Hunting the light – Im Januar mit der Hurtigrute zum Nordkapp – ein Reisebericht

6. Februar 2014

Reisebericht über unsere Norwegenreise vom 06. bis 18. Januar 2014 und die Fahrt mit dem Hurtigrutenschiff MS Midnatsol.

Wer Interesse an mehr Bildern hat – weitere Bilder gibt es bei dem jeweiligen Tag in unseren Blog – Berichten.

Vorgeschichte

Bereits im Juni 2013 haben wir mit den Planungen begonnen. Es soll also im Winter, Januar 2014, mit der Hurtigrute an der Norwegischen Küste entlang bis an die russische Grenze gehen.
Lange haben wir überlegt, ob es in Süden z. B. in die Karibik gehen sollte, aber letztendlich haben wir uns entschlossen, den „kalten Traum“ zu erfüllen. Nachdem wir schon so viel drüber gelesen, gesehen und gehört haben, wollen wir es nun auch live erleben. Und das wir Nordlichter sehen, daran glauben wir ganz fest.

Alles über die Hurtigruten gibt’s auch hier: https://www.hurtigruten.de/

Neben dem eigentlichen Termin und der damit verbunden Wahl des Schiffes, machen wir uns Gedanken über die Fahrt und die An – und Abreise.
Sehr schnell ist klar, dass wir die Strecke hin – und zurück fahren wollen, da die Häfen, die auf der nordgehenden Tour Nachts angefahren werden, auf der südgehenden Tour tagsüber besucht werden. Als Schiff haben wir uns die neuere MS Midnatsol ausgesucht. D. h. als Auslauftermin steht der 07.01.2014. Wir haben uns für eine 2 Bett Außenkanine der Kategorie „J“ entschlossen. Ebenfalls hat sich die Vollverpflegung durchgesetzt, da auf Grund des Fahrplanes doch einige Ausflüge zur Frühstücks- bzw, Abendbrotzeit sein werden.

Wie reisen wir an? Fliegen wir nach Bergen, oder geht es nach Kiel, dort mit der Colorline nach Oslo und dann mit der Bergenbahn weiter nach Bergen? Oder fahren wir mit der Colorline zurück? Oder fliegen wir beide Strecken?……

Schnell wird klar, das wir fliegen werden. Zum einen aus Zeit und Kosten Gründen, zum anderen denken wir, dass die Eindrücke sonst zu viel werden und wir nach der Schiffsreise keine Lust haben werden ein paar Tage aus dem Koffer zu leben.
Daher fliegen von Frankfurt nach Bergen (mit KLM über Amsterdam, da ein direkter Rückflug mit der Lufthansa zurück nicht möglich ist) und gönnen uns dort eine Nacht im First Hotel Marin Bergen, um uns Bergen noch in Ruhe an zu schauen.

Da wir mehr als 3 Monate im Voraus buchen, bekommen wir zur Zeit einen Frühbucherrabatt, der bis zu 25% betragen kann, also nehmen wir uns eine bessere Kabine?

Bei der Planung haben wir eine wirklich tolle Seite über die Hurtigruten im Internet entdeckt,

https://hurtigwiki.de/

Gebucht haben wir in unserem ADAC Reisebüro in Bensheim. Irgendwie verlief die Buchung eigenartig. Keine Unterschrift, kein Frage zur Bezahlung. Der freundliche Mann hat alles notiert und gemeint, wir bekommen in den nächsten Tagen Bescheid.

Nachdem wir 4 Wochen lang keine Reaktion vom Reisebüro oder den Hurtigruten, außer dem Angebot für die Reiserücktrittssversicherung vom ADAC kam, erhalten habe besuche ich das Reisebüro erneut. Dort traf ich die freundliche Mitarbeiterin an, bei welcher wir schon mal einen Urlaub gebucht haben. Ich muss einige Zeit warten und bekomme per Zufall mit, wie ein Ehepaar bei ihr ebenfalls eine Hurtigreise bucht. Was die Mitarbeiterin alles wissen wollte und erklärte…… Wie sich herausstellt, wurde zwar für uns reserviert, aber nicht gebucht. Dieses kann ich ohne Probleme nachholen und bekomme auch alle offenen Fragen zur Buchung beantwortet.

Wenige Tage später bekommen wir auch die Rechnung und danach alle nötigen Unterlagen. 

Kurz vor dem Reisetermin meldet sich das Reisebüro erneut. Es fragt nochmal wegen den Ausflügen nach. Eigentlich wollten wir diese an Board buchen, entschließen uns aber nun doch, die Ausflüge im Vorfeld zu buchen. Obwohl die Zeit für eine Vorabbuchung eigentlich abgelaufen ist, gelingt es der freundlichen Dame vom ADAC und dem netten Service von Hurtigruten dennoch die Buchungen durch zu führen.

Mit Hilfe von der Hurtig-Webseite und dem Hurtiwiki haben wir uns für die folgenden Ausflüge entschieden:

5. Reisetag: TROMSØ – WINTERABENTEUER HUSKY
5. Reisetag: HONNINGSVÅG – DAS NORDKAPP
7. Reietag:  KIRKENES – SCHNEEMOBILSAFARI
8. Reisetag: TROMSØ – MITTERNACHTSKONZERT

 

Fototechnisch hat uns der Blog der 5 Reicherts, gerade im Bezug auf die Nordlichter sehr weitergeholfen. Ferner besuchte ich einige Kurse, z. B. Nachtfotografie bei der Fotogena in Darmstadt, welche von Jens Landmesser, einem Trainer der Canon academy durchgeführt wurden.

 

5. Januar 2014 Es geht ans packen

Es steht das packen der Koffer an. Was nimmt man mit, was lässt man zu Hause. Was ist zu schwer, reicht der Platz?

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Nach etwas hin und her, haben wir alles in 2 Koffern und 2 Rucksäcken verstaut bekommen. Die extra angeschaffte Kofferwaage ist der Meinung, dass wir exakt das zulässige Gewicht für Koffer und Handgepäck eingehalten haben. Ich hoffe, dass keiner das Bandmaß unserer Koffer nachmisst, da dieses eigentlich zu groß ist. Aber mit dem einen Koffer bin ich schon ein paar mal geflogen, immer ohne Probleme.

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(Wie solllte es auch anders sein, bei der Aufgabe am Montag misst es keiner nach, und unsere Waage war auch bis auf 100g genau. Auch das Handgepäck wurde nicht nachgemessen und gewogen. Dort werde ich wohl für den Rückflug mehr reinpacken können.)
Gegen Abend checke ich bei KLM über die Webseite ein. Der Flieger nach Bergen scheint sehr voll zu sein. So ist es erst nach einem kostenpflichtigem Upgrade der Sitzplätze auf „höherwertige“ Plätze möglich, das wir zusammen sitzen. Aber so haben wir wenigstens etwas mehr Beinfreiheit.
(Der Vorabend Checkin übers Internet, welcher bei KLM 36h vor Abflug möglich ist, erweist sich am Montag Morgen am Flughafen als Ideal. Da wir bereits ausgedruckte Bordkarten haben, können wir die langen Schlangen am Schalter umgehen und sind extrem schnell abgefertigt.)

 

 

6. Januar 2014 Wir sind unterwegs –

Über Amsterdam nach Bergen. Erster Tag in Bergen

…es geht endlich los. So lange haben wir darauf hin gefiebert und gewartet.

Wir und unser penibel gewogenes  Gepäck werden gegen 4:30 vom Wieselexpress (https://www.wieselexpress.eu) pünktlich abgeholt. Mit dicken Daunenjacken und qualmenden Füßen, auf Grund der dicken Winterstiefel, geht’s bei 8°C auf zum Frankfurter Flughafen.

Dort gibt’s auch schon die ersten Probleme und einen unerwarteten Stopp. Nachdem die Kofferaufgabe bei KLM noch ohne Probleme von statten ging und unsere Koffer, trotz Umsteigen in Amsterdam, direkt bis Bergen durchgecheckt sind, gibt’s nun ein wenig Probleme bei der Sicherheitskontrolle. Das mein Fotorucksack etwas problematisch sein könnte mit der ganzen Elektronik, IPAD und Laptop war klar, aber bei dem Sigma 70-200 mm F2,8 EX DG OS HSM-Objektiv wurde Sprengstoff erkannt, und so mussten wir in einen extra Raum um einen Abstrich auf Sprengmittel durchführen zu lassen. Natürlich ohne Ergebnis. Wie ich danach im Internet gelesen habe, tritt dieses Problem bei diesem Objektiv auf Grund der Metalllegierung leider öfter auf.

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Nach dem Boarding um 6:30 heben wir mit einem Cityhopper der KLM planmäßig um 6:55 Uhr mit Kurs Amsterdam ab. Nach einem etwas holprigen Flug, landen wir dort , gestärkt durch Kaffee und ein Hähnchen – Eiersalat Sandwitch, bei Regen und Wind , planmäßig um 8:20. Die Zeit bis zum Weiterflug nach Bergen um 10:30 Uhr vertreiben wir uns mit lesen und dem zuschauen des Treibens auf dem Flughafen. Amsterdam soll mittlerweile ebenso groß sein, wie der Frankfurter Flughafen.

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Nach einem sehr ruhigen und angenehmen Flug begrüßt uns der kleine Flughafen von Bergen, welcher zur Zeit eine einzige Baustelle ist, um 12:10 Uhr mit Regen und Sturm. Das Bergen eine Regenstadt ist, wusste ich ja, aber muss es so schütten und stürmen? Auch die Temperaturen sind mit 9°C nicht gerade winterlich für Skandinavien.

Um 13:00 Uhr geht es mit dem Shuttle der Hurtigruten zu unserem Hotel “First Marin Bergen“.

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Es liegt gleich in Hafennähe und nur wenige Gehminuten von Welt – Kultur – Erbe Bryggen entfernt.  Bryggen ist alter idylischer „Stadtteil“ mit schönen Holzhäusern und kleinen Holzwegen und Stiegen.

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Nachdem wir das Zimmer begutachtet haben, machen wir uns bei bestem norddeutschen Schittwetter auf, Bergen näher zu betrachten. Obwohl wir nach dem doch schon langen Tag ziemlich KO ist, bummeln wir durch Bryggen und tolle typische skandinavische Lädchen, in denen uns überall Trolle und Wichtel angrinsen.

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Ein kleiner Stadtbummel führt uns auch zu dem Hurtigruten Anleger, bei dem es morgen los geht. Heute liegt hier noch die Lofoten, das kleinste und älteste Schiff der Flotte.

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Völlig durchnässt machen wir eine kurze Pause auf dem Zimmer, bevor wir den Tag am Hafen in einem kleinen Restaurant mit Fisch ausklingen lassen. Dabei lernen wir auch die norwegischen Preise kennen. 2 x Fisch und 2 x Wasser sind umgerechnet gute 80€.

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7. Januar, Tag 1: Bergen – einschiffen – die Fahrt beginnt.

Nach einer erholsamen Nacht gönnen wir uns gegen 8:30 Hur ein herrlich leckeres Frühstück, bevor es gegen 9:00 Uhr bei der ersten Dämmerung wider los geht. Wir haben bereits ausgecheckt und unsere Koffer im Hotel verwahrt. Bevor es nachher an Bord geht, wollen wir uns aber weiter Bergen anschauen.

Unser Weg führt uns zuerst zu dem kleinen, aber berühmten Fischmarkt am Hafen, mir vielen Leckereien, welche teilweise noch lebend herum schwimmen. Wie wir erfahren, stehe diese nicht nur zum Verkauf, sondern werden auch ab 11:00 Uhr auf Wunsch frisch für einen zubereitet.

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Anschließend geht es vorbei an der Stadsrad Lehmkuhl,

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zu einer alten Festung, welche auf dem Gebiet des ehemaligen Königssitzes erbaut wurde. Diese stellte sich aber als nicht besonders Sehenswert heraus.

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Weiter führt uns unser Weg zur Fløien Bahn Station.

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Von dort geht es mit der Festseilbahn hinauf auf den gleichnahmigen Berg – wo wir trotz grau in grau und tief hängenden Wolken mit einer tollen Aussicht belohnt werden.

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Wie muss die Aussicht hier erst bei schönem Wetter sein?

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Wieder unten angekommen besuchen wir den sehr nüchternen Dom und bummeln noch ein wenig durch die Alt- und Neustadt, sowie durch eine Einkaufsgalerie, wo wir uns mit Kaffee und der ersten Zimtschnecke stärken. Ebenso nutzen wir das dortige freie Internet für eine kurze Kontaktaufnahme mit der Heimat.

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Zurück im Hotel warten wir ab 14:30 Uhr, natürlich mit einem Kaffee, welchen es hier in Norwegen überall, oft sogar kostenlos , gibt, auf unseren Transfer zum Schiff welcher im Stundentakt ab 16:00 Uhr erfolgen soll. Gegen 15:10 steht plötzlich ein Busfahrer in der Lobby und fragt, wer zu Boot möchte. Wir holen schnell unsere Koffer und machen uns eine Stunde früher auf zum Terminal.

Wieder brauchten wir, genau wie bei dem Transfer gestern, keinerlei Unterlagen. Es reicht einfach, das man zum Boot möchte. Wie herrlich unkompliziert und extrem freundlich die Norweger doch sind…..

Gegen 16:00 Uhr checken wir völlig problemlos auf der M/S Midnatsol ein, geben unser Gepäck auf, welches wir hoffen auf der Kabine wieder zu finden und begeben uns nach einer Sicherheitseinweisung, welche absolute Pflicht hier ist, an Board unseres Schiffes, welches die erste Wow – Effekte auslöst.

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Die Zeit bis zum beziehen unserer Kabine um 18:00 Uhr vertreiben wir uns mit dem lesen der ersten Unterlagen welche wir erhalten haben, aktivieren die Crusing – Card (die Boardkarte, welche man ständig mit sich tragen muss, auch zum ein- und auschecken für Landgänge, kann nach Hinterlegung der Kreditkarte auch zum Zahlen an Board genutzt werden – eine sehr einfache und angenehme Sache, wie sich herausstellt), oder stöbern nur so durchs Schiff um uns einen ersten Überblick zu verschaffen und um sich ein paar Wege einzuprägen.

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So geht die Zeit schnell rum, und bevor es gegen 18:30 zum Abend Büfett geht, fangen wir an unsere Koffer aus zu packen. Dieses stellt sich in der hübschen und praktisch eingerichteten Kabine allerdings als logistische Herausforderung da, da die meisten Schränke kaum tiefer als 15cm sind.

Das Büfett ist extrem lecker und natürlich essen wir viel zu viel. Ein Umstand an den wir uns in den nächsten Tagen gewöhnen werden.

Die Zeit bis zum Ablegen vertreiben wir uns auf dem Panoramadeck auf Deck 9, welches für die gesamte Fahrt unser Lieblingsplatz werden wird und studieren weitere Unterlagen, bevor wir um 20:30 an einer „Willkommens Info“ auf Deutsch teilnehmen.

Zum Ablegen um 22:30 sind wir natürlich pünktlich auf Deck.

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Bergen verabschiedet uns so, wie es uns empfangen hat, mit Sturm und Regen.

Unter der Askøy Brücke hindurch tauchen wir in die Nacht ein. Das passieren der Versorgungsbasis für die Norwegischen Ölplattformen nehmen wir noch war, bevor es gegen 23:30 nach einem langen Tag für die erste Nacht auf See in unsere neuen Kojen geht.

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8. Januar, Tag 2: Von Bergen nach Kristianssund

Gegen 7:30 werden wir wach und machen uns langsam fertig. Die erste Nacht auf See liegt hinter uns. Während der Nacht haben wir eine der zahlreichen Seestrecken zurück gelegt. Die einen empfanden es als gemütliches in Schlaf schaukeln, bei anderen meldete sich in der Nacht leicht der Magen. Ich wundere mich nur, wie ein Schiff dieser Größe auf den Seegang reagiert. Das hätte ich nicht erwartet.
Trotz allem machen wir uns auf zum Frühstücksbüfett. Es ist sehr lecker, wenn wir es uns auch nach skandinavischer Art etwas größer vorgestellt hätten.
Eigentlich steht nach dem Frühstück Bilder sichten, lesen von Reiseführer und pflegen der Homepage (die M/S Midnatsol hat kostenloses WLAN und Internet) auf dem Plan. Aber als es gegen 9:15 langsam anfängt zu dämmern, hält uns nichts mehr drinnen. So begeben wir uns aufs Sonnendeck / Hubschrauber Landedeck (Deck9) und fotografieren und staunen und staunen und fotografieren. Die Natur ist einfach gigantisch.

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So verlassen wir die Nordsee und begeben uns ins europäische Nordmeer, fahren unter der Herøybrücke hindurch und legen kurz in dem Mini – Hafen Torvik an, wo die Weiden bis zum Kai reichen, an.

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Wir passieren einen Vogelfelsen, der über 200 Vogelarten beherbergt – aber diese sind im Urlaub im Süden. Dann ist Hornelen (860m ü.d.M.) zu sehen. Es ist ein gigantisches Licht und die Sonne lugt sogar zum ersten mal in diesem Urlaub ab und zu durch die Wolckendecke.

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Es geht vorbei an wunderschönen schneebedeckten Bergen, den Sunmørsalpen und nahen Felswänden.

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Gegen 12:00 Uhr legen wir in Ålesund an, welche als Jugendstilstadt deklariert wird. Unser erster Landgang…..

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Die Stadt gefällt uns überhaupt nicht und so sind wir gegen 14:00 schon wieder an Board, bevor wir um 15:00 auslaufen. Nach diesem Stadtrundgang kommen mir zum ersten und einzigen Male Zweifel, ob die Reise das verspricht, was ich mir erhofft habe……

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Gegen 18:30 erreichen wir bei trockenem und ruhigem Wetter Mølde, welches wir 30 Minuten später schon wieder mit Richtung Kristiansund verlassen.

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Um 19:00 Uhr begeben wir uns zu unserem ersten 3 Gang Abend Menü-

  • Kartoffel – Lauch – Suppe mit Artischockenschaum
  • Putenbrust mit gebratener Karotte, Kartoffelpüree, Kräuterbutter und Steckrübe
  • Bratapfel mit Nüssen + Rosinen, Erdbeere und Sauce.

Bei der Planung haben wir eine ganze Zeit hin und her überlegt, ob wir diese Reise mit oder ohne Mittag buchen.

Das Essen hier an Board ist absolut toll und lecker. Das Abendessen ist aber, wie soll ich sagen, sehr übersichtlich, so daß ich froh bin, dass wir das Mittagessen doch gebucht haben.

Nach dem Essen passieren wir bei einigem Seegang mal wieder eine offene Seestrecke. Wir warten bis zum Anlegen in Kristiansund um 22:00 Uhr in „unserem“ Panoramadeck. Dann geht es für einen kurzen Landgang in die Stadt, bevor wir gegen 23:00 Uhr in die Koje fallen. Gern hätten wir mehr von dieser Stadt gesehen, die im Gegensatz zu Ålesund sehr schön zu sein scheint, aber wir fahren nun mal mit einem Postschiff, und das hat einen festen Fahrplan.

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Wir haben immer noch um die 8°C, kein Schnee weit und breit, und übermorgen überqueren wir den Polarkreis….. so habe ich mir das Wetter hier nicht vorgestellt…..

 

 

9. Januar, Tag 3: Von Trondheim nach Rørvik

Nach einer sehr ruhigen, aber kurzen Nacht, klingelt um 6:00 Uhr der Wecker, um nach einem schnellen Frühstück, um 8:00 Uhr an einem Ausflug in Trondheim teil zu nehmen.

Eigentlich war der Ausflug nicht geplant und wir wollten Trondheim auf eigen Faust erkunden. Aber per Zufall hatte Sonja in einem Flyer gelesen, dass der Nidarrossdom zur Zeit auf Grund der Renovierung der Orgel geschlossen ist und nur für Führungen der Hurtigrute geöffnet wird. Daher haben wir den Ausflug doch noch kurzfristig gebucht.

Schade dabei ist nur, dass dieses nicht auf der Tagesinformation der Reiseleitung ersichtlich war. So standen etliche Passagiere, welche auf eigene Faust los sind, vor dem verschlossenen Dom.

Aber das frühe Aufstehen und der Ausflug hat sich gelohnt. Eine sehr nette deutsche Reiseführerin begleitet uns im Bus. Schon das dunkle Trondheim wirkt toll, wir machen eine Stadtrundfahrt, vorbei an schönen alten Holzhäusern fahren wir auf einen Berg zum Fotostop. Hier bemerkt man doch, dass es nur noch 0°C sind. Es ist glatt, und man sieht Schneereste. Der Ausblick auf das erleuchtete Trondheim ist atemberaubend.

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Durch ein Villenviertel, vorbei an einer alten Festung, geht es zu dem gewaltigen Dom, während wir mehr über diese Stadt und ihre Geschichte erfahren.

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Der Dom, in welchem wir eine fast einstündige Führung haben, ist schon von außen gewaltig, das innere ist mit mehreren Orgeln, die größte mit 1883 Pfeifen, irre.

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Nach der Führung entschließen wir uns, nicht mit dem Bus, sondern zu Fuß zurück zum Schiff zu gehen. Auch hierfür gibt uns die Reiseleitung zahlreiche Tipps, gerade so wie die Interessen der einzelnen Personen sind.

Wir lauen über eine wunderschöne alte Brücke, vorbei am Vendig von Trondheim, durch schöne Gassen mit schnuckligen Holzhäusern und genießen den typisch skandinavischen Flair.

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Als wir um 12:00 Richtung Rørvik auslaufen kommt sogar die Sonne raus.

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Während des Mittagsessen passieren wir die Fosen Werft, auf welcher die Hurtigruten Schiffe gebaut werden.

Gegen 14:00 erleben wir tolles blaues Licht, einen gigantischen Sonnenuntergang und einen der schönsten Leuchttürme Norwegens.

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Um 15:30 besuchen wir eine  Vortrag über die Nordlichter und erfahren , das wir sehr gute Chancen haben heute oder morgen welche zu sehen. Aus dem Internet habe ich von tagesschau-online erfahren, das zur Zeit vor Sonnenstürmen gewarnt wird. Das ist doch toll, dann hoffen wir mal!!!!

Zu dieser Zeit überqueren wir das Folda – Meer, eine offene Seestrecke, für welche wir bei starkem Seegang 2,5 Stunden benötigen. Bevor wir gegen 21:15 den letzten hafen für heute, Rørvik, anlaufen, gibt es wieder ein super leckeres 3 Gang Menü. In der Gewissheit einer kurzen Nacht, und bereit für das nächtliche Wecken zum „Nordlichtalarm“ fallen wir heute sehr früh in die Koje.

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10. Januar, Tag 4:  66 Grad 33′ 44″ N: Polarkreis nach Stamsund

Die Nacht war kurz und ruhig, als uns um 6:00 der Wecker aus dem Schlaf holt und wir uns bereit machen den Polarkreis zu überqueren.

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Das Schiff hat eine Dreiviertelstunde Verspätung und während wir um 7:48:40 Uhr den Polarkreis mit Schiffsnebelhorn überqueren wird die Weldkugel auf der kleinen Scheere Viking von den Suchscheinwerfern der Midnatsol angestrahlt. Es ist es extrem windig und -8°C kalt, trotzdem stoßen wir mit einem Glas Sekt an, welches wir uns gestern bereits bestellt haben, an. Nun sind wir in der Arktis. Ein komischer Augenblick mit Gänsehaut an diesem magischen Punkt.

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Nach dem Frühstück wird es langsam hell und die Landschaft welche wir nun zu Gesicht bekommen ist noch gewaltiger als die letzten Tage. Schneebedeckte Bergketten, mini Dörfer in einem Licht aus hellblau, lila und rosa. Im Zusammenhang mit dieser Reise habe ich schon viel über das arktische Licht gelesen, aber was sich heute draußen abspielt, übertrifft alles (Anmerkung: Es war erst der Anfang, die nächsten Tage waren noch extremer.)

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Um 10:30 Uhr bekommen wir Besuch an Board – Neptun mit seinen Gehilfen – der uns mit einer Polarkreistaufe in seinem Reich willkommen heißt. Erst eine Kelle Eiswürfel in den Kragen und danach einen Schnaps. Der Schnaps hätte es bei den Temperaturen auch getan….

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Über Øernes, malerisch in einer kleinen Bucht gelegen, geht es zu der Stadt der Seeadler, Bodø. Mit den Seeadlern ist es so eine Sache…. es ist eigentlich nicht die Jahreszeit sie zu beobachten, und so habe ich immer gerade das Weitwinkel auf der Kamera, wenn wir welche sehen…..

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Wir besichtigen einen schönen Hafen, sehen ein paar dieser Vögel, aber ansonsten hat der Ort nicht viel zu bieten.

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Um 15:00 Uhr geht’s über den Vestfjord zu den Lofoten.  Bei starkem Wind laufen wir Stamsund an. Ich beneide den Kapitän nicht um seinen Job und halte ein paar mal den Atem auf dem Aussichtsdeck an. Nach einem super Abendessen, geht es bei fantastischem Mondlicht entlang der Lofotenwand, dem Leichgebiet des Kabeljaus, welcher gerade in dieser Jahreszeit um sein Leben bangen muss. Die Landschaft und das Licht was herrscht ist weder zu beschreiben, noch zu fotografieren. Es ist spektakulär. Sternenklarer Himmel (so einen Sternenhimmel gibt’s bei uns nicht zu sehen), dazu Mondlicht, schneebedeckte Berge und schwarze Felsen. Da es ideales Nordlichtwetter ist, stehen natürlich überall die Fotoapparate auf den Stativen bereit. Trotz eisiger, Kälte und steifem Wind hält es kaum einen unter Deck. Durch den Raftsund geht es weiter Richtung Trollfjord, welchen das Schiff leider im Winter nicht anfahren darf, aber mal wieder für uns mit den Scheinwerfern beleuchtet.

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Dafür gibt’s einen Trollfjord Punsch. Eine Art uns bekanntem Punsch mit einem ordentlichen Schuß Bacardi, und frischen Fischfrikadellen dazu.

Trotz müdigkeit warten wir bis ca. 1:00 auf die Nordlichter, leider vergebens…. sollen wir kein Glück auf dieser Fahrt haben, wenn sie schon bei diesen idealen Bedingungen nicht zu sehen sind?

AberFotoapparat und Klamotten sind die Nacht über griffbereit. Man weis ja nie.

 

 

11. Januar, Tag 5: Von Harstad – Skjervøy über Tromsø  mit Huskyfarm – Norlichter

Wegen Müdigkeit schenken wir uns heute früh den Landgang um 6:00 Uhr in Harstadt. Nach dem Frühstück nutzen wir die Zeit Bilder zu sichten, zu schreiben – alles wozu wir gestern nicht kamen.

Die Stimmung an Board ist eigenartig. Der Gedanke und der Wunsch Nordlichter zu sehen hängt überall in der Luft. Die lange Dunkelheit bescherrt eine eigenartige Ruhe auf dem Schiff. Es wird fast nur noch geflüstert. Die Menschen sitzen und bestaunen die Landschaft draußen oder hängen nur ihren Gedanken nach, während die Temperatur auf unter -10°C sinkt und die Landschaft immer weißer wird. Bei „Sonnenaufgang“ ziehen flache Felsen an uns vorbei. Der Vortrag an Board über Tromsø wird geschwänzt – zu voll sind wir mit den Eindrücken.

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Über Finnsnes geht es durch den Gisund, über den die längste Pfeilerbrücke Europas die Insel Senja mit dem Festland verbindet. Es wirkt ein wenig gespenstisch –blau –lila – rosa Licht und die Nebelschwaden auf dem Wasser.

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Der Mittagsimbiss fällt mal wieder größer als gewollt aus, bevor wir bereits dick eingemummelt Tromsø anlaufen. Schon das Anlaufen des Hafens ist großartig. Und wir befinden uns nun im tiefstem Winter. So habe ich mir das Wetter auf der Reise vorgestellt und gewünscht.

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In Tromsø steht heute der Ausflug zu einer Schlittenhundefarm und die Fahrt mit dem Huskyschlitten auf dem Programm.

Als wir um 14:30 Uhr festmachen, geht die Fahrt mit dem Bus durch 1,50m Schnee weiter, über eine 1016m lange Brücke und durch Tunnel. Das sind die ersten Tunnel die ich sehe in denen es Verkehrskreisel gibt.

Die Huskyfarm Villmarkssenter liegt auf einer Höhe und schon beim Aussteigen vom Bus hört man die Hunde bellen und jaulen. Bei über 300 Hunden ein absolutes Spektakel.

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Wir bekommen zuerst Spezialkleidung – Overall, Boots, Handschuhe, etc. und werden in 3 Gruppen eingeteilt. Für uns geht’s zuerst zu den Hunden und wir bekommen alles über die Farm erklärt. Die Hunde sind sehr zutraulich und freuen sich über jede Streicheleinheit. Auch die 8 Wochen alten Welpen sind soooo süß.

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Nach einer Einweisung in die Schlitten lernen wir Claudia, unsere Musherin, und „unsere“ 10 Hunde kennen. Claudia eine junge Deutsche beantwortet uns gern unsere Fragen und erzählt von ihrem Leben in Norwegen und der Farm. Auf Fellen gebettet geht es auch schon zügig los. Mal lautlos, sachte dahingleitend, mal Berg auf und ab, durch Löcher wo man dachte der schlitten kippt um, fahren wir durch die -18°C kalte, sternklare Dunkelheit durch die Berge über Tromsø. Glitzernder Schnee soweit das Auge reicht.

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Nach gut einer halben Stunde sind wir wieder im Camp und in einer lagerfeuerbeheizten Holzhütte gibt es Kaffee und Kuchen, bevor der Bus uns wieder zum Schiff bringt.

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Um 19:00 Uhr genießen wir wieder ein leckeres Fisch Abendessen, jedenfalls bis zum Dessert, denn beim servieren von diesem kommt plötzlich die nüchterne Durchsage „…es ist nun Nordlichtaktivität auf dem Außendeck zu beobachten….“ Die Kellner erleben so was nicht zum ersten mal, denn sie retten sich alle in irgendwelche Ecken, um den rausstürmenden Gästen nicht im Wege zu stehen. Auch wir stürmen 4 Decks hoch. Bewaffnet mit Fotoapparat und nur dünnen Jacken, denn wir hatten nicht damit gerechnet. Als es zum Essen ging (vor ca. 1h) tobte noch ein schöner Schneesturm draußen. An Deck angekommen stockt einem der Atem…. grüne Nordlichtwolken rauschen über uns hinweg, mal stärker, mal schwächer, wie Vorhänge, Wirbel, ab und zu mit dezentem Lila.

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Die Menschen an Board sind euphorisch und freuen sich riesig . es herrscht eine eigenartige Stimmung an Board. Alle sind total aufgekratzt und glücklich dieses Naturwunder erleben zu dürfen. Die Schiffsführung verlangsamt sogar so weit wie möglich die Geschwindigkeit des Schiffes, so dass wir den nächsten Hafen mit über einer halben Stunde Verspätung anlaufen werden. Lediglich der Kapitän hat es schwer. Steht doch jetzt sein Vortrag über Stockfisch, welcher Wochenlang an Gerüsten getrocknet wird, an Deck an. Er hat allerdings verständlicherweise kaum Zuhörer und Stockfisch ist nicht wirklich unsere Lieblingsspeise.

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Um 22:30 laufen wir kurz das tiefverschneite Skjervøy an.

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Ich habe lange überlegt, aber ich denke das war heute einer der schönsten und atemberaubendster Tage die ich je erleben durfte.

 

 

12. Januar, Tag 6: Havøsund – Nordkapp – Mehamm

Wir verschlafen heute bewußt die Anfahrt der nördlichsten Stadt der Welt, Hammerfest.

Um 9:00 Uhr legen wir ibei Schneefall und -3°C in Havøsund an. Dieses kleine Örtchen befindet sich im Winterschlaf.

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Nach dem Frühstück erreichen wir gegen 10:00 Uhr die Finmark, die nördlichste Region Norwegens. Mit einer Größe von etwa Dänemark liegt sie auf dem gleichen Breitengrad wie Alaska und Sibirien, ist allerdings durch den Golfstrom komplett eisfrei, und die Temperaturen sind noch erträglich, wobei hier der Schnee durchaus bis Juni liegen kann. Sie ist die Heimat der Samen und weißt eine Bevölkerungsdichte von 1 Einwohner auf 1,5 km2 auf.

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Um 11:15 erreichen wir bei starkem Schneefall Honningsvåg und begeben uns sofort zu den Bussen Richtung Nordkapp. Hier liegen schon ziemliche Schneemassen. Obwohl wir hier heute etwa 2 Stunden Dämmerlicht haben, ist es durch den starken Schneefall sehr dunkel und grau in grau.

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Bei uns würde bei diesen Witterungsverhältnissen kein Mensch mehr vor die Tür gehen, geschweige den ein Auto oder ähnliches benutzen. Hier ist es normaler Alltag. Die 40 Minütige Busfahrt ist schon ein Erlebnis für sich. Gerne hätten wir die Aussicht auf die Fjorde, Sami Sommerlager, die riesigen Fisch – Trockengestelle und die nördlichste Tankstelle der Welt mehr genossen, aber die Sicht beträgt teilweise nur wenige Meter. Ich beneide den Busfahrer um seinen Job nicht, und möchte auch nicht wissen, wie weit es in dem Grau direkt neben uns die Felsen runter geht. Aber unsere wieder sehr nette Reiseleitung, von der wir etliche Informationen erhalten, betont mehr als einmal, dass wir den besten Bus und den besten Busfahrer der Insel haben. Die Straßenverhältnisse sind für  unsere Begriffe eine Katastrophe und wir halten jetzt schon mehr als einmal die Luft an. 15km vorm Nordkapp stoppt der Bus, da auf Grund der kommenden schlechten Straßenverhältnisse der Weg zum Kap gesperrt ist und wir auf einen extra bestellten Schneeflug warten müssen, der uns den Weg bahnt. Die letzten Kilometer sind dann mehr als abenteuerlich, aber alles geht gut.

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Angekommen am Kap gehen alle gleich direkt durch die Halle zum Globus direkt auf dem Felsen, welcher seit 1979 das War Zeichen des Nordapps ist.

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Es stürmt und schneit, man sieht leider kaum etwas, aber die Gewissheit, dass mans ich gerade am nörlichsten Punkt von Europa au 71° 10’ 21“N und 307m ü. d. Meer am „Ende der Welt“ befindet, ist überwältigend. Von hier aus ist unser zu Hause doppelt so weit weg wie der Nordpol!

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Wir verbringen bewußt viel Zeit draußen an verschiedenen Ecken des Kaps und genießen den Ort, die Landschaft und das Feeling. So bleibt leider kaum nocch Zeit für die Nordkapphalle, das Museum und die Multimediapräsentation. Aber für das Nordkapp Zertifikat und die Mitgliedschaft im Nordkappclub bleibt noch Zeit., bevor wir nach 2 Stunden schon wieder zum Bus müssen. Eine Stunde Zeit am Ende der Welt wäre schön gewesen.

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Die Rückfahr ist wieder absolut aufregend, man sieht seine Hand vor Augen nicht mehr und mehr als einmal muß der Bus halten und auf bessere Sicht warten.

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Auch auf der Rückfahrt erfahren wir vieles interessante über die Insel Makarøy und die Samen, bevor wir uns an Board mit warmen Kakao und Apfelkuchen stärken und die Eindrücke verdauen.

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Gegen 16:30 passieren wir die „Finnkjerka“, eine Felsformation die aussieht wie eine Kirche und ein alter Opferplatz der Samen ist. Sie wird extra für uns illuminiert, ist aber mehr zu erahnen als zu sehen, da die Sicht auf Grund des immer noch andauernden Schneesturms nahezu null ist.

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Anschließend bekommen wir Besuch an Board. Ein Fischerboot geht während der Fahrt längseits und der Fischer kommt mit seinem Fang von Königskrabben an Board, die er vor wenigen Augenblicken hier frisch in der Barentssee gefangen hat. Er gibt Auskunft über die Tiere, welche bis zu 10kg schwer sind und wir können mit ihnen „kuscheln“.

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Um 17:00 Uhr laufen wir Kjøllefjord an.

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Heute Abend gibt es ein Meerestiere Büfett…. wir sind gespannt.

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Während des Essens passieren wir um 19:15 Nordkyn, den nördlichsten Punkt der Reise. Das Fischbüfett ist gigantisch und absolut lecker. Krabben, Krebse, Königskrabben, Garnelen, Lachs, Heilbutt, Kabeljau, Seezunge, Heringe, etc. alles was das Meer hier oben hergibt. Dazu gibt es eine Flasche Weißwein, hier oben in Norwegen mit 54€ ein nicht gerade billiges Vergnügen.

Völlig „vollgefressen“ machen wir es uns auf unserem Lieblingsplatz, dem Panoramadeck auf Deck 9, gemütlich, um den Tag ausklingen zu lassen, als es plötzlich heißt „aurora activity“ Wo ist der Schneesturm hin? Unglaublich was für ein Glück wir haben, Nordlicht an zwei Abenden hintereinander. Das Grün huscht wieder ganz anders über uns hinweg wie gestern, aber dauert wieder ca. 45 Minuten.

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Nachdem wir im 22:00 Uhr kurz Berlevåg angelaufen haben beschließen wir, das es für heute reicht, da wir morgen einen anstrengenden Tag erwarten. Gegen 23:00 will ich an Deck eine letzte Zigarette für heute rauchen, aber dazu komme ich nicht. Als ich an Deck komme ist der Himmel wieder grün. Also schnell unter Deck Sonja Bescheid gesagt und den Fotoapparat geholt und schon heißt es wieder „hunting the light“. Da es diesmal kein „Nordlichtalarm“ gab ist es herrlich leer an Deck. Diesmal sind die Nordlichter nicht so farbintensiv, wie die Male zuvor, dafür aber viel großflächiger, so dass man teilweise das Gefühl hat, dass der ganze Himmel grün ist.

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Um 24:00 kaptitulieren wir vor unser Müdigkeit, aber wie heißt es in der Finmark… „im Norden erlebt man, schlafen kannst Du im Süden….!

 

 

13. Januar, Tag 7: Vadsø – Kirkenes – Berlevåg

Der heutige Morgen empfängt uns mit Nebel und knackigen -16°C, aber es sollte erst der Anfang sein. Wir befinden uns immer noch in der nördlichsten Provinz Norwegens und legen gegen 9:00 Uhr in Kirkenes an. Wir befinden uns nun nur noch wenige Kilometer vor der russischen Grenze, sind bereits östlicher als Istanbul und wären geografisch schon in einer anderen Zeitzone. Hier ist alles tief verschneit, äußerst gemütlich und alles, auch die Straßennahmen, sind schon in kyrillisch zu lesen. Russische Orte, wie Murmansk, sind auch bereits ausgeschildert.

Nach dem Anlegen geht’s gleich zum Bus. Der super nette Busfahrer Hans, welcher uns zum Wintercamp bringt, fängt gleich an uns alles über Land und Leute hier zu erzählen. Während wir bei wunderbarem Licht durch ein Winterwunderland fahren erzählt er uns, was uns die nächsten Stunden erwartet und das es heute mit -27°C etwas kühl ist und das wir nachher gefühlt knapp -50°C erleben werden, was durchaus kalt ist, er aber auf Erfrierungen bei uns achten werde, na toll!!

Nachdem wir mit weiterer Kleidung (Schuhe, dicke Handschuh, Sturmhaube und Overall über unsere normale Kleidung und Jacke, ausgestattet worden sind, können wir uns kaum noch bewegen und fühlen uns ein wenig wie ein Michelin Männchen.

Er erfolgt eine Einweisung in die Schneemobile und eine Sicherheitsbelehrung und dann geht es auch schon los. Wir befahren mit unseren Snowscootern einen zugerfroren Teil der Barentsee, neben uns die letzten Ausläufer der russischen Taiga, die Grenze ist in Sichtweite. Das Licht in lila, rosa, blau und gelb ist grandios und die Fahrt ist der Hammer. Wir fahren das zweite Mobil hinter unserem Führer. Uns folgen noch weitere 5 Teams, zum Schluss kommt der Sicherungsschlitten.

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Ab und an machen wir kurze Pause, Hans schaut ob bei uns alles in Ordnung ist, und gibt Tipp bei den ersten aufgetretenen Erfrierungen. Und so lenken wir unsere Schlitten mal langsam mal mit fast 90 km/h über den Fjord. In einiger Entfernung sehen wir frei lebende Rentierherden. Hans stoppt die Kolonne und versucht die Tiere mit Fütterungsgeesten und Rufen anzulocken. Es klappt und die Tiere kommen wirklich näher. Rentiere sind übrigens die einzige Hirschart, wo Bock und Kuh Geweihe haben, welche sie jährlich abwerfen.

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Kurz darauf wenden wir und die Fahrt führt uns ins Camp zurück. Dort angekommen erwartet uns ein durch Lagerfeuer gewärmtes traditionelles Sami Zelt, samt Kaffee und Tee. Hans, selbst ein Same, erzählt uns viel über die Geschichte und Lebensweise seines Volkes während er getrocknetes Rentierfleisch verteilt. So erfahren wir, das der traditonelle Sami Hut 4 Ecken für die 4 Himmelsrichtungen und 4 Bänder für die 4 Elemente hat. Die Seite auf der die Bänder getragen werden drückt den Familienstand des Trägers aus. Nachdem er ebenfalls die traditionelle Trommel erklärt und einige Joiks gesungen hat, geht es auch schon wieder zum Schiff zurück.

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An Board können wir uns nach dem Ablegen ein leckeres Mittagessen nicht verkneifen. Wir staunen nicht schlecht, als beim Essen Eisschollen an uns vorbei treiben.

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Um 15:45 legen wir in Vardø an, verzichten aber auf die Stunde Landgang. Zu viel für heute, nach diesen Eindrücken. Aber wir sind nun am östlichsten Punkt Norwegens und damit am Wendepunkt unserer Schiffsreise. Ab jetzt sind wir ein südgehendes Schiff, das heißt bald wieder längeres Tageslicht und Sonne, aber auch, dass  das Ende der Fahrt naht.

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14. Januar, Tag 8: Havøysund – Tromsø

Wir verschlafen heute mal bewusst das Anlegen in den Häfen Kjøllefjord, Honningsvåg und Havøysund. Um 10:15 passieren wir die Insel Melkøya mit dem großen Erdgasterminal, welches das erste war und das größte unterirdische Erdgasvorkommen der Welt hat. Auf Grund des Nebels sehen wir aber absolut nichts davon. Auf dem Außendeck gibt’s Energiekaffee, ein Kaffee mit viel Zucker, Arnis, Ingwer, Zimt und Chillie! Um 10:45 machen wir bei sehr starkem Schneefall in Hammerfest, der nördlichsten Stadt der Welt, fest. Man erzählt sich, das hier Eisbären auf der Straße laufen und tatsächlich treffen wir während unseres Landganges einige. Gerne wären wir den berühmten Zick – Zack – Weg zum Aussichtspunkt gelaufen, aber auf Grund der schlechten Sicht verzichten wir darauf.

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Wir besichtigen die schöne, sehr moderne Kirche von Hammerfest mit einer Glasmalerei von 8 Metern Fläche. Ebenso besuchen wir die nördlichste katholische Kirche der Welt, welche uns überhaupt nicht gefällt. Wir bummeln ein wenig durch den Hafen, erledigen einige Einkäufe und besuchen den Eisbaärenclub.

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Immer wieder freuen wir uns über die norwegischen Menschen, ihre offene überaus freundliche Art. Ihr Humor, Offenherzigkeit und Lebensfreude beeindruckt uns und ist ansteckend. Keine Spur von Winterbluse bei ihnen, und das trotz des wenigen Lichts. Wir wünschen uns ein Stück dieses Lebensgefühles mit nach Hause retten zu können.

Nach dem Mittagessen, das mehr aus den leckeren Desserts, als aus allem anderen bestand, fahren wir durch den wunderschönen Øksfjord, mit seinen herrlichen Felsformationen und weiten Buchten. Trotzdem es stark bewölkt ist, haben wir wieder „irres“ Licht.

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Ab 16:00 Uhr passieren wir die Seestrecke Lopphavet, bevor wir nach dem Abendessen in Skjervøy die nordgehende MS Nordnorge treffen.

Gegen 22:00 Uhr ist es dann mal wieder soweit „Nordlichtalarm“.

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Als wir uns anschließend gerade ein wenig unseren Gedanken hingeben wollen, kommt schon wieder „aurora activity“. Und das schon zum fünften mal!!!! Bei Vollmond und leichter Bewölkung haben wir heute mal wieder ganz andere Nordlichter. Mittlerweile hat man auch ein Auge dafür den Beginn der Nordlichter zu sehen. Es ist wunderschön, wie sich das Licht bewegt, aufbaut, sich im hohen Bogen über das Schiff zieht.

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Die Passagiere stehn auf dem Außendeck, schauen und staunen in den Himmel.

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Nach kurzer Aufwärmpause laufen wir um 23:45 laufen wir Tromsø an, wo uns das gebuchte Mitternachtskonzert in der Eismeerkathedrale erwartet. Es sind drei Interpreten, Sopran Stimme, Klavier + Orgel, Querflöte + Weidenflöte. Gleich beim ersten Lied ertönt die Orgel und die gewaltige Frauenstimme hinter uns, in der recht schlichten, weißen Kirche, die ein gewaltiges Mosaik Fenster hat. Die Archetektur soll bei dieser Kirche die Gegend wiederspiegeln. Es werden samische Joiks, norwegische Volkslieder, Hymnen und klassische Stücke gespielt. Den Abschluß bildet das Ave Maria auf deutsch und Amazing Grace.

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Um 1:30 Uhr verlassen wir Tromsø zum zweiten mal, diesmal südwärts.

 

 

15. Januar, Tag 9: Harstadt – Trollfjord – Lofoten – Stamsund

Der „Sonnenaufgang“ begrüßt uns mit -7°C. Da wir noch sehr müde von letzter Nacht sind, schwänzten wir Harstadt.

Nachdem Frühstück haben wir fantastisches Licht und es ist interessant wie man jeden Tag südlich gehender mehr Helligkeit hat, und wie man sich darüber freut.

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Um 10:00 Uhr fahren wir durch den Risøvrenna, einen 4,5km langen künstlichen Kanal, der 1922 eingeweiht wurde. Die Gegend ist wunderschön und wir knipsen uns mal wieder die Finger wund.

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Im Sommer hätten wir jetzt hier beste Chancen auf Wale und Papageien Taucher.

Nach Risøyhamm legen wir kurz in Sortland an, welches das Zentrum der Vesterålen und Hauptstützpunkt  der Nordnorwegische Küstenwache ist.

Nach dem Mittagessen laufen wir Stokmarknes an. Hier ist die Wiege der Hurtigruten – Idee und deren Geschichte begann 1893 mit Richard With. Wir besuchen das Museum, wozu auch das alte Schiff Finmarken gehört. Sicher war es für die damals reisenden schon Luxus, aber natürlich kein Vergleich zu uns heute.

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Zurück auf der Midnatsol bekommen wir vom Chefkoch an Deck demonstriert wie man einen dicken, schönen Lachs filetiert. Hier in Norwegen streuen sie lediglich Meersalz drüber und träufeln dann Zitrone, Sojasauce oder Aquavit drüber. Ich persönlich bevorzuge die Variante mit Aquavit.

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Um 16:00 Uhr geht’s wieder in den Raftsund. Leider ist es wieder dunkel und das Licht ist nicht so toll wie beim ersten mal. Trotzdem ist es wieder beeindruckend und man kommt sich bei den engen, hohen Felswänden unendlich klein vor. Nach seiner Passage sind wir jetzt wieder in den Lofoten.

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Solvær, das Zentrum der Lofoten erreichen wir gegen 18:30, wo wir die „Magic – Ice“ eine Eis – Skulpturen – Bar besuchen. Dort ist alles aus Eis, Möbel, Wände, Gläser und Skulpturen. Alle norwegischen Sagengestalten und Helden, Eisbären, Fische, Vögel, Krebse, Leuchtturm und Meerjungfrau ist dort zu finden. Alles ist toll beleuchte und mit einer irren Musik untermalt.

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Abendessen gobt’s deswegen heute erst um 20:00 Uhr.

Um 21:30 heißt es zum unglaublichen 6. Mal „aurora activity“. Diesmal recht zart und schwach, aber jedes mal anders und mit Gänsehaut. Es sollten unsere letzten Nordlichter auf dieser Reise sein.

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Um 22:00 erreichen wir Stamsund und werden anschließend auf dem Vestfjord gut in den Schlaf geschaukelt,

 

 

16. Januar, Tag 10: Polarkreis – Røvik

Nach dem Frühstück überqueren wir gegen 9:20 Uhr den Polarkreis. Das Wetter ist mit -9°C und 7 Beaufort etwas ungemütlich. Trotzdem quitiert das Schiff den Polarkreis wieder lautstark. Nach altem Brauch wird eine Stärkung gereicht – „Dorsch – Leber – Öl“. Als wir sehen, wie selbst die Besatzung das Gesicht verzieht, verzichten wir allerdings auf diese Stärkung.

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Der Wind nimmt immer mehr zu und man kann sich kaum an Deck halten, geschweige denn fotografieren. Wenig später erfolgt die Durchsage, dass alle Außendecks gesperrt sind, da wir 40 m/s Wind hätten. Ab 32 m/s ist es Windstärke 12. Wir befinden uns also in einem ausgewachsenen Orkan, was das Schiff mit gerumpel und Windheulen bestätigt. Dafür kommt gegen 11:00 Uhr tatsächlich seit Tagen mal wieder die Sonne über den Horizont

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Draußen ist schönes Licht, aber leider wieder viel zu normal. Sicher haben wir heute zum letzten mal dieses herrliche polare Licht gesehen.

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Mit gehöriger Verspätung durch den Sturm geht es über Nesna, vorbei an den Sieben Schwestern (einer Bergkette). Auf Grund des Wetters muss das Schiff allerdings seine Route ändern, so dass wir nur einen kurzen Blick erhaschen können.

Dafür haben wir heute mal wieder einen tollen Sonnenuntergang, der sich auch „fast“ fotografieren lässt. Eine Hand für den Fotoapparat, die andere Hand um sich draußen festzuhalten.

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Um 18:00 geht es zum Captainsdinner, wo uns die Besatzung mit einem Gläschen Sekt begrüßt, einige Reden gehalten werden und sich die Servicekräfte vorstellen.

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In diesem Zuge möchte ich noch einmal erwähnen, dass hier wirklich alle, von der Putzfrau bis zum Kapitän extrem freundlich, nett und zuvorkommend sind.

Gegen 21:00 ist heute Schluss für uns.

 

 

17. Januar, 11 Tag: Trondheim – Kristiansund

Da die Nacht sehr ruppig und rauh war und wir einige Male wach geworden sind, weil das Schiff sich „schüttelte“ oder sich gar nicht mehr aufrichten wollte, erleben wir leider heute früh Trondheim aus der Koje. Aber wir haben es ja auf der Hinfahrt schon kennen gelernt.

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Wir genißen ein spätes Frühstück. Das Wetter ist noch immer stürmisch, aber sonnig, bei -5°C. Auf der Hinfahrt hatten wir hier noch über +10°C.

Die Gegend verändert sich zunehmend. Die Berge werden flacher, es gibt wieder Bäume, Weiden und Felder, „unser“ geliebtes polare Licht ist weg, irgendwie wird es ziehmlich normal……

Wir fahren durch den 170km langen Trondheimfjord, der von Unterwassertunnel, die die Inseln mit dem Festland verbinden, durchzogen ist.

Eine der Inseln ist Hitra – mit der größten Hirschpopulation Europas, eine andere ist Smøla – mit 2400 Einwohnern – auf jeden kommt eine kleine Insel oder Schere.

Irgendwie ist es eigenartig. Wir haben schönstes Licht, die Landschaft ist traumhaft, auf der Hinfahrt hat es uns hier schon absolut begeistert. Und nun? Nach all dem, was wir die letzten Tage erlebt haben, ist es irgendwie zu normal. Das stürmische, ungemütliche Wetter trägt auch seinen Teil dazu bei. Man merkt, dass man wieder in die Zivilisation kommt und sich die Fahrt dem Ende neigt…..

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Nachdem wir um 16:30 Uhr in Kristiansund angelegt haben, fangen wir an unsere Koffer zu packen. Den Abend, nach unserem letzten Abendbrot an Board, verbringen wir an unserem Lieblingsplatz auf

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18. Januar, Tag 12: Måløy – Bergen – Deutschland

Früh sind wir heute auf und bekommen das An- und Ablegen in Måløy mit, bevor es zu einem letzten Frühstück geht.

Die Koffer stehen zur Abholung bereit, die Boardrechnung bezahlt und die Kabine geräumt.

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Jetzt heißt es in der Cafeteria warten und Abschiednehmen, vom Schiff, der Besatzung und den Mitreisenden. Während die Crew anfängt klar Schiff zu machen und es für die nächste Fahrt vorzubereiten, macht sich bei allen Gästen Wehmut breit, während draußen die wunderschöne Scherenlandschaft vorbei zieht. Aber so recht kommt keine Stimmung zum fotografieren auf.

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Nach dem letzten Mittag an Board erreichen wir Bergen eine halbe Stunde vor der geplanten Ankunftszeit. Dann heißt es auch für uns „visitors please leave the ship!“. Nach einem letzten „beep“ der Boardkarte verlassen wir die M/S Midnatsol zum letzten mal, bevor es per Bus zum Flughafen geht.

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Es ist hell und das laute „schwätzen“ der Menschen fällt uns sofort negativ auf. Wie schön war die Dunkelheit und die Stille des Nordens…..

Nach einem ruhigen Flug erreichen wir Amsterdam. Dort merken wir bei einem halbstündigen Fußmarsch von Gate zu Gate, wie groß der Flughafen wirklich ist. In Gesellschaft von nur 14 weiteren Fluggästen erreichen wir pünktlich Frankfurt / Main.

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Boardverpflegung auf des M/S Midnatsol

Das Essen an Board ist absolut lecker und toll, auch wenn das abendliche 3 Gang Menü recht übersichtlich ist.

Die „guten Geister“ des Restaurants

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Bei diesen Preisen vergeht einem die Lust auf Alkohol, tja typisch Skandinavien.

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Hier ein paar Gründe warum man an Board vielleicht das eine oder andere Pfund zu nehmen könnte…….

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M/S Midnatsol – unser Schiff

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Unser Schiff auf dieser Reise ist die am 15. April 2003 in Dienst gestellte MS Midnatsol, zu Deutsch Mitternachtssonne und ist nur wenige Monate jünger als ihr Schwesterschiff die MS Trollfjord. Typisch für beide Schiffe ist der zweistöckigen Panorama-Salon mit seinen großen Fensterfronten, über der Brücke am Bug. Dort ist auch unsere Lieblingsplatz.

Das Schiff hat mit einer Länge von 137,5m, einer Breite von 21,5m 16151 BRZ und eine Reisegeschwindigkeit von 15 Knoten.

Neben 35 Autos finden bis zu 638 Kreuzfahrtgäste, 362 Tagesgäste und ca. 200 Besatzungsmitglieder Platz an Board.

Wir finden es sehr angenehm, dass unsere Fahrt nicht voll ausgebucht ist. Nordgehend sind wir ca. 200 Passagiere, südgehend noch etwa 130 (ab Trondheim noch einmal deutlich weniger, da hier etliche die Bergen – Bahn nach Oslo nehmen). Wie wir erfahren, ist es wohl eine der schlechtest gebuchten Reisen, auf der Reise zuvor waren es noch 600 Passagiere.

Wir genießen jedenfalls den Platz und die Ruhe an Board und freuen uns über kleine Gruppen bei den Ausflügen. Ich bin mir nicht sicher, ob mir ein voll ausgebuchtes Schiff auch so gut gefallen würde.

Hier einige Außenansichten der MS Midnatsol

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Der Ladebereich des Postschiffes:

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Lagepläne:

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Deck 9 Außen-Deck. Der vordere Teil dient als „Eventbereich“, im mittleren Bereich sind die Whirlpools zu finden und im der hintere Bereich, das Hubschrauberlandedeck, dient als Sonnen- und Aussichtsdeck.

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Whirlpoolbereich auf Deck 9:

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Die „Event“ – Bar auf Deck 9:

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Der zweistöckigen Panorama-Salon Deck 8 und Deck 9. Unser Lieblingsplatz ist die ganze Reise über der obere Bereich auf Deck 9.

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Die Bar auf Deck 8, die wir nie besucht haben…..

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unser zweiter Lieblingsplatz ist die „Bar Paradies“, gegenüber der eigentlichen Bar……

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…. und direkt am Kaffee- und Teeautomat.

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Ebenso haben wir den Raum Hamsum und die Bibliothek ebeso wenig besucht wie

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den Internetbereich, da es an Board ein freies WLAN gibt.

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Ebenfalls auf Deck 8 befindet sich der Infobereich mit Ausflugstipps, den Tagesplänen, Nachrichten, Wetterbericht etc….

 

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und auch die Reiseleitung.

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Unsere Kabine 728 befindet sich auf dem Deck 7, einem reinen Kabinendeck

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und ist eine etwas größere Außenkabine.

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Auf dem ebenfalls reinen Kabinendeck 6, befindet sich ein weiterer Außenbereich, welcher einmal rund um das Schiff führt.

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Auf dem 5 Deck befinden sich neben dem Konfernz- und Videoraum eine Sitzbereiche,

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der Kiosk, Cafeteria und der Boardshop.

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Ebenfalls auf Deck 5 liegt das Restaurant.

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Auf Deck 4 liegt die Rezeption und der Ein- und Ausgang (außer in Bergen).

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Die Decks 4 – 9 sind über das Atrion mit 2 Aufzügen und 2 Treppenhäusern verbunden.

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Zahlen und Fakten zu 12 Tagen mit der Hurtigrute

  • Wir waren 13 Tage in Norwegen unterwegs, davon 12 auf Kreuzfahrt mit der M/S Midnatsol
  • Wir haben im Flugzeug 2500 km zurückgelegt.
  • Wir haben 5176 km Seeweg befahren
  • Wir haben 68 mal in einem Hafen angelegt
  • Wir haben Windstärke 12 auf See erlebt.
  • Wir waren in Hammerfest, der nördlichsten Stadt der Welt
  • Wir waren am nördlichsten Punkt Europas, dem Nordkapp
  • Wir haben eine Husky Schlittenfahrt in den Bergen über Tromsø gemacht.
  • Wir erlebten real -27°C und gefühlt fast -50°C.
  • Wir haben ca. 40 Liter Wasser, 70 Tassen Tee und 100 Tassen Kaffee getrunken.
  • Wir haben für ein Glas Bier 8,50€ und für eine Flasche Wein 54€ bezahlt.
  • Wir sind auf der zugefrorenen Barentssee am Rande der Taige Snowmobil gefahren.
  • Wir waren nur wenige 100m von der Russischen Grenze entfernt.
  • Wir haben 2 x den Polarkreis überquert.
  • Wir sind Mitglieder im Nordkappclub
  • Wir haben Temperaturunterschiede von 27°C innerhalb von 24h erlebt.
  • Wir haben die 1809 Orgelpfeifen im Nidarros Dom in Trondheim gesehen.
  • Wir haben 6 x (ca. 4 Stunden) das Naturschauspiel der Nordlichter genießen dürfen.
  • Wir befanden uns nördlicher als Sibieren oder Alaska.
  • Die Entfehrnung nach zu Hause war teilweise doppelt so weit, wie die zum Nordpol.
  • Wir haben zusammen 6kg zugenommen.
  • Wir haben etwa dezente 7000 x den Auslöser der Kamera betätigt, daraus entstanden 5002 Fotos.
  • Wir haben 18000 kleine Inseln passiert.
  • Wir haben in der Eismeerkathedrale in  Tromsø um Mitternacht das „Ave Maria“ gehört
  • Wir haben Seeadler und Rentiere in freier Wildbahn beobachtet.

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und wir haben 1 Million Eindrücke gesammelt,
die wir nie vergessen werden!

 

 

Hunting the light! – Fazit und Rückblick

Der Alltag ist wieder eingekehrt, die Bilder fertig „entwickelt“, das Fotobuch mit 106 Seiten ist im Druck, der erste „Fotoabend“ liegt hinter uns, Zeit mal auf diese ungewöhnliche Reise zurück zu blicken.

Ich muss sagen, von dem Reiseveranstalter Hurtigruten bin ich mehr als positiv angetan. Zu jeder Zeit der Planung und der Reise fühlten wir uns rundum gut informiert. Wie unbürokratisch und reibungslos alles in Norwegen ablief, von den Transfers, dem Hotel bis hin zu den Ausflügen war einfach großartig.

Unsere 5 Ausflüge, welche sicherlich im Vergleich zu anderen Reisen, nicht günstig zu nennen sind, waren super und liebevoll organisiert. Sie waren alle rundum eine Runde Sache und in sich absolut stimmig. Zu keiner Zeit fühlte man sich abgezockt, oder ähnliches. Vielmehr hatte ich das Gefühl immer ein Gast unter Freunden zu sein.

Vielleicht wird dieses noch durch die herzliche und lebensfrohe Mentalität der Norweger verstärkt. Ich muss sagen, ich habe in all den Tagen nur einmal einen unfreundlichen und mürrischen Norweger getroffen, aber vielleicht hatte er auch nur einen sehr schlechten Tag erwischt.

Schon in Bergen fanden wir das späte Tageslicht und die frühe Abenddämmerung sehr „aufregend“. Wie es sich aber im Laufe der Reise entwickelt hat, bis hin zu 2 Stunden Dämmerlicht über die Mittagszeit, war schon ungewöhnlich. Man verliert sein Zeitgefühl und der Körper fährt dermaßen runter, dass man sich in einer Art permanenten Dämmerungszustand befindet. Es entspannt völlig und alle an Board wurden absolut ruhig.

Ein Vorteil der Postschiffe ist, das sie viele Häfen anlaufen. Das hat sich aus meiner Sicht aber teilweise, auf Grund des Fahrplanes, auch als Nachteil herausgestellt. Gerne hätte ich mehr Zeit in einigen Städten gehabt, um mir z. B. Tromsø, Kristiansund, Kirkenes oder das Nordkapp noch näher anzuschauen.

Häfen die nordgehende Schiffe tagsüber anlaufen, werden südgehend nachts angelaufen und umgekehrt. Das bedeutet eigentlich, dass man alles am Tage sehen kann. Dabei sollte man allerdings im Winter die längere Dunkelheit bedenken. So haben wir leider den Raftsund zweimal bei Dunkelheit durchquert.

Über das Licht nördlich des Polarkreises hatte ich im Vorfeld schon viel gelesen. Viele, die nicht wie wir, das Glück hatten Nordlichter zu sehen, schrieben, dass sie dieses Licht dafür entschädigt hätte. Ich muss sagen, das Licht hat meine Erwartungen absolut übertroffen. So hatten wir nicht nur traumhafte Sonnenuntergänge, sondern vielmehr das „Tageslicht“ in kaltem blau, lila, gelb, orange war genial. Es hat uns an das Cover der Kinderbuches „Lars, der kleine Eisbär“ erinnert. Der Himmel war oft wie gemalt. Die Tage an denen die Sonne nicht mehr über den Horizont kam, herrschte ebenfalls die ganze Zeit Sonnenaufgang, bzw. Untergang. Und mehr als einmal haben wir Richtung Süden den Sonnenaufgang direkt neben dem Sonnenuntergang gesehen. Gigantisch!

Das wir zu der Zeit unserer Reise starken Sonnenstürme hatten, war sicherlich ein absoluter Glücksfall. So haben wir insgesamt 6x!!!, teilweise sehr starke, Nordlichter sehen dürfen, welche live noch viel atemberaubender sind, als auf allen Fotos.

Als Problem stellte sich allerdings diese von Board zu fotografieren. Trotz Spiegelreflexkamera, Stativ, 28mm Objektiv  und einer Blende von 1,8 war es nahezu unmöglich vom Schiff aus scharfe Bilder zu machen. Obwohl das Schiff sogar teilweise seine Fahrt verlangsamte, reichten die Vibrationen der Maschinen und der Seegang aus, bei mehreren Sekunden Belichtungszeit, alle Bilder zumindest leicht zu verwackeln.

Oft schon wurde ich gefragt, und habe mir die Frage auch schon diverse male selbst gestellt, „was war das schönste?….“

Ich kann es nicht sagen. Meine „Highlights“ sind sicherlich die „Drei großen Ausflüge“, die Husky Schlittenfahrt, das Nordkap, und die Snowmobilfahrt, ebenso wie die Landschaft, die Polarnacht, das Licht und die Nordlichter, oder einfach die norwegische Mentalität. Ich kann es nicht sagen. Das schönste Stück Reise denke ich war von Tromsø nach Kirkenes.

Die Reise war ein langer Traum gewesen und hat, unbeachtet der finanziellen Mittel, Lust auf mehr gemacht.

Gerne würde ich die Reise noch einmal zur Sommersonnenwende machen, um das Gegenteil der Polarnacht zu erleben, oder auch noch mal im Winter, vielleicht dann auch nur Tromsø – Kirkenes mit einigen Übernachtungen in den Häfen. Auch hat sich mein langer Wunsch nach einem Urlaub auf den Lofoten noch verstärkt. Auch hier waren wir leider nur im Dunkeln und viel zu kurz.

Diese sicherlich ungewöhnliche Reise war ein absoluter Traumurlaub und danke an alle die diesen ermöglicht haben und dazu beigetragen haben, das er so wurde, wie er war.

„Im Norden erlebt man, schlafen kannst Du im Süden“
(Sprichwort aus der Finnmark)
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© Text frei nach Sonja Reich
© Fotos Sonja u. Stefan Reich

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