Tag 6: Havøsund – Nordkapp – Mehamm

12. Januar 2014

Wir verschlafen heute bewußt die Anfahrt der nördlichsten Stadt der Welt, Hammerfest.

Um 9:00 Uhr legen wir ibei Schneefall und -3°C in Havøsund an. Dieses kleine Örtchen befindet sich im Winterschlaf.

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Nach dem Frühstück erreichen wir gegen 10:00 Uhr die Finmark, die nördlichste Region Norwegens. Mit einer Größe von etwa Dänemark liegt sie auf dem gleichen Breitengrad wie Alaska und Sibirien, ist allerdings durch den Golfstrom komplett eisfrei, und die Temperaturen sind noch erträglich, wobei hier der Schnee durchaus bis Juni liegen kann. Sie ist die Heimat der Samen und weißt eine Bevölkerungsdichte von 1 Einwohner auf 1,5 km2 auf.

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Um 11:15 erreichen wir bei starkem Schneefall Honningsvåg und begeben uns sofort zu den Bussen Richtung Nordkapp. Hier liegen schon ziemliche Schneemassen. Obwohl wir hier heute etwa 2 Stunden Dämmerlicht haben, ist es durch den starken Schneefall sehr dunkel und grau in grau.

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Bei uns würde bei diesen Witterungsverhältnissen kein Mensch mehr vor die Tür gehen, geschweige den ein Auto oder ähnliches benutzen. Hier ist es normaler Alltag. Die 40 Minütige Busfahrt ist schon ein Erlebnis für sich. Gerne hätten wir die Aussicht auf die Fjorde, Sami Sommerlager, die riesigen Fisch – Trockengestelle und die nördlichste Tankstelle der Welt mehr genossen, aber die Sicht beträgt teilweise nur wenige Meter. Ich beneide den Busfahrer um seinen Job nicht, und möchte auch nicht wissen, wie weit es in dem Grau direkt neben uns die Felsen runter geht. Aber unsere wieder sehr nette Reiseleitung, von der wir etliche Informationen erhalten, betont mehr als einmal, dass wir den besten Bus und den besten Busfahrer der Insel haben. Die Straßenverhältnisse sind für  unsere Begriffe eine Katastrophe und wir halten jetzt schon mehr als einmal die Luft an. 15km vorm Nordkapp stoppt der Bus, da auf Grund der kommenden schlechten Straßenverhältnisse der Weg zum Kap gesperrt ist und wir auf einen extra bestellten Schneeflug warten müssen, der uns den Weg bahnt. Die letzten Kilometer sind dann mehr als abenteuerlich, aber alles geht gut.

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Angekommen am Kap gehen alle gleich direkt durch die Halle zum Globus direkt auf dem Felsen, welcher seit 1979 das War Zeichen des Nordapps ist.

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Es stürmt und schneit, man sieht leider kaum etwas, aber die Gewissheit, dass mans ich gerade am nörlichsten Punkt von Europa au 71° 10’ 21“N und 307m ü. d. Meer am „Ende der Welt“ befindet, ist überwältigend. Von hier aus ist unser zu Hause doppelt so weit weg wie der Nordpol!

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Wir verbringen bewußt viel Zeit draußen an verschiedenen Ecken des Kaps und genießen den Ort, die Landschaft und das Feeling. So bleibt leider kaum nocch Zeit für die Nordkapphalle, das Museum und die Multimediapräsentation. Aber für das Nordkapp Zertifikat und die Mitgliedschaft im Nordkappclub bleibt noch Zeit., bevor wir nach 2 Stunden schon wieder zum Bus müssen. Eine Stunde Zeit am Ende der Welt wäre schön gewesen.

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Die Rückfahr ist wieder absolut aufregend, man sieht seine Hand vor Augen nicht mehr und mehr als einmal muß der Bus halten und auf bessere Sicht warten.

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Auch auf der Rückfahrt erfahren wir vieles interessante über die Insel Makarøy und die Samen, bevor wir uns an Board mit warmen Kakao und Apfelkuchen stärken und die Eindrücke verdauen.

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Gegen 16:30 passieren wir die „Finnkjerka“, eine Felsformation die aussieht wie eine Kirche und ein alter Opferplatz der Samen ist. Sie wird extra für uns illuminiert, ist aber mehr zu erahnen als zu sehen, da die Sicht auf Grund des immer noch andauernden Schneesturms nahezu null ist.

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Anschließend bekommen wir Besuch an Board. Ein Fischerboot geht während der Fahrt längseits und der Fischer kommt mit seinem Fang von Königskrabben an Board, die er vor wenigen Augenblicken hier frisch in der Barentssee gefangen hat. Er gibt Auskunft über die Tiere, welche bis zu 10kg schwer sind und wir können mit ihnen „kuscheln“.

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Um 17:00 Uhr laufen wir Kjøllefjord an.

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Heute Abend gibt es ein Meerestiere Büfett…. wir sind gespannt.

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Während des Essens passieren wir um 19:15 Nordkyn, den nördlichsten Punkt der Reise. Das Fischbüfett ist gigantisch und absolut lecker. Krabben, Krebse, Königskrabben, Garnelen, Lachs, Heilbutt, Kabeljau, Seezunge, Heringe, etc. alles was das Meer hier oben hergibt. Dazu gibt es eine Flasche Weißwein, hier oben in Norwegen mit 54€ ein nicht gerade billiges Vergnügen.

Völlig „vollgefressen“ machen wir es uns auf unserem Lieblingsplatz, dem Panoramadeck auf Deck 9, gemütlich, um den Tag ausklingen zu lassen, als es plötzlich heißt „aurora activity“ Wo ist der Schneesturm hin? Unglaublich was für ein Glück wir haben, Nordlicht an zwei Abenden hintereinander. Das Grün huscht wieder ganz anders über uns hinweg wie gestern, aber dauert wieder ca. 45 Minuten.

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Nachdem wir im 22:00 Uhr kurz Berlevåg angelaufen haben beschließen wir, das es für heute reicht, da wir morgen einen anstrengenden Tag erwarten. Gegen 23:00 will ich an Deck eine letzte Zigarette für heute rauchen, aber dazu komme ich nicht. Als ich an Deck komme ist der Himmel wieder grün. Also schnell unter Deck Sonja Bescheid gesagt und den Fotoapparat geholt und schon heißt es wieder „hunting the light“. Da es diesmal kein „Nordlichtalarm“ gab ist es herrlich leer an Deck. Diesmal sind die Nordlichter nicht so farbintensiv, wie die Male zuvor, dafür aber viel großflächiger, so dass man teilweise das Gefühl hat, dass der ganze Himmel grün ist.

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Um 24:00 kaptitulieren wir vor unser Müdigkeit, aber wie heißt es in der Finmark… „im Norden erlebt man, schlafen kannst Du im Süden….!

 

 

 

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