Time for new adventures

9. April 2020

Eine Seefahrt die ist stürmisch, eine Seefahrt die ist schön

Die erste Nacht an Bord, war, nachdem wir um 0.30 Uhr im Bett landeten, wirklich heftig. Für mich nur mit Seabands und Reisetabletten zu überstehen. Ich muss mich stark konzentrieren, dass ich nicht jetzt schon die Spucktüten benutzen muss. Tatsächlich verschlafe ich dann aber doch das zweimalige Anlegen in der Nacht.
Auch am Morgen kann man kaum aufrecht laufen, so sehr schwankt es, alles wird zum Ballanceakt – die Mägen fahren Achterbahn.

Der Grund ist das Westkap, hier öffnet sich das europäische Nordmeer und gibt den Blick frei bis Amerika. Gut zwei Stunden dauert dieser Zustand bei dem sogar Zähneputzen und anziehen sehr spannend sind. Mein Körper reagiert mit heftigsten Schweißausbrüchen.

Zwischenzeitlich legen wir kurz in Maloy an, einem der größten Fischereihäfen Norwegens. Hier werden jährlich etwa 200 000 Tonnen Fisch an Land gebracht.

Irgendwann pendelt sich wieder alles ein und wir trauen uns in den Frühstücksraum. Da Stefan von uns allen am wenigsten Probleme hat, muss er uns versorgen – bei mir fühlt sich das Gehen wie im Vollrausch an, dann noch Getränke an den Tisch ballancieren – unmöglich. Während wenigsten einer ein reichhaltiges Frühstück mit Bohnen, Speck und Eiern genießt, beschränke ich mich aufs Wesentliche und konzentriere mich auf den Horizont J

Die Münchner erscheinen erst gar nicht – später am Tag erfahren wir, dass die Spucktüten im Dauereinsatz waren, und Sie am liebsten heimfliegen würden.

Eine der Neuerungen auf dem Schiff, ist, dass das dreiköpfige Expeditions Team, an markanten interessanten Punkten während der Reise, an Deck einen kleinen Info Vortrag dazu hält. Heute geht es allerdings ganz allgemein um die Gegend rund um uns.

Es folgt ein kurzer Ladestopp in Torvik – dann kommt sie langsam um die Ecke geschlichen, die herrliche Landschaft Mittel Norwegens. Wir sind natürlich draußen an Deck, endlich durchatmen, die Kameras klicken – endlich Urlaubs Feeling, wenn auch Sturmbedingt mit 40 Minuten Verspätung.

Um 10.30 Uhr ankern wir in Alesund. Warum die Norweger diese als schönste Stadt Norwegens preisen, können wir auch dieses Mal nicht nachempfinden.
Die Stadt hat knapp 50 000 Einwohner, und liegt ca. 300 km Luftlinie von Oslo entfernt.
Eine heftigste Geschichte hat die Stadt hinter sich, denn 1904 zerstörte ein Brand sie fast komplett. Mehr als 10 000 Menschen verloren damals ihr zu Hause. Der Wiederaufbau begann umgehend und die Architekten bauten Alesund im Jugendstil wieder auf – das untypische für Skandinavien daran als Bauart: es wird keinerlei Holz verarbeitet. Die Stadt wird tatsächlich sogar als Jugendstilmekka Europas bezeichnet.

Wir laufen zum kleinen Innenhafen und zum Mini Leuchtturm. Wir genießen den Ausblick, welcher uns definitiv besser gefällt, als die viel gelobten Häuser.

Danach befinden wir uns fast nur auf Deck und fotografieren. Berge, Wasser, Schären, Häusschen, Wolken, Wasserfälle, alles in in der Endlosschleife. Wir genießen das Panorama der Sunnmore Alpen.

Auf dem Tagesplan steht dann das Mittagessen, aufgrund des dezenten Frühstücks und dem aktuell ruhigen Fahrtwassers, gönnen wir uns ein paar Teller norwegische Leckereien, nebst Dessert natürlich.

Ich besuche das tägliche Treffen mit dem Expeditions Team, es wird vom vergangenen Tag berichtet, was heute wichtig ist. Es wird auf Besonderheiten hingewiesen. Etwas norwegische Musik gespielt, ein Wort norwegisch gelernt sowie über das Wetter gesprochen. Das Team erzählt, dass wir theoretisch schon Chancen auf Nordlicht hätten, wenn es nicht so bewölkt wäre – haha. Und es wird kalt ab Morgen, Spikes werden empfohlen.

Um 16.15 Uhr laufen wir die Rosen und Jazz Stadt Molde an, die wir noch nicht kennen, da sie neu auf dem Fahrplan ist.

Die Stadt wurde wie viele 1940 zu zwei Drittel durch Bomben zerstört. Daher gibt es hier überwiegend Bauten aus den 50. Jahren, die alles andere als hübsch sind.
Da es bereits dunkel ist, haben wir noch nicht mal einen tollen Rundumblick vom Rathaus, der laut Reiseführer so sehenswert sein soll. Lediglich die Rosenfrau Statue und die moderne Domkirche sehen wir mit ihrem separierten Glockenturm.
Wir bummeln etwas, gehen aber relativ schnell wieder aufs Schiff. Warum man hier 2 Stunden Landgang hat, erschließt es sich uns nicht.

Dann folgt schon wieder …. Essen ….unser erstes Abendmenü mit Klippfisch Carpaccio, Lamm mit Gemüse und Kartoffeln sowie Apfelcrumble mit Karamell Eis. Ich fand es sehr lecker, schauen wir mal, ob es drin bleibt, denn ab 20 Uhr folgt die offene Seestrecke Hustavika … und das bei diesem Seegang  – Jippie Jeah 

 Am späten Abend erleben wir die erste Schiffsbegegnung mit der MS Vesteralen, nebst Hupkonzert der Extraklasse. Wenn man das entgegenkommende Schiff so sieht, bemerkt man auch optisch erstmal den Seegang. Auf dem Panorama Deck erleben wir ein dezentes, in den Schlaf schaukeln, und um 23.30 Uhr tauchen wir ab, in eine relativ ruhige Nacht.

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