auf Grund der Größe den falschen Parkplatz gewählt zu haben – wir haben aber Glück und parken perfekt. Uns wird heute von Petrus wieder ein goldener Herbsttag geschenkt.

Überall findet man kleine Infopoints und freundliche Mitarbeiter, die einem gerne weiter helfen. Da wir im Vorfeld gehört haben, dass man nur mit Führungen in Teile der Gebäude rein kommt, wollen wir an einer solchen teilnehmen. Wir werden aber in dem Besucherzentrum auf den späten Mittag vertröstet, da die nächsten Führungen, welche ca. 2 Stunden dauern, alle ausgebucht sind. Was solls – dann gehen wir halt erst mal auf eigene Faust los – so unser Plan.

Doch zuvor, wie immer, erst mal ein paar geschichtliche Eckdaten und Fakten.
Die Zeche Zollverein ist ein Meisterwerk der Bergwerks Architektur, ein komplett erhaltenes Gesamtkunstwerk und gilt als schönste, größte und leistungsfähigste Zeche der Welt. Etwa 1,5 Millionen Gäste besuchen jährlich den ca. 100 ha großen Ergebnisraum, der in 3 Areale aufgeteilt ist. Areal A: Schacht XII, B: Schacht 1,2,8 C: ist die Kokerei.

Wenn man, wie wir, auf dem Parkplatz A parkt, dann steht man zentral und nahe an dem Visitorcenter, welches Treffpunkt für zahlreiche Führungen ist. Ebenso findet man hier eine Eventlocation und das Museum, welche sich in 60m Höhe in der ehemaligen Kohlewäsche befinden und über eine verglaste Rolltreppe zu erreichen sind.  

Die Zeche Zollverein ist von 6:00 – 24:00 Uhr geöffnet und kostet keinen Eintritt. Lediglich die Führungen, das Museum und der Zug und die Busse, die über das Gelände fahren kosten ein paar Euro – die sehr gut investiert sind.

Es gibt im gesamten Areal einige Möglichkeiten zum einkehren, verschiedene Ateliers und Werkstätten, sowie Shops. Umfassende Infos findet man auf zollverein.de

Hier eine klein, kurze Chronik dieser Zeche.

  • 1834 wird das erste mal die Mergelschicht durchstoßen und somit werden die Weichen für die Zeche gestellt.
  • 1851 Beginn der Kohlförderung
  • 1890 wurden bereits 1 Million Tonnen Steinkohle zu Tage gebracht. Somit was das Bergwerk mit der Zeche jene mit der höchsten Jahresfördermenge in Deutschland
  • 1890  – 1918 erfolgte ein großer Ausbau
  • 1926 ist die Zeche Zollverein die zweitgrößte der Welt
  • 1932 nach einer Krise beginnt in diesen Jahren die Förderung in Schacht XII – der damals größten Steinkohleförderanlage der Welt, mit einer täglichen Fördermenge von 12.000 Nettotonnen Kohle.
  • 1961 wird die Zentralkokerei in Betrieb genommen.
  • 1986 durch den Strukturwandel werden alle Förderanlagen stillgelegt und die gesamte Zeche unter Denkmalschutz gestellt.
  • 1993 stellt die Kokerei ihren Betrieb ein und ein ebenfalls unter Denkmalschutz gestellt.
  • 2001 wir die Zeche zum UNESCO Welterbe ernannt. 

Schacht 1 und 2  werden bis heute zur Wasserhaltung genutzt.

  • Während der gesamten Betriebszeit von 1851 – 1986 werden insgesamt ca 240 Millionen Tonnen Kohle gefördert.
  • Bis zur Schließung haben mehr als 600.000 Menschen über und unter Tage in der Zeche gearbeitet.
  • Mit Baubeginn der Kokerei 1957 und der Inbetriebnahme 1961, sowie vielen Erweiterungen wurden hier in 304 Öfen bei 1250°C täglich 10.000 Tonnen Kohle zu 8600 Tonnen Koks verarbeitet.

Aber nun genug der Worte – nun lassen wir Bilder sprechen.

 

Nachdem wir die letzten Tage über die „Großen“ berichtet haben, wird unser nächster Artikel in dieser kleine Reihe eher um „dies & das“ gehen……

 

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