Time for new adventures

9. April 2020

Eisbären in Sicht

Die Nacht war wiedererwartend ruhig – wobei wir nichts dagegen gehabt hätten, uns von einer Nordlicht Durchsage wecken zu lassen. Die Aussichten darauf sind allerdings mehr als gering und werden mit jedem Tag südgehender sehr unwahrscheinlich.
Kurz vor dem Haupthafen des Tages taucht im Nebel die Insel Melkoja auf, eine Insel, die nur zur Gewinnung und Verarbeitung von Erdgas dient. 100% des norwegischen Gases wird exportiert – denn Wasserkraft ist hier im Land das Zauberwort. Die Gasanlage wurde in einem Stück mittels einer schwimmenden Plattform nach Norwegen gebracht, und nimmt die ganze Insel ein. Das Gas kommt durch eine 143 km lange Pipeline hier her, und wird zu Flüssiggas verarbeitet, dann mit Tankschiffen weiter transportiert.

Kurz danach steuern wir den Hafen von Hammerfest an, die nördlichste Stadt Europas. Es ist mit 2 Grad relativ mild, allerdings tobt mal wieder ein Schneeregen Sturm, der Wind peitscht einem die Flocken ins Gesicht, die sich wie Messerstiche anfühlen. Der eisige Wind lässt die Augen unaufhörlich tränen. Eigentlich ganz klar, wenn man bedenkt, dass wir auf dem gleichen Breitengrad wie die nördlichsten Teile von Sibirien, und dem nördlichsten Teil von Alaska sind.

Die Stadt Hammerfest ist unter anderem wegen ihrer Eisbär Geschichte bekannt, denn diese liefen zu früheren Zeiten hier einfach so herum.
Auch die Walfang Expeditionen halfen der Stadt beim Wachsen. 1891 war Hammerfest dann die erste norwegische Stadt mit elektrischen Straßenlaternen.
Fridtjorf Nansens wählte für seine bekannten Expeditionen mit der Fram Hammerfest als Starthafen.
Somit ist fast klar, dass man hier im Städtchen den internationalen Eisbärenclub findet, oder man überall Eisbärenskulpturen entdeckt.

Wir besuchen die nördlichste katholische Kirche der Welt, die als einzigstes Gebäude dem 2. Weltkrieg trotzte. Der gesamte Altarraum ist eine einzige Glasmalerei.

Wir bummeln weiter durchs Ort, und staunen nicht schlecht, als wir die ersten beheizbaren Gehwege Norwegens entdecken, von denen wir schon so viel gehört hatten. Unglaublich – wenn auch hier sehr nützlich. Daran merkt man mal wieder, in welch reichem Land wir uns befinden.

Wir schlendern etwas am Hafen entlang, sind dann aber aufgrund der Wetterlage froh, als wir wieder auf dem Schiff ankommen.

Wir sind dann mal wieder am Mittagsbuffet zu finden, beim Vortrag über Polarforscher und natürlich auf Deck 8. So plätschert dieser Tag vor sich hin.

Das Einlaufen in den Tromsöer Hafen lassen wir uns allerdings nicht nehmen, auch wenn es bereits 23.30 Uhr ist.

Die tausende glitzernden Lichter, die niedlichen Häuser die fest in die Berge geschmiegt sind, die große Brücke und letztendlich die beleuchtete Eismeerkathedrale, ziehen uns jedes Mal in den Bann, und sind excellente Fotomotive.

Um 1 Uhr fallen wir dann doch in die Koje – immerhin 5 Stunden Schlaf bis zum nächsten Highlight.

>>> weiter lesen <<<

Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13

No Comments

Leave a Reply

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.