Tag 7: Vadsø – Kirkenes – Berlevåg

13. Januar 2014

Der heutige Morgen empfängt uns mit Nebel und knackigen -16°C, aber es sollte erst der Anfang sein.

Wir befinden uns immer noch in der nördlichsten Provinz Norwegens und legen gegen 9:00 Uhr in Kirkenes an. Wir befinden uns nun nur noch wenige Kilometer vor der russischen Grenze, sind bereits östlicher als Istanbul und wären geografisch schon in einer anderen Zeitzone. Hier ist alles tief verschneit, äußerst gemütlich und alles, auch die Straßennahmen, sind schon in kyrillisch zu lesen. Russische Orte, wie Murmansk, sind auch bereits ausgeschildert.

Nach dem Anlegen geht’s gleich zum Bus. Der super nette Busfahrer Hans, welcher uns zum Wintercamp bringt, fängt gleich an uns alles über Land und Leute hier zu erzählen. Während wir bei wunderbarem Licht durch ein Winterwunderland fahren erzählt er uns, was uns die nächsten Stunden erwartet und das es heute mit -27°C etwas kühl ist und das wir nachher gefühlt knapp -50°C erleben werden, was durchaus kalt ist, er aber auf Erfrierungen bei uns achten werde, na toll!!

Nachdem wir mit weiterer Kleidung (Schuhe, dicke Handschuh, Sturmhaube und Overall über unsere normale Kleidung und Jacke, ausgestattet worden sind, können wir uns kaum noch bewegen und fühlen uns ein wenig wie ein Michelin Männchen.

Er erfolgt eine Einweisung in die Schneemobile und eine Sicherheitsbelehrung und dann geht es auch schon los. Wir befahren mit unseren Snowscootern einen zugerfroren Teil der Barentsee, neben uns die letzten Ausläufer der russischen Taiga, die Grenze ist in Sichtweite. Das Licht in lila, rosa, blau und gelb ist grandios und die Fahrt ist der Hammer. Wir fahren das zweite Mobil hinter unserem Führer. Uns folgen noch weitere 5 Teams, zum Schluss kommt der Sicherungsschlitten.

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Ab und an machen wir kurze Pause, Hans schaut ob bei uns alles in Ordnung ist, und gibt Tipp bei den ersten aufgetretenen Erfrierungen. Und so lenken wir unsere Schlitten mal langsam mal mit fast 90 km/h über den Fjord. In einiger Entfernung sehen wir frei lebende Rentierherden. Hans stoppt die Kolonne und versucht die Tiere mit Fütterungsgeesten und Rufen anzulocken. Es klappt und die Tiere kommen wirklich näher. Rentiere sind übrigens die einzige Hirschart, wo Bock und Kuh Geweihe haben, welche sie jährlich abwerfen.

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Kurz darauf wenden wir und die Fahrt führt uns ins Camp zurück. Dort angekommen erwartet uns ein durch Lagerfeuer gewärmtes traditionelles Sami Zelt, samt Kaffee und Tee. Hans, selbst ein Same, erzählt uns viel über die Geschichte und Lebensweise seines Volkes während er getrocknetes Rentierfleisch verteilt. So erfahren wir, das der traditonelle Sami Hut 4 Ecken für die 4 Himmelsrichtungen und 4 Bänder für die 4 Elemente hat. Die Seite auf der die Bänder getragen werden drückt den Familienstand des Trägers aus. Nachdem er ebenfalls die traditionelle Trommel erklärt und einige Joiks gesungen hat, geht es auch schon wieder zum Schiff zurück.

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An Board können wir uns nach dem Ablegen ein leckeres Mittagessen nicht verkneifen. Wir staunen nicht schlecht, als beim Essen Eisschollen an uns vorbei treiben.

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Um 15:45 legen wir in Vardø an, verzichten aber auf die Stunde Landgang. Zu viel für heute, nach diesen Eindrücken. Aber wir sind nun am östlichsten Punkt Norwegens und damit am Wendepunkt unserer Schiffsreise. Ab jetzt sind wir ein südgehendes Schiff, das heißt bald wieder längeres Tageslicht und Sonne, aber auch, dass  das Ende der Fahrt naht.

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