NACH WEIHNACHTEN – IST VOR WEIHNACHTEN!!

7. Januar 2018

Kleine Nachlese zu unserem Weihnachtsmarkt Wochenende in Rüdesheim am Rhein

Am 2. Adventswochenende, schafften wir das, was wir uns schon ein paar Jahre vorgenommen hatten – wir besuchten Rüdesheim und seinen viel gelobten „Weihnachtsmarkt der Nationen“. Einerseits freuten wir uns, als es pünktlich zur Abfahrt anfing zu schneien, andererseits war das Staßen Chaos vorprogrammiert … und wir sollten Recht behalten .Rüdesheim 2017 12 10 13 02 16 001 620x827 NACH WEIHNACHTEN – IST VOR WEIHNACHTEN!!

Oft liegt das Gute ja vor der Haustür, so auch Rüdesheim, aber irgendwie war es nie unser Ziel. Über www.kurzurlaub.de  hatten wir aber nun ein Weihnachtsmarkt Special im Hotel zum Bären gebucht (www.zumbaeren.de ), ein kleines familiär geführtes Hotel, etwa 5 Gehminuten vom Marktplatz entfernt, um den der Weihnachtsmarkt aufgebaut ist …. haha Glühwein wir kommen.

Durch den Wintereinbruch war es aber wirklich schwierig, die kleinen engen Gassen zu befahren. Rutschpartie war das treffende Wort. Irgendwann landeten wir dann aber doch vor Ort, und in der dazu gebuchten Garage( was empfehlenswert ist – mangels Parkmöglichkeiten)

Ausgesprochen nett wurden wir vom Besitzerehepaar mit einem Glas Sekt begrüßt, und sehr zuvorkommend in unser großes Zimmer begleitet. Wir bekamen an der Rezeption ein paar Erklärungen, Empfehlungen für Ausflüge und einen Gutschein für unser 3 Gang Abend Menü außer Haus. Dies verwunderte uns sogleich, denn es war bei dem Reiseveranstalter in der Beschreibung von 1x 3 Gang Abendessen pro Person die Rede – nun galt es für zwei Abende …freu …

Wie immer packten wir nur rasch aus, und zogen dann gleich los um zu erkunden, was um uns herum los war.

Und so stolperten wir geradezu auf den bekannten Weihnachtsmarkt der Nationen. Laut Werbung befanden sich auf dem 23. Markt internationale Künstler, Brauchtum, Waren und Spezialitäten aus 15 Nationen aus 6 Kontinenten! (hmm…?) wir waren sehr gespannt.
Nun ja das Ambiente von Rüdesheim, eingebettet im Unesco Welterbe Oberes und Mittelrheintal, hat uns durch die vielen kleinen Gassen, die schönen Fachwerkhäuser und Adelshöfe (besonders schön in der Oberstraße, aus div. Kulturepochen aus alten Rüdesheimer Geschlechten) sehr gut gefallen – romantische Stimmung tut sich hier nicht schwer.

Die knapp 10 000 Einwohner Rüdesheim, haben das Glück, in einem wundervollen Weinanbaugebiet zu wohnen, und dem leckeren Riesling der Region zu frönen. Wir genossen allerdings zuerst einmal den 1. Glühwein, der sehr lecker war.

Nach dem ersten Rundgang über den Weihnachtsmarkt durch schön geschmückte Gassen, ausdekorierten einladenden Hinterhöfen, integrierten Gaststuben, Mandeln, Waffeln, Glühwein 1-6, heißen Mirabellen und Moltebeeren Schnaps, Bratwurst und Dingendiemanaufweihnachtsmärktenhaltsokauft, waren wir uns allerdings schnell einig: ganz nett, durchaus liebevoll durchdacht und arrangiert – ABER – wo war die Nationalität??? Gilt hier das Stück Pizza aus Italien, der ungarische Langos, die französische Salami, der österreichische Germknödel, das Schweizer Raclette Brot, das belgische Glühbier etc. schon als Werbeaufhänger: “ Weihnachtsmarkt der Rationen“ ? DAS findet man auf jedem größeren Weihnachtsmarkt!
Lediglich ein Areal als „Little Lappland“ bezeichnet, und eine mongolische Jurte war etwas Besonderes für uns. Wir waren ein klein wenig enttäuscht.

Ein Teil des Weihnachtsmarkt Rundganges führt durch die bekannte „Drosselgasse“, diese nur max. 2 Meter breite und 144 Meter lange Gasse, hat durch ihre Weingasthäuser und Gartenschänken ein besonderes Flair. Hier wurde bereits 1727 das erste Weinhaus, der „Drosselhof“ eröffnet.

gendwann bettelte der Magen dann nach „etwas Richtigem“ zum Essen, und so machten wir uns auf den Weg. Mit Gutschein ging es ins Restaurant Ratsstube (www.ratsstube-ruedesheim.de ) ein durchaus nettes Restaurant mit gutbürgerlicher Küche. Wir durften aus zwei Hauptgerichten wählen. Vorab gab es eine Suppe und div. Kleinigkeiten zum Nachtisch. Wir waren absolut zufrieden – hatten ja auch keine Sterneküche erwartet. Der Service, das Ambiente, ist absolut in Ordnung.

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Ein wenig k.o. und durchaus etwas angedudelt, sanken wir in die bequemen Betten des Hotels.

Am nächsten Morgen freuten wir uns über ein nettes, kleines, aber völlig ausreichendes Frühstücks Buffet, was liebevoll wie die Tische hergerichtet war. Ebenso fanden wir an unserem Tisch eine Tüte mit Wasserflaschen, Müsliriegeln, Äpfel und zwei Brötchen zum selbst belegen – als Lunchpaket, welches im Arrangement enthalten war.

Da es draußen wie aus Kübeln goß, entschieden wir uns, uns zuerst einmal die katholische Pfarrkirche St. Jakobus, direkt am Marktplatz anzusehen. Diese wurde im 14. Jhd. erbaut, und nach ihrer fast gänzlichen Zerstörung 1944, wieder komplett aufgebaut.

Unser Weg führte uns weiter zum Adlerturm, der 20,5 Meter hohe spätgotische Turm aus dem 15. Jhd., war Teil der alten Stadtbefestigung. Im Keller befand sich ein Verließ und später ein Gasthaus, in dem sich schon Goethe aufhielt. Wir liefen am Rheinufer entlang und fragten uns, wie es denn hier im Sommer wohl aussehe, anstatt im „Einheitsgrau“. Und hier beschlossen wir auch, das kleine Städtchen mit den vielen einladenden Weinhäusern wirklich einmal im Sommer zu besuchen.
Jede Menge Burgen laden zum bestaunen ein, eine Schifffahrt auf dem Rhein, vorbei am Binger Loch, dem Mäuseturm oder der Lorely ist fast Pflicht.
Auch Sigfrieds mechanisches Musikkabinett, die Asbacher Besucherwelt, das Foltermuseum oder die mittelalterliche Brömserburg mit dem Rheingauer Weinmuseum, sind sicher ein Besuch wert.
Es gibt also viele Gründe, noch einmal wieder zu kommen – außerhalb der Weihnachtsmarkt Zeit !

 

Für heute allerdings, sollte die Vinothek „Rhein – Wein – Welt „ (www.rhein-wein-welt.de ) unser Ziel sein, welches uns vom Hotelier ans Herz gelegt wurde. Hier in den historischen, denkmalgeschützten ehemaligen Weintanks der Asbach Uralt Brennerei, entstand im September 2017 eine wahrliche Schatzkammer für Rheinweine. 

Schon beim betreten des 1000 Quadratmeter großen Areals, in dem bereits 2007 die letzten Abfüllungen stattfanden, spürt man sofort die Liebe zum Detail.
Wir werden herzlichst von Frau Perabo und Tochter begrüßt, sowie das Konzept erklärt.
In der Rhein Wein Welt bieten insgesamt 80 Weingüter 160 verschiedene Weine an, aus 165 Stromkilometer von Nierstein bis Königswinter. Nun stand für uns die erste Entscheidung an, denn es müssen Jetons gekauft werden. 10 Stk. Für 10 Euro oder 20 Stk. Für 19 Euro. Da es draußen immer noch regnete, entschieden wir uns für die „ große Weinrunde“. Sobald man durch den Vorhang geht, ist man wahrlich in einer anderen Welt – besser gesagt in 8 ehemalige Tanks. 
Ausgerüstet mit zwei Säckchen Münzen, Gläsern und knusprigen Brotchips, sowie einer Liste aller Weine geht’s los in die kühlen Räumlichkeiten.
An den Wänden findet man bebilderte Steckbriefe der Winzer und ihrer zwei ausgesuchten Weine, darunter die Weinkisten. In speziell für hier entwickelten Dispensern ( Kühlautomaten), sucht man sich nun den Wein aus, der einem interessiert, hält sein Glas unter den Hahn und wirft die Münze ein. Somit erhält man per Knopfdruck einen 0,03 L. Probierschluck.

Mal hat man Glück, mal Pech, mal versucht man ein teures Schlückchen – nur um mal einen 35.- Euro teuren Wein zu versuchen, ein anderes Mal versucht man mal etwas anderes an Geschmack zu finden, als das was man sonst so trinkt – welch geniale Idee!

Und all das im eigenen Tempo. Es werden Notizen und Kreuzchen in der Liste gemacht , und es wird zunehmend lustiger … Allein die Steckbriefe der Winzer, die Kisten und Flaschen Etiketten sind absolut sehenswert.

Irgendwann sind leider unsere Jetons leer – 10 neue holen? Denn komplett durch waren wir noch nicht mit unserem Rundgang, aber zehn waren uns zu viel, in 5er Schritten wäre jetzt ideal waren wir uns einig. Aber uns reichte es auch so (hicks), schwankte doch zumindest mein Boden schon etwas unter meinen Füßen.

In der angrenzenden Weinlounge zieht sich der rote Faden dann weiter, herrlich – so viele schöne Geschenke rund um das Thema Wein, tolles Porzellan, Feinkost in allen Varianten, herzige Kleinigkeiten, Käse, Wurst etc. werden angeboten.

Eine hochinteressante kleine Speisekarte lockt uns ebenso. Wir entscheiden uns für „Drei mal Wild im Glas“ und „Rheingauer Runde, Munsterkäse in Filoteig“ – ober lecker und wunderhübsch presentiert. Beim schwelgen im Genuss Himmel, suchen wir die Weine aus, die wir mit nach Hause nehmen wollen, die Wahl fällt uns schwer.

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Als wir die alten Lagerhallen verlassen, sind wir rundum glücklich, zufrieden, satt und beschwipst. Ein absolut geniales Konzept und für jeden Weinliebhaber ein absolutes Muß!

Um wieder einen klaren Kopf zu bekommen, stand nun ein erneuter Weihnachtsmarkt Rundgang auf unserem Plan – ohne Glühwein für mich! Nach unserem inkludierten Abendessen, besuchten wir an diesem Abend das historische Weinlokal „ Zum grünen Kranz“ ( www.gruenerkranz.com) in der Oberstraße 42-44, wo wir uns sehr gut aufgehoben fühlten. Auch hier, wie überall im Städtchen, eine herzliche Freundlichkeit und leckeren Wein ….. 

Irgendwie schwankte in dieser Nacht meine Bettseite extrem….

Gott sei Dank gab es am nächsten Morgen wieder lecker Frühstück, und erneut lag alles für ein Lunchpaket bereit. WOW 2ÜF + 2×3 Gang Abendessen, 2x Lunchpaket und ein Glas Sekt. Für 2 Personen 220.- Euro, extrem gutes Angebot von kurzurlaub.de wie wir finden.

Nun hieß es Abschied nehmen, aber wirklich mit dem Gedanken, dass wir hier nicht das letzte Mal waren.
Unseren Abschluss Ausflug machten wir in die naheliegende Bennediktinerinnen Abtei Skt. Hildegard, welche inmitten der Weinberge, oberhalb Rüdesheim liegt und einen fantastischen Ausblick in Mittelrheintal bietet.

Die Klosterfrauen leben noch heute nach den Regeln des hlg. Benedikt und den Traditionen der heiligen Hildegard. In der Abteikirche kann man Fresken im Stil der Benroner Kunstschule bewundern.

Ebenso gibt es ein Kloster Cafe und einen recht netten Klosterladen. Alles in allem haben wir aber schon schöneres gesehen.  Schöne, entspannte, genußvolle und weinhaltige Tage gingen mal wieder zu schnell zu Ende. 
Wir sehen uns wieder Rüdesheim – nur nicht zur Weihnachtsmarkt Zeit .

 

Kleine Nachlese:

2014 besuchten wir bereits einmal das Niederwald Denkmal hoch über Rüdesheim ( entweder per Auto ganz nach oben fahren, oder per Seilbahn an der Talstation in der Oberstraße im Ort, zu erreichen). Das Denkmal wurde von 1877 – 1883 überwiegend aus Spenden der Bevölkerung erbaut. Die 38 Meter hohe Skulptur symbolisiert die Wiedererrichtung des deutschen Kaiserreiches nach den deutsch französischen Krieges. Die Hauptfigur stellt die Germania dar.

Der kleine weiße bekannte Tempel wurde bereits 1790 vom Graf von Osten erbaut, 1944 durch alleierte Bomben komplett zerstört und wieder errichtet. Von hier hat man einen fantastischen Blick ins Rhein und Nahetal. Es gibt viele Wanderwege durch die Weinberge, und ist besonders in den warmen Monaten ein lohnendes beliebtes Ausflugsziel.

Von anstrengenden Spazier Strapazen wird man ja in Rüdesheim wunderbar mit einem köstlichen Wein belohnt – probiert es aus ! 

 

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