Zauberhafte Mallorca – Teil 2 – Im Tal der Orangen

24. Januar 2019

Der nächste Morgen war besonders – sollte doch heute der letzte Geburtstag mit einer 4 vornestehend sein.

Nach einem leckeren Frühstück, incl. Geburtstagsküchlein meiner Mutter von zu Hause, geht es auf in Richtung Soller ins Tal der Orangen.

Wieder fahren wir durch herrlichste Landschaften, unzähligen, Olivenplantagen, auf kurvenreichsten Straßen (gut dass es Handgriffe in der Beifahrertür gibt) und immer irgendwie das Meer oder das Gebirge im Blick. Allerdings ist das Geschlängel über den Gebirgspass schon anstrengend. (Alternativ ist Soller auch von Palma durch einen kostenpflichtigen Tunnel erreichbar, oder via einer 28 Kilometer langen Bahnfahrt durch 13 Tunnel in einer Schmalspur Holzbahn – der “rote Blitz“ genannt). Soller ist seit 2011 Weltkulturerbe, und mit seinen 14 Tsd. Einwohnern schon recht groß für Mallorca. Man sollte hier schon einen ganzen Tag einplanen wenn es nicht zum sightseeing Stress werden sollte. Die Stadt liegt im sogenannten Tal der Orangen, Zitrusfrüchte gedeihen hier sehr gut, da die Berge rundum das schlechte Wetter abhalten und somit ein sehr mildes Klima herrscht. Soweit das Auge reicht sieht man hier Orangen und Zitronenhaine, an jeder Ecke ein Orangenbaum mit gerade reifen Früchten – fantastisch. Verkehrstechnisch ist hier schon etwas mehr los, dennoch sind div. kostenpflichtige Parkplätze ausgeschildert, an denen man Tickets im 4 Stunden Takt erwerben kann. Durch die Lage unseres Parkplatzes kommen wir zuerst an die Markthallen von Soller am Placa Merkat vorbei. Hier decken wir uns reichlich mit spanischer Salami, Orangen Balsamico Essig, div. Marmeladen und Olivenöl ein. Auch für die daheim gebliebenen erstehen wir ein paar Dinge für sehr humane Preise.

Schnell hatten wir die vollen Einkaufstüten im Auto verstaut, und zogen dann durch enge Gassen, vorbei an alten Häusern, los in Richtung des Hauptplatzes Placa de sa Constitucio. Dieser Platz war voller leben, gesäumt von unzähligen Bars und Cafes immer schön beschattet von Orangenbäumen. Hier genoss man einfach das Leben und das Nichtstun.

Direkt am zentralen Marktplatz steht das Wahrzeichen Sollers, die Kirche Sant Bartomeu. Es ist bereits die 3. Kirche, die an diesem Platz steht, Ende des 17.Jhd. entstand der heutige Bau im Barockstil. Ein Schüler des bekannten J. Gaudis prägte das charakteristische Aussehen der heute zu sehenden Kirche. Das Innere der Kirche ist sehr beeindruckend, und zog uns sofort in seinen Bann. Das Kreuzrippengewölbe ist in 7 Abschnitte unterteilt, und jedes zeigt etwas anderes. Das fantastische Rosettenfester und die beeindruckende Orgel runden das Gesamtbild ab. Wir besuchen gerne und oft unterschiedlichste Kirchen auf dieser Erde zum fotografieren, aber ich glaube wir haben uns noch nie so lange in einer aufgehalten wie in dieser. Seht selbst:

Von vornherein hatten wir uns vorgenommen, mit dem Orangenexpress, Tranvia, zu fahren. Ein alter Holzzug, der seit 1913 4km von Soller durchs Tal nach Port de Soller fährt. Mit dieser Bahn wurden ursprünglich nicht nur Personen befördert, sondern er wurde zum Transport von landwirtschaftlichen Erzeugnissen genutzt. Die Abfahrt Station befindet sich hinter der großen Kirche in Richtung des Jugendstil Bahnhofes Can Prunera. Der Zug fährt von 7-21 Uhr stündlich. Die an Bord zu bekommenden Fahrkarten schlagen mit 7.- Euro einfach pro Person zu Buche.

Wir müssen nicht lange warten und starten unsere historische Bahnfahrt ruckelnd durch Platanen, Cafetischen und Schaufenstern quer über den Marktplatz. Manchmal sind die Wände der Häuser zum greifen nahe, und man sollte sich zum fotografieren nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

Es war einfach absolut fantastisch durch die Zitrusgärten zu fahren, entlang endloser Plantagen auf denen sich die Bäume unter der Last der reifen Früchte biegen, Und erst mal der Duft der in der Luft lag. Etwa eine halbe Stunde dauert die Fahrt zum Port de Soller, hier hat man dann die Möglichkeit, zum einen auf dem kleinen aber feinen Sandstrand zu relaxen oder auf der Promenade der kleinen Hafenbucht zu bummeln, die einst französischen Handelsschiffen dazu diente, Zitrusfrüchte aufs Festland zu bringen. Ebenso sehenswert ist die ein oder andere nette Yacht die im Hafen ankert und einem vom Reichtum träumen lässt.
Wir entscheiden uns spontan, im Ham eine Geburtstags Paella zu genießen und werden nicht enttäuscht, und so sitzen wir Mitte November bei strahlendem Sonnenschein auf Mallorca und genießen das Leben!

Anschließend wollten wir eigentlich einen der zwei Leuchttürme besuchen, welche am Ausgang der Bucht auf Felsvorsprüngen thronten, aber leider waren diese durch eine Großbaustelle am Hafenende nicht zu erreichen. So schlenderten wir wieder zurück an den „Bahnhof“ und hatten Glück, da gerade eine Straßenbahn wieder zurück nach Soller fuhr.

Wieder zurück im Städtchen schauten wir uns noch ein bisschen in den abgelegenen kleinen Gassen um, genossen das südländische Flair und verkosteten natürlich im Straßencafe ein Glas frisch gepressten Orangensaft. Den absolut intensiven Geschmack von sonnengeküßten Orangen könnt ihr euch sicher vorstellen 

Der Tag war wie im Fluge vergangen und so wollten wir uns langsam auf den Heimweg machen. Doch am Parkplatz angekommen, wartete eine kleine böse Überraschung auf uns. Die Katze die auf unserer Motorhaube in der Sonne lag, fanden wir ja noch ganz süß, den Strafzettel der unter dem Scheibenwischer klemmte allerdings weniger! So ein Mist, wir hatten völlig vergessen, dass wir ja nur ein 4 Stunden Ticket hatten. Interessant und etwas belustigt stellten wir dann fest, dass wir nun zwei Möglichkeiten hatten, zum einen hätten wir den Strafzettel in Deutschland für satte 89 Euro überweisen können, oder aber man hatte hier in Soller die Wahl, 10 Euro plus einen ausgefüllten Zettel in ein kleines Kuvert zu stecken und diesen dann wiederum in ein extra Briefschlitz im Parkautomat zu werfen! Für was wir uns entschieden war ja klar ….

Im Auto diskutierten wir noch etwas über die Art der Strafzettel Begleichung, konzentrierten uns dann allerdings wiedermal auf die spannenden Straßen hier oben im Tramuntana Gebirge. Wie immer war auch diese Fahrt mit ein paar Fotostopps verbunden. Wir konnten uns einfach nicht satt sehen, an dieser wundervollen Gegend.

Wieder im Hotel angekommen machten wir uns erneut auf die Suche nach einem geöffneten Restaurant und hatten diesmal Glück im Son Borguny, wo wir an meinem Geburtstag köstlichste Milchlamm Kottelets und Pasta mit Gambas aßen. Zweimal Crem Catalana musste natürlich auch sein!! Erschöpft und den Kopf voller toller Eindrücke schliefen wir wie Babys in dieser Nacht.

 

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