Hunting the light! – Fazit und Rückblick

2. Februar 2014

Der Alltag ist wieder eingekehrt, die Bilder fertig „entwickelt“, das Fotobuch mit 106 Seiten ist im Druck, der erste „Fotoabend“ liegt hinter uns, Zeit mal auf diese ungewöhnliche Reise zurück zu blicken.

Ich muss sagen, von dem Reiseveranstalter Hurtigruten bin ich mehr als positiv angetan. Zu jeder Zeit der Planung und der Reise fühlten wir uns rundum gut informiert. Wie unbürokratisch und reibungslos alles in Norwegen ablief, von den Transfers, dem Hotel bis hin zu den Ausflügen war einfach großartig.

Unsere 5 Ausflüge, welche sicherlich im Vergleich zu anderen Reisen, nicht günstig zu nennen sind, waren super und liebevoll organisiert. Sie waren alle rundum eine Runde Sache und in sich absolut stimmig. Zu keiner Zeit fühlte man sich abgezockt, oder ähnliches. Vielmehr hatte ich das Gefühl immer ein Gast unter Freunden zu sein.

Vielleicht wird dieses noch durch die herzliche und lebensfrohe Mentalität der Norweger verstärkt. Ich muss sagen, ich habe in all den Tagen nur einmal einen unfreundlichen und mürrischen Norweger getroffen, aber vielleicht hatte er auch nur einen sehr schlechten Tag erwischt.

Schon in Bergen fanden wir das späte Tageslicht und die frühe Abenddämmerung sehr „aufregend“. Wie es sich aber im Laufe der Reise entwickelt hat, bis hin zu 2 Stunden Dämmerlicht über die Mittagszeit, war schon ungewöhnlich. Man verliert sein Zeitgefühl und der Körper fährt dermaßen runter, dass man sich in einer Art permanenten Dämmerungszustand befindet. Es entspannt völlig und alle an Board wurden absolut ruhig.

Ein Vorteil der Postschiffe ist, das sie viele Häfen anlaufen. Das hat sich aus meiner Sicht aber teilweise, auf Grund des Fahrplanes, auch als Nachteil herausgestellt. Gerne hätte ich mehr Zeit in einigen Städten gehabt, um mir z. B. Tromsø, Kristiansund, Kirkenes oder das Nordkapp noch näher anzuschauen.

Häfen die nordgehende Schiffe tagsüber anlaufen, werden südgehend nachts angelaufen und umgekehrt. Das bedeutet eigentlich, dass man alles am Tage sehen kann. Dabei sollte man allerdings im Winter die längere Dunkelheit bedenken. So haben wir leider den Raftsund zweimal bei Dunkelheit durchquert.

Über das Licht nördlich des Polarkreises hatte ich im Vorfeld schon viel gelesen. Viele, die nicht wie wir, das Glück hatten Nordlichter zu sehen, schrieben, dass sie dieses Licht dafür entschädigt hätte. Ich muss sagen, das Licht hat meine Erwartungen absolut übertroffen. So hatten wir nicht nur traumhafte Sonnenuntergänge, sondern vielmehr das „Tageslicht“ in kaltem blau, lila, gelb, orange war genial. Es hat uns an das Cover der Kinderbuches „Lars, der kleine Eisbär“ erinnert. Der Himmel war oft wie gemalt. Die Tage an denen die Sonne nicht mehr über den Horizont kam, herrschte ebenfalls die ganze Zeit Sonnenaufgang, bzw. Untergang. Und mehr als einmal haben wir Richtung Süden den Sonnenaufgang direkt neben dem Sonnenuntergang gesehen. Gigantisch!

Das wir zu der Zeit unserer Reise starken Sonnenstürme hatten, war sicherlich ein absoluter Glücksfall. So haben wir insgesamt 6x!!!, teilweise sehr starke, Nordlichter sehen dürfen, welche live noch viel atemberaubender sind, als auf allen Fotos.

Als Problem stellte sich allerdings diese von Board zu fotografieren. Trotz Spiegelreflexkamera, Stativ, 28mm Objektiv  und einer Blende von 1,8 war es nahezu unmöglich vom Schiff aus scharfe Bilder zu machen. Obwohl das Schiff sogar teilweise seine Fahrt verlangsamte, reichten die Vibrationen der Maschinen und der Seegang aus, bei mehreren Sekunden Belichtungszeit, alle Bilder zumindest leicht zu verwackeln.

Oft schon wurde ich gefragt, und habe mir die Frage auch schon diverse male selbst gestellt, „was war das schönste?….“

Ich kann es nicht sagen. Meine „Highlights“ sind sicherlich die „Drei großen Ausflüge“, die Husky Schlittenfahrt, das Nordkap, und die Snowmobilfahrt, ebenso wie die Landschaft, die Polarnacht, das Licht und die Nordlichter, oder einfach die norwegische Mentalität. Ich kann es nicht sagen. Das schönste Stück Reise denke ich war von Tromsø nach Kirkenes.

Die Reise war ein langer Traum gewesen und hat, unbeachtet der finanziellen Mittel, Lust auf mehr gemacht.

Gerne würde ich die Reise noch einmal zur Sommersonnenwende machen, um das Gegenteil der Polarnacht zu erleben, oder auch noch mal im Winter, vielleicht dann auch nur Tromsø – Kirkenes mit einigen Übernachtungen in den Häfen. Auch hat sich mein langer Wunsch nach einem Urlaub auf den Lofoten noch verstärkt. Auch hier waren wir leider nur im Dunkeln und viel zu kurz.

Diese sicherlich ungewöhnliche Reise war ein absoluter Traumurlaub und danke an alle die diesen ermöglicht haben und dazu beigetragen haben, das er so wurde, wie er war.

„Im Norden erlebt man, schlafen kannst Du im Süden“
(Sprichwort aus der Finnmark)

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