Time for new adventures

9. April 2020

Wandeln auf geschichtsträchtigem Boden

Die Nacht war Gott sei Dank relativ ruhig. Frühstücks Meeting ist um 8 Uhr, denn der Tag hat ein volles Programm.

Kurz vor Trondheim bekommen wir von unseren Experten etwas über die vorgelagerte Insel Munkholmen erzählt. Diese kleine Insel hat nämlich eine bewegte Geschichte. Einst diente sie als mittelalterlische Klosteranlage, als militärische Festung und Hinrichtungsstätte, sowie Staatsgefängnis bis sie ihre heutige Bestimmung als Freibad bekam.

Da der Wind kräftig von hinten gepustet hat, sind wir 30 Minuten früher in Trondheim, wir werden begrüßt durch einen herrlichen Sonnenaufgang und zauberhaftem Licht.

Wir machen uns gleich auf den etwas längeren Fußweg ins Zentrum.

Trondheim, die Stadt im Zentrum Mittelnorwegens mit 193 000 Einwohnern wurde vom Wikingerkönig Olav 997 gegründet und war die erste Hauptstadt Norwegens. Von hier aus zogen die Wikinger in alle Herren Länder. Heute ist Trondheim die 3. Größte Stadt Norwegens.
Wir sind auf dem Weg zum Nidarros Dom, man fühlt sich mittlerweile „so richtig“ im Norden, eine Szenerie wie in einem Pipi Langstrumpf Film. Und alles ist so hygge.
Holzhäuser, die noch viel Weihnachtsbeleuchtung ziert, einfach alles im skandinavischen Style. Die Gehwege und Straßen sind heute vereist, und man muss sehr genau schauen, wo man hin tritt.

Dann stehen wir schon auf dem alten Friedhof um den Nidarros Dom, und sehen wenig später den kolossalen Sakralbau, der einem erstrecht im Inneren den Atem raubt. Der Dom gilt als großes nationales Kulturdenkmal. Der Bau der Kirche begann 1017, sie wurde über dem Grab des heiligen Olavs errichtet. Nach etlichen Bränden, Unglücken und Wiederaufbau Versuchen, brannte die Kirche 1708 bis auf die Grundmauern nieder. Seit damals wird der Nidarros Dom immer wieder stückchenweise rekonstruiert.
Von 1818 – 1900 war der Dom Krönungsstätte der norwegischen Könige.
Jahrelang gab es immer wieder Stillstand bei den Bauarbeiten, die Architekten starben nach und nach und Streitigkeiten waren an der Tagesordnung. So wurden z.B. die Türme erst 1968 fertig gestellt.

Das Besondere im Inneren des Gotteshauses sind die drei Orgeln. Die älteste ist aus dem Jahre 1741, die Steinmeyer Hauptorgel von 1930 und die neueste von 2015. Wie alles im Dom wirkt es mächtig und durch die gegebene Dunkelheit sehr mystisch.
Auch hier in dieser Kirche entzünde ich für Papa und unsere ganze Familie eine Gebetskerze.

Anschließend schlendern wir um die Ecke zur „Gamle Bybro“ , der alten Brücke, dem Fotomotiv in Trondheim neben dem Dom.
Die Brücke führt seit 1681 über den Nidelva Fluß, und wird umrahmt von wundervollen bunten alten Speicherhäusern, die sich im Wasser spiegeln. Man fühlt sich hier in einer anderen Welt.

Auch der anschließende Bummel durch die kleinen Gassen, an Holzhäusern und Cafes vorbei, an alten Fischerhäusern und Docks oder stillgelegten Eisenbahnschuppen, katapultieren einem in eine andere Zeitepoche.

Irgendwann müssen wir leider zurück zum Schiff, denn auch ein langer Landgang geht mal zu Ende.
Es folgt eine kleine Mittagessens Runde und stumm vor sich hin aus dem Fenster schauen …. Die Berge sind leicht gezuckert.

Die Hurtigrutenwerft Vossen wird passiert und bald taucht auch der bekannte Leuchtturm Kjeungskjaer vor uns auf. Vor 6 Jahren hatten wir hier einen irren Sonnenuntergang – das wird wohl heute nix.

Danach wird die See wieder etwas ruppiger und wir bewundern beim Abendessen die Balance Kunst der Kellner. Die offene Meeresstrecke Volda spielt mit ihnen.

Nach dem Essen geht’s aufs Panoramadeck für eine Runde Tee und Kaffee, Social Media Check, spielen oder Lesen.

Der Vollmond lässt sich von dem Geschaukel nicht beeindrucken und zaubert ein wundervolles Licht. Theoretisch könnten erste Nordlichter auftauchen – wir scannen mehrfach den Himmel ab, aber es bleibt schwarz, dunkel und schaukelig J

Wir treffen die südgehende MS Nordlys bei der Brückendurchfahrt und um 22.15 Uhr legen wir in Rohrvig an und beobachten eine Weile die Anlege Prozedur und das Verladen, bevor wir in die Kojen fallen, denn morgen heißt es früh aufstehen zur Polarkreis Überquerung.

>>> weiter lesen <<<

Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13

No Comments

Leave a Reply

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.