Time for new adventures

9. April 2020

Lawinen Gefahr!

Heute ist wieder mal ein frühes Frühstück angesagt, denn der Ausflug zum Nordkap steht an. Auch wenn wir bereits 2014 schon hier waren, freuen wir uns sehr, nochmals auf diesem besonderen Fleckchen Erde stehen zu dürfen.

Doch leider zeigt sich das Wetter von seiner übelsten Seite, an Deck sieht man die Hand vor Augen nicht.
Die tolle Einfahrt in den Magaroy Sund – nix zu sehen. Jedes Jahr im Frühjahr, werden hier etwa 4000 Rentiere mit Landungsfahrzeugen der Armee über den Sund zu ihren Sommerweiden gebracht. Im Herbst, wenn die Tiere wieder auf ihre Heimatweiden möchten, schwimmen sie mit ihren Jungtieren knapp 2 km einfach zurück über den Sund. Das muss ein tolles Naturschauspiel sein.
 So dauert es auch nicht lange, und es passiert das, was wir schon befürchteten. Es kommt die Durchsage, dass heute ALLE Ausflüge aufgrund des Wetters abgesagt werden müssen. Die Straßen wären wegen Schneemassen nicht passierbar und es herrsche absolute Lawinengefahr!
Kein Nordkap Besuch auf dieser Reise, wie schade. Enttäuschung macht sich auf dem Schiff breit. Und wieder sind wir dankbar, dass wir dies schon auf unserer letzten Reise erleben durften.

Alternativ bleibt uns nur ein Fußmarsch durch den kleinen Ort Honningsvag – hier am nördlichsten Rande Norwegens. Uns wird mit auf den Weg gegeben, dass wir die Straßenabsperrungen absolut beachten sollen, denn auch im Ort hier wäre Lawinen Warnstufe.

 Wir sind ehrlich gesagt skeptisch, werden aber absolut positiv überrascht.
Als die Luken des Schiffes aufgehen, stehen wir wahrlich im Winterwunderland. Alles ist tief verschneit, Massen von Schnee türmen sich auf, und das wohl schon längere Zeit.
Honningsvag wird als Hauptstadt der Nordkap Region bezeichnet, in Stadt und Kommune leben nur etwa 7000 Menschen. Die Stadt zählt als Hauptverbindung nach Russland und zur Barentssee.
Es ist schon ein für uns sehr unüblicher Anblick hier in der Stadt, Haustüren, Garagen, Briefkästen, Telefonzellen – alles zugeschneit.
Überall, Massen von Schnee, die aufgetürmt am Straßenrand zu finden sind, Radlader versuchen der Menge Herr zu werden und sind im Dauereinsatz.

Ältere Menschen sind mit einer Art Schlitten (der Rollator des Nordens) unterwegs, Raupenfahrzeuge und Schnee Quads sind hier Fortbewegungsmittel.

Es ist so herrlich anzusehen, alles wirkt verzaubert, und die Luft tut so gut. Da wir uns ja mitten in der Polarnacht befinden, gibt es weder Sonnen Auf – noch Untergang. Bereits um 11 Uhr ist alles in blau graues Licht getaucht.

Im 2. Weltkrieg stand von Honningsvag nichts mehr, bis auf die Kirche, zu der wir laufen. Diese wurde dann so lange als Wohnraum derer genutzt, die den Ort wieder aufbauten.

Ein wirklich zauberhaftes Örtchen – eine schöne Alternative zum Nordkap.

Wir schlendern gemütlich durch die Stadt, gehen in das ein oder andere Geschäft und kaufen ein paar typisch norwegische Lebensmittel für zu Hause in einem kleinen Supermarkt.

Es hat uns wirklich ausgesprochen gut gefallen hier. Später beim Treffen mit dem Team sollten wir hören, dass 7 Familien aus ihren Häusern, wegen abgehenden Lawinen, evakuiert werden mussten. Und wir akzeptieren endgültig, dass es wohl gut war, nicht ans Nordkap zu fahren.

 Nach diesem Winterzauber befahren wir die offene Barentssee, und sogleich fängt es heftig an zu schaukeln – heftigst!!
Die Wellen schlagen tatsächlich bis an die Fenster des Panorama Decks 8! Alles biegt sich draußen, es ächzt und knarzt alles an Bord.

Zum Abendessen gibt es heute das große „Seafood Buffet“ absolut lecker, alles was das Meeresfrüchte und Fisch Herz begehrt. Nur den Trick, wie man die harten Krebse knacken kann, muss ich mir vom Servicepersonal zeigen lassen.
Man isst mal wieder viel zu viel … aber wer kann diesem Nachtischbuffet wiederstehen ?

Was wir vor dem Essen schon als heftigsten Seegang bezeichnen, wird noch viel schlimmer, man kann wirklich kaum noch laufen – das Schiff scheint wie ausgestorben.
Das wiederrum gibt uns die Chance für eine Foto Tour durchs Schiff:

Zugang zum Schiff in den Häfen

Eine kleine Fahrt mit dem Panorama Aufzug über alle Decks:

Deck 4 die Rezeption

Impressionen von Deck 5 (Bar, Cafe, Shop, Restaurant)

Deck 6 – hier kann man einmal ums Schiff spazieren

Deck 7 – hier liegt unsere Innenkabine, gut plaziert zu den Ausgängen und im hinteren Teil des Schiffes über der Maschine, was bei dem Seegang sehr ideal war.

Deck 8 – Hier findet man die Information des Expedition Teams, die Bibliothek und den unteren Teil des Panorama Decks.

Deck 9 – Hier ist das obere Panoramadeck und das Außendeck mit den Pools.

Gegen 23 Uhr legen wir uns – es sollte eine sehr unruhige Nacht werden.

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