Männerträume werden Wirklichkeit – oder aus Alt mach Neu

22. März 2019

Die Entstehung unseres eigenen Fotostudios.

Hach wie ist es herrlich mal die gute Fee zu sein, der Wunscherfüller – und genau in diese Position kam ich Anfang dieses Jahres. Seit ich meinen Mann Stefan kenne, weiß ich auch, dass er so gerne ein eigenes Fotostudio hätte. Naja kein Problem, denn Wünsche darf man ja haben. Aufgrund seiner nun seit einem Jahr bestehenden zusätzlichen Selbstständigkeit als freier Fotograf (er ist Fototrainer bei der Knipsakademie und der Fotokursus und wir führen gemeinsam Hochzeits und Event Fotografie durch) www.stefanreich-photographie.de rückte dieser Wunsch natürlich sprichwörtlich in einen anderen Fokus.

Und so entstand, Ende des letzten Jahres, nach unzähligen Anfragen nach Portrait Studio Aufnahmen, die wir leider absagen mussten, die Idee, vorhandene Räumlichkeiten bei uns zu Hause anders zu nutzen. Wir machten uns Gedanken und Pläne, Listen und Illusionen. Es wurde hin und her überlegt und kalkuliert. Wagen wir tatsächlich diesen Schritt? Getreu dem Motto : wer nicht wagt, der nicht gewinnt, taten wir es.

Wie so oft im Leben, stand aber auch bei diesem Projekt erst mal viel Arbeit an, bevor überhaupt irgendwas schönes entstehen konnte. Von Anfang an machte es mich aber zufrieden zu sehen, wie glücklich mein Mann war, dass sich dieser Wunsch nun bald erfüllen sollte, und das trieb mich an. Und so fing ich im Januar an, einen Raum im Haus, den meine Großeltern Jahrzehnte als Ihre Küche nutzen, auszuräumen. Da dieser Raum seit Ihrem Tod, von uns nicht benötigt wurde, wurde er als Abstellkammer, Bastelraum, Wäscheraum etc. genutzt. Alles was in unserem 340 qm großen Haus keinen Platz fand, wanderte hier herein. Die alte Küche war mein Deko und bastel Lager. Unzählige Kerzenständer, Vasen, Figürchen, Papiere, Bänder, Blüten, Geschenkpapiere und eben Bastelmaterial für jegliches kreative Projekt war hier untergebracht.  

Beim Ausräumen und ausmisten, musste ich wirklich sehr oft über mich den Kopf schütteln, was sich hier über die Jahre angesammelt hat. Ich war sehr riegeros und trennte mich von vielem. Das übrig gebliebene wanderte in den Keller.

alte Küche

Als die Schränke leer waren kamen dann die Erinnerungen an meine Kindheit. Viele schöne Stunden habe ich in der Küche meiner Oma verbracht. Ich liebte Ihren Reisbrei, Ihre Hefekuchen, ich rieche förmlich noch ihre Suppen die es bei ihr täglich vor der Hauptmahlzeit gab. Ich sehe meinen Opa auf dem alten Sofa, das in der Küche stand, seinen Mittagsschlaf halten, oder habe vor Augen, wie Oma am Küchentisch frisiert wurde. In den Erinnerungen ist vieles greifbar nahe und vieles wiederum verblasst wie die Tapeten an den Wänden. Da an der Minimum 35 Jahre alten Küche nichts kaputt war – außer, dass sie wohl dem heutigen Schönheitsideal nicht mehr Stand hielt, hatten wir uns entschieden, sie an einen guten Zweck zu verschenken. Unsere Entscheidung fiel auf das Darmstädter Kinder Spiel Mobil, wo sie im Aufenthaltsraum sicher noch gute Dienste tut. Als die alten Schränke verstaut waren, wusste ich einfach, das Oma von oben lächelt und sich freut, dass Ihre Küche noch weiter im Einsatz bleiben würde. Für uns war die Aktion total interessant, und für einen heutigen Küchenbauer wäre es sie wahrscheinlich auch gewesen. Die Arbeitstechniken und Materialen von damals waren schon der Hammer.

Speilmobil

Kaum waren die Möbel aus dem Raum entfernt, fingen wir an die Uralt Tapeten zu entfernen, dies gestaltete sich äußerst mühsam, weil sich tatsächlich immer nur Briefmarken große Fetzen lösen ließen. Anschließend war der alte Fliesenspiegel dran, nur mit roher Gewalt war auch das zu bewerkstelligen. Der Putz rieselte an vielen Stellen massiv ab, es kamen alte Wasserrohre zu Tage, mit denen keiner was anzufangen wusste, außer der Installateur der sie uns dann abklemmte. Neue Stromleitungen mussten gelegt werden, kleine und riesengroße Löcher in den Wänden mussten beigeputzt werden, ein alter PVC Boden mit gefühlt 100 Jahre altem Leim verklebt, musste raus gerissen werden… Es kostete viel Kraft und Energie ….wie das so ist mit Männerträumen 

Unzählige male musste zum Baumarkt gefahren werden, wegen Renovierungsmaterial, Werkzeug, neuem Bodenbelag und neuen Tapeten. An vieles musste gedacht werden, denn anders wie in Wohnräumen,  durfte ja z. B. nichts stark reflektieren usw.

Irgendwann waren dann Gott sei Dank die dreckigen arbeiten vorbei, unzählige Behälter mit Bauschutt gefüllt und unsere Knochen geschunden. Nun konnte es dann endlich ans tapezieren gehen, was uns flott von der Hand ging.

In einem so alten Haus ist es natürlich klar, dass keine Wand gerade ist, dass rechte Winkel quasi nicht existieren und immer mit Überraschungen zu rechnen ist. Nach dem tapezieren war dann der neue Bodenbelag dran …. Laminat sollte es werden, denn mit der Verlegung hatten wir im Prinzip schon Erfahrung …. im Prinzip …. die Realität sah anders aus. Ein neues Klick System ließ uns so dermaßen verzweifeln, dass wir kurzerhand das vorhandene im Baumarkt zurückgaben und ein neues aussuchten. Dazwischen lag pure Verzweiflung!

Mit dem neuen Laminat kamen wir dann aber schnell zum Ende, und unser Ergebnis war für uns sehr zufriedenstellend. Wir waren stolz auf die geleistete Arbeit.

Nun hieß es den Raum noch zu beleben, ein Hintergrundsystem, eine Studioblitzanlage und diverse Softboxen, Lichtformer und Scheinwerfer hielten Einzug und verwandelten die ehemalige Küche nach und nach in ein Fotostudio. Auch das Schwedische Möbelhaus freute sich über unseren Besuch, bei dem etliches an Kleinmöbel zum fotografieren gekauft wurde. So dass wir verschiedene Set Ups anbieten können.

Nachdem alles aufgebaut und angeschlossen war, konnten wir bald behaupten, dass wir fertig waren und dass ein Männertraum in Erfüllung ging!

Mittlerweile haben schon ein paar Test Shootings stattgefunden um alles richtig einzustellen und auszuprobieren

 

Und so können wir ab April 2019 Shootings zur Portraitfotografie im eigenen Studio anbieten.

 

Wir würden uns freuen, auch Euch mal hier begrüßen zu dürfen und Euch im Bild zu verewigen…. schaut gerne auf der Webseite www.stefanreich-photographie.de nach unseren Konditionen

Und lasst uns unser Motto „Ihr Moment in unserem Fokus“ in die Tat umsetzen.

1 Comment

  • Reply Ursula Melchior 23. März 2019 at 10:15

    Hallo Sonja Reich,
    ich bin eine ehemalige Arbeitskollegin Ihres Mannes und habe gerade über Facebook die „Männerträume werden war“ gelesen. Dabei ist mir zum wiederholten male aufgefallen wie schön, humorvoll und lebendig Sie schreiben. Ich musste mehrfach herzlich lachen, da auch ich gerade „ausmiste“ und sehr ähnliche Gedanken hatte. Das Studio ist wunderschön geworden und ich wünsche Ihnen/Euch ganz viel Freude beim Photographieren und auch beim Schreiben.
    Herzliche Grüße aus dem Mittelhessen.
    Uschi Melchior

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